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Mauer in den Köpfen ist weg

Garbsen Mauer in den Köpfen ist weg

Zum 25-jährigen Jubiläum zur Wiedervereinigung haben sich auch Garbsen zahlreiche Schüler und die Politik Gedanken zur deutschen Geschichte gemacht und sich gemeinsam mit Zeitzeugen mit der Vergangenheit auseinandergesetzt. 

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Erik Müller (links) und Marc Brettschneider haben sich am JKG mit dem geteilten Deutschland beschäftigt.

Quelle: Susanne Harmening

Garbsen. Bürgermeister Christian Grahl betonte im Rahmen der Jubiläums-Veranstaltungen, dass die Mauer aus den Köpfen der Menschen verschwunden sei. Erik Müller ist das beste Beispiel dafür, dass Ost und West in den 25 Jahren seit der Wiedervereinigung Deutschlands zusammengewachsen sind: Die Mutter des 17-Jährigen stammt aus Ostdeutschland, sein Vater aus dem Westen. „Ich sehe keinen Unterschied zwischen mir und anderen, nur den, dass ich 500 Kilometer bis zu meinen Großeltern fahren muss.“

Der Schüler am Johannes-Kepler-Gymnasium (JKG) hat sich in der Projektwoche zum Thema 25 Jahre deutsche Einheit mit Widerstand und Protestsongs in der DDR befasst, Texte analysiert und den Liedermacher Stefan Krawczyk befragt. Das persönliche Gespräch mit Krawczyk, dessen Mut zum Widerstand und dessen Erzählungen über die Mordversuche der Stasi haben ihn beeindruckt.

Marc Brettschneider hat sich mit Kindheit und Jugend in drei deutschen Staaten beschäftigt. Für ihn war das Treffen mit Wolfgang Steinbrecht wichtig. Der 88-Jährige hatte in der DDR gelebt und den Absprung nach Westdeutschland geschafft. „Weil es noch Zeitzeugen gibt, bekommt die Zeit der deutschen Teilung eine persönliche Ebene“, sagt der 17-Jährige. Das mache diesen Abschnitt der deutschen Geschichte besonders. Das Ende der DDR ist für Erik Müller zudem bedeutsam, „weil es die Befreiung der DDR-Bürger aus eine Diktatur war“.

Beide kennen die Zeit der deutschen Teilung nur aus Erzählungen ihrer Eltern und dem Schulunterricht. Ost und West gibt es für sie nicht mehr als Begriff oder als Einteilung von Menschen und Herkunft.

Das beschränkt sich offenbar nicht auf die junge Generation, die Deutschland gar nicht als geteilt kennt. Bürgermeister Christian Grahl sagte am Freitag: „Ost und West ist mittlerweile eine geografische Einteilung wie Nord und Süd für mich.“ Im täglichen Umgang sei das kein Thema mehr. Bert Knoblauch, Oberbürgermeister der Garbsener Partnerstadt Schönebeck, ist in Altmark an der deutsch-deutschen Grenze aufgewachsen. „Noch viele Jahre nach der Wende war von ,denen da drüben’ die Rede, das ist heute nicht mehr so.“

Um die seit 25 Jahren bestehende Städtepartnerschaft zwischen Garbsen und Schönebeck - für Grahl eine immerwährende Erinnerung an die deutsche Wiedervereinigung - zu begehen, haben Grahl und Knoblauch am Freitag zusammen mit dem Ratsvorsitzenden Hartmut Büttner und den Vorsitzenden der Städtepartnerschaftsvereine Schönebeck, Harald Huppertz, und Garbsen, Dieter Roggenkamp, drei Bäume mit Symbolwert an der Europaallee gepflanzt: Eine Buche für BRD, eine Kiefer für DDR, eine Eiche für das vereinte Deutschland. So, wie die Bäume, solle die Freundschaft und die Städtepartnerschaft wachsen, sagte Knoblauch.

Von Susanne Harmening und Markus Holz

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