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Badepark-Freunde sind enttäuscht und wütend

Garbsen Badepark-Freunde sind enttäuscht und wütend

Der Freundeskreis Badepark ist enttäuscht. Er hat von der Ratsmehrheit eine Frist bis zum 30. Mai gesetzt bekommen, um seine Pläne zum Badepark darzulegen. "Diese Fristsetzung ist der blanke Hohn. Wir sind von Anfang an nicht ernst genommen worden", sagt Vorsitzende Sabine Obermann.

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Der Freundeskreis Badepark - hier bei der Gründungsversammlung  - will weitermachen, auch wenn der Badepark abgerissen ist.

Quelle: Bernd Riedel

Berenbostel. Politik und Verwaltung hätten damals Jahre gebraucht, um ein Konzept für die Erneuerung des Badeparks aufzustellen und ein Dreivierteljahr für ein Konzept zum Zentralbad: "Und wir sollen das in acht Wochen schaffen. Das ist unmöglich", sagt Obermann.

Der Rat der Stadt hatte am Montagabend gegen die Stimmen der SPD beschlossen, dem Freundeskreis Badepark eine Frist bis zum 30. Mai zu setzen, um ein Konzept vorzulegen. Die Unabhängigen hatten darauf gedrängt, den Badepark unverzüglich und vollständig abzureißen. Die Stadtverwaltung und Bürgermeister Christian Grahl machten noch einmal deutlich, dass das Hallenbad und die Technik in Berenbostel marode seien und eine öffentliche Gefahr darstellten und deshalb abgerissen werden müssten.

Der Verein Freundeskreis Badepark habe von Anfang an mit offenen Karten gespielt, jetzt zeige sich, dass Politik und Verwaltung das nicht getan hätten, sagt Obermann: "Uns ging es immer um eine gemeinsame Lösung, um ernsthafte Gespräche. Diese Chance ist uns nie eingeräumt worden."

"Es gab mehrere ausführliche Gespräche der Stadtverwaltung mit den Vertretern des im Januar gegründeten Trägervereins“, sagt Stadtsprecherin Jutta Grätz. Ein weiterer Beleg, dass die Stadtverwaltung den Freundeskreis Badepark ernst nimmt, seien die Ausführungen in der Ratsvorlage der Verwaltung bei der jüngsten Ratssitzung am vergangenen Montag. In den Gesprächen habe die Stadt immer deutlich gemacht, dass der Ratsbeschluss für das Zentralbad in Garbsen-Mitte mit der Option für ein Freibad konsequent umgesetzt werde. Die Stadtverwaltung habe unabhängig davon die Unterstützung der privaten Freibad-Initiative für Berenbostel signalisiert.

„Dass der Trägerverein feststellt, das Geld nicht aufbringen zu können, ist für uns in dieser Klarheit eine neue Aussage“, sagt Grätz. Bisher liege der Stadt nur die Ideensammlung einer Bürgerin vor, obwohl der Ratsbeschluss zum Zentralbad bereits im Oktober erfolgt sei. Auch Signale zu möglichen Investoren gebe es bisher nicht.

Nach Mitteilung des stellvertretenden Vorsitzenden Jürgen Fabich hat der Freundeskreis Badepark zurzeit etwa 350 Mitglieder: "Ganze Familien treten bei uns ein", sagt Fabich. Der Verein erfahre viel Zuspruch im ganzen Stadtgebiet. "Überall haben wir gehört, dass man unsere Forderungen unterstützt", sagt Obermann, auch wenn nicht alle Badepark-Befürworter dem Verein beiträten.

"Wir fühlen uns vorgeführt und lächerlich gemacht", sagt Obermann. Wie lange hätten Politik und Verwaltung gebraucht, um ein akzeptables Konzept für den Badepark zu finden, das dann zugunsten des Zentralbades gekippt worden sei. "In acht Wochen einen Plan zu erstellen, ist unmöglich."

Es brauche viel Zeit, um eine Lösung zu finden. "Aber inzwischen glauben wir nicht mehr, dass eine Lösung überhaupt gewollt ist", sagt Obermann. Der Verein könne auch nicht Millionen aus dem Hut zaubern. Wer das erwarte, gehe von falschen Voraussetzungen aus. "Wir haben auch nie diesen Eindruck erweckt, dass wir das könnten", sagt Obermann.

Der Verein will weiter machen mit Protestaktionen gegen die aus seiner Sicht falsche Entscheidung für ein Zentralbad in Garbsen-Mitte: "Unser Bestreben ist und wird es bleiben, den Badepark Berenbostel zu retten", sagt Obermann. "Wir werden auch dann nicht aufgeben, wenn alles eingeebnet wurde. Sei es nur darum, die Bürger bis zum 11. September aufzuklären und somit die maßgeblichen Politiker in ihre Schranken zu weisen."

Die SPD teilt die Einschätzung des Vereins: "Ich habe den Eindruck, dass man Fakten schaffen will, um eine weitere Debatte unmöglich zu machen", sagt Karsten Vogel, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. "Diese Fristsetzung macht keinen Sinn." Ein Verein wie dieser brauche ausreichend Zeit. "Das ist hier nicht gewährleistet."

Anders die CDU: "Wir wollen niemanden ärgern. Uns geht es darum, die Finanzen zusammenzuhalten", sagt Heinrich Dannenbrink, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion. Verlangt werde nicht, bis 30. Mai ein Konzept auf den Tisch zu legen, das bis in die Details ausgearbeitet sei. "Es muss in dem Vorschlag nur nachvollziehbar sein, welche Möglichkeiten es gibt."

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