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Stadt fördert Beschäftigung für Asylsuchende

Garbsen Stadt fördert Beschäftigung für Asylsuchende

Seit Mitte April fördert die Stadt Garbsen das Projekt Arbeitsgelegenheiten für Asylsuchende. Während eines Besuches von Mitgliedern des Sozialausschusses stellte Frank Muhlert, Mitarbeiter der Servicebetriebe, die Teilnehmer und die Inhalte des Projektes vor.

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Cyrille Yao (26, von links), Mustafa Mamou (50), Andras Klaube und Frank Muhlert von den Servicebetrieben, Salman Mohamad (35) und Yssouf Toure (30).

Quelle: Uwe Kranz

Garbsen. Aller Anfang ist ein Fahrrad. Schließlich sollen die neuen Mitarbeiter auch die Möglichkeit haben, das Betriebsgelände am Planetenring zu erreichen. "Flüchtlinge mögen wir nicht sagen", sagt Frank Muhlert über die neuen Kollegen, die er im Rahmen seiner Tätigkeit für die Servicebetriebe der Stadt betreut, "aber wir haben auch noch nichts Passendes gefunden." Unentschieden ist für die beiden Ivorer Cyrille Yao (26), Yssouf Toure (30) sowie die beiden Syrer Mustafa Mamou (50) und Salman Mohamad (35) auch ihre Zukunft: Über die Asylanträge der vier ist nach rund einem Jahr Aufenthalt in Deutschland noch nicht entschieden - oder sie sind noch nicht einmal gestellt.

Also erst einmal ein Fahrrad, in der Bauart aus drei mach' eins. Mohamad wohnt in Berenbostel, Mamou in Frielingen, ein Bus ist bei diesen Distanzen auf die Dauer zu teuer. Trotz der neuen Arbeit. Denn bei den Servicebetrieben erhalten die Teilnehmer des Projektes Arbeitsgelegenheiten für Asylsuchende nur den Höchstsatz von 1,05 Euro pro Stunde. Fünf Plätze finanziert die Stadt seit Mitte 2016, derzeit ist einer noch vakant. Bis zu acht Teilnehmer könnte sich Muhlert vorstellen. Alle, die bisher dabei sind, hätten aber deutlich gemacht, sagt er, dass sie lieber für diesen niedrigen Lohn arbeiten wollen, als im Wohnheim den ganzen Tag zu schlafen. "Das ist eine wundervolle Maßnahme, die wir für unsere Gäste auf den Weg gebracht haben", schwärmt Sozialdezernentin Iris Metge.

Die vier "Gäste" - diese Bezeichnung greift nun auch dankbar Muhlert auf - betreiben Beschäftigungstherapie mit Lerneffekt. Jeder von ihnen will am liebsten allein mit einem Mitarbeiter der Servicebetriebe losziehen, um die deutsche Sprache zu erfassen. "Auch wir haben schon viel gelernt", erzählt Muhlert. Bei Treffen nach Feierabend tausche man sich regelmäßig aus und erfahre viel über die "Gäste".

Für die Besetzung der freien Plätze mussten die Servicebetriebe zunächst in Sammelunterkünften Werbung betreiben. Die Bewerber hätten dann ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen müssen. Einen Doktor können man bei den Servicebetrieben schließlich weniger gebrauchen als einen Schlosser, so Muhlert.

Mamou ist Tischler und soll unter anderem Möbel für Kindergärten instand setzen. "Aber bitte nicht gleich morgen mit den Aufträgen kommen. Wir brauchen noch etwas Vorlauf", sagt Muhlert vorsichtig. Wie lange die Flüchtlinge in seinem Team bleiben, ist ebenfalls fraglich. Vorerst pflegen sie unter anderem den Kräutergarten auf dem Betriebshof und die Obstbäume aus dem Projekt "Plan for the Planet" in Osterwald - Kinder sollen hier später Erfahrungen mit den Pflanzen machen. Wer jedoch seine Anerkennung als Asylbewerber erhält, muss das Programm verlassen. Was ihm auf jeden Fall bleibt, ist ein Fahrrad.

Sozialkaufhaus erhält Unterstützung

Als zweiter Schritt im Projekt Arbeitsgelegenheiten für Asylsuchende soll auch das Sozialkaufhaus der Stadt Garbsen sechs Stellen einrichten. Jeweils drei neue Mitarbeiter könnten demnach im Bereich Verkauf beziehungsweise Lager und Transport beschäftigt werden. Die Kosten in Höhe von 4380,34 Euro soll dabei die Stadt außerplanmäßig aufbringen. Das hat der Sozialausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Eine finanzielle Deckung für diese Maßnahme erhofft sich die Stadt aus Mitteln der sogenannten Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM) des Bundes im Rahmen des Integrationsgesetzes, die aber noch nicht freigegeben sind. Bis dahin dienen unverbrauchte Mittel der Freiwilligenagentur als Deckung.

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