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Ausprobiert: Ein Tag bei den Servicebetrieben

Garbsen Ausprobiert: Ein Tag bei den Servicebetrieben

Bei jedem Wetter sind die 60 Mitarbeiter der Servicebetriebe Garbsen im Dienst. Auf städtischen Flächen wie Straßen, Friedhöfen und Spielplätzen sorgen sie für Sauberkeit. Unser Redakteur Gerko Naumann hat einen Tag lang mitgearbeitet. 

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HAZ/NP-Redakteur Gerko Naumann und Catharina Große verladen die frisch geschnittenen Äste auf einen Anhänger.

Quelle: Jutta Grätz

Berenbostel.  Gerade im Herbst sieht man sie überall in Garbsen: Fleißige Helfer der Servicebetriebe. Sie beseitigen Laub, schneiden Hecken und kontrollieren Bäume auf ihre Standfestigkeit. Das muss doch eigentlich ganz schön sein, denke ich jedes Mal. Tag für Tag an der frischen Luft arbeiten – da sieht man was von der Stadt und körperlich fit hält die Arbeit auch. Deshalb habe ich mich für ein Kurzpraktikum beworben und mache mich auf den Weg zum Betriebshof in Havelse.

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Im Herbst haben die Mitarbeiter der Servicebetriebe Garbsen jede Menge Arbeit. HAZ/NP-Redakteur Gerko Naumann hat sich das mal genauer angeschaut und mitgemacht.

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Den ersten kleinen Rüffel hole ich mir schon kurz nach der der Begrüßung ab. Gärtner Andreas Klaube mustert mich von Kopf bis Fuß und bleibt mit seinem Blick an meinen Turnschuhen hängen. „So geht es aber nicht. Sicherheitsschuhe sind Pflicht“, sagt er streng. Damit kann ich leider nicht dienen. Immerhin: Als erfahrener Lokalreporter habe ich zumindest stets ein Paar Gummistiefel griffbereit im Kofferraum. Als Kompromisslösung müssen die reichen. Darüber hinaus werde ich mit einer orangefarbenen Warnweste und Arbeitshandschuhen ausgestattet. Dann kann es ja losgehen.

Einsatz auf dem Friedhof

Und so nimmt mich Klaube mit zu seinem ersten Einsatzort. Das ist der Friedhof in Berenbostel. Hier geht es heute ums Rasenmähen und Laub beseitigen. Schon auf dem Betriebshof habe ich ein Auge auf die schicken motorisierten Aufsitzrasenmäher geworfen. Der erfahrene Gärtner hat das offenbar bemerkt und schüttelt gleich mal den Kopf. „Ohne Sicherheitsschuhe und ohne Ausbildung? Keine Chance.“ Das kann ich nachvollziehen, ein Friedhof ist schließlich keine Teststrecke. Wie gekonnt Klaube selbst zwischen den Gräbern umherkurvt und dabei keinen Grashalm auslässt, das imponiert mir dann auch beim Zusehen.

Laub pusten macht richtig Spaß

Dann winkt er seine Kollegin Angela Müller heran. Sie soll mir den Umgang mit den Laubpustern beibringen. Das wollte ich schon immer mal machen. Die Geräte laufen mit Benzin. „Sie müssen kräftig an der Leine ziehen“, erklärt Müller. Bei den ersten beiden Versuchen hört sich das bei mir in etwa so an, als würde ein sehr altes Auto im Winter bei sehr kaltem Wetter nicht anspringen. Aber beim dritten Versuch klappt es. Und siehe da: Das Gerät hat ordentlich Kraft, die Blätter fliegen nur so vor mir her. Das macht richtig Spaß. Nur an der Zielgenauigkeit muss ich offenbar noch arbeiten. „Wir müssen die Blätter ja nicht nur wegwehen, sondern auch aufsammeln“, erklärt Müller.

Hecken schneiden auf dem Spielplatz

Doch genug gepustet, es geht weiter zum nächsten Einsatzort. Gleich gegenüber vom Friedhof liegt der Spielplatz Auf dem Schacht. Dort sind Mustafa Tas und seine Kollegen gerade dabei, Hecken zu schneiden. Vor uns liegt ein gewaltiger Stapel, den wir nach und nach auf einen Transporter verladen. Und es ist nicht nur die strahlende Herbstsonne, die mir dabei die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Als ich mich nach getaner Arbeit verabschiede, ruft Tas seinen Kollegen scherzhaft zu: „Der neue Kollege hat seinen Job gut gemacht. Der darf bleiben.“ Ich beende mein Praktikum gut gelaunt – und freue mich plötzlich wieder auf meinen Arbeitsplatz am Schreibtisch.

Was bleibt, ist großer Respekt vor den 60 Mitarbeitern der Servicebetriebe. Bei jedem Wetter sind sie in Garbsen unterwegs, damit die Stadt sauber ist – und um Gefahren für die Bürger zu beseitigen (siehe Interview). Und ich verstehe Klaube, wenn er sagt: „Es macht mir auch nach 23 Jahren noch jeden Tag Freude, wenn wir die Stadt etwas ordentlicher hinterlassen.“ 

„Der Sturm hat uns aus der Bahn geworfen“: Interview mit Meino Heuer, Leiter der Servicebetriebe Garbsen

Wie sehr hat Sturm „Xavier“ Sie und Ihre Mitarbeiter in diesem Herbst beschäftigt?

Dieser Sturm hat uns ziemlich aus der Bahn geworfen. Wir hatten wochenlang mit den Folgen zu tun. In Garbsen sind rund 700 bis 800 Bäume umgefallen oder beschädigt worden. Unsere Leute haben sie zersägt oder gefällt. Übrigens: Auch auf dem Gelände unseres Betriebshofes. Zum Glück ist niemand verletzt worden.

Welche Auswirkungen hat das auf ihr Tagesgeschäft? 

Dadurch mussten wir andere Arbeiten verschieben. Wenn eine akute Gefahr für die Bürger besteht, hat das natürlich Priorität. Und wenn ein abgebrochener Ast auf der Straße liegt, ist das eine Gefahrenstelle, um die wir uns sofort kümmern müssen. Und von solchen Stellen gab es in kurzer Zeit sehr viele.

Was sind darüber hinaus die wichtigsten Arbeiten der Servicebetriebe im Herbst?

Im Grunde das, was Sie selbst erlebt haben. Grünschnitt und Pflegearbeiten auf öffentlichen Flächen. Dazu gehören eben zum Beispiel Friedhöfe und Spielplätze. Das Laub beseitigen wir, damit niemand darauf ausrutscht. Auch dabei geht es um Sicherheit.

 

Von Gerko Naumann

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