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Baumstreit bricht wieder auf

Meyenfeld Baumstreit bricht wieder auf

Ein altes Streitthema zwischen dem Seniorenpflegeheim Haus der Ruhe und der Stadt bricht wieder auf: Bäume. Als ein Gutachter vor wenigen Tagen Altbestände auf dem Grundstück vermessen wollte, war angeblich nichts mehr zum Vermessen da.

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Haus der Ruhe: Familie Hahne hat in ihrem Park alte und hohe Bäume fällen lassen, viele waren krank. Das Bild entstand 2014.

Quelle: Markus Holz

Garbsen. Es ist ein uralter Streit, der mit fast jedem Bauvorhaben eine Neuauflage erhält. Jedes Mal, wenn Bäume fallen, geht ein Aufschrei durchs Dorf, gegenseitige Schuldzuweisungen folgen, am Ende verläuft vieles im Sand oder landet vor Gericht.

Der aktuelle Fall: Die Stadtverwaltung hat von der Politik den Auftrag, für das Parkgelände einen Bebauungsplan aufzustellen. Der Plan regelt, ob, wie und wo noch gebaut werden darf. Bevor der Plan aufs Papier kommt, sieht sich die Stadt generell ein Gelände an und prüft unter anderem, ob erhaltenswerte Bäume unter Schutz zu stellen sind. Das ist der Ersatz für eine Baumschutzsatzung, die es in Garbsen nicht gibt.

Die Verwaltung betont in einer Antwort auf eine Anfrage der Leine-Zeitung, sie habe seit Juli mehrfach versucht, einen Termin mit Hahne abzustimmen. „Alle Termine wurden von Hahne aus zeitlichen und anderen Gründen abgesagt“, schreibt die Stadt.

Am 20. November wurde es der Stadt zu bunt: Sie ermächtigte einen Sachverständigen, das Grundstück am 10. und 11. Dezember zu betreten, und verpflichtete Hahne, den Gutachter zu dulden, ansonsten drohe ein Zwangsgeld. Der Fachmann sollte alle Bäume markieren, die mehr als 80 Zentimeter Stammumfang haben. Geduldet wurde der Mann offenbar, aber er hatte nach eigenen Angaben nicht mehr viel zu beurteilen. Die Firma hatte Fakten geschaffen und Bäume gefällt. Wie viele, ist noch unklar. Rechtlich ist das offenbar statthaft, weil die Bäume ja noch nicht in einem Bebauungsplan festgesetzt sind.

Geschäftsführer Carl Hahne bestätigt das Vorgehen, hat aber einen anderen Blick auf das Verfahren. Er hatte mehrfach betont, den Park umgestalten zu wollen. Dazu müsse auch ein Teil des alten Bestandes weichen. „Ausschlaggebend für den Schritt jetzt war ein Schreiben der Verwaltung mit Androhung eines Zwangsgeldes“, schreibt Hahne. Seit geraumer Zeit unternehme die Stadt Anstrengungen, vorbereitende Maßnahmen zur Aufstellung eines Bebauungsplanes „zu erzwingen. Allerdings werden wir als Eigentümer in keiner Weise einbezogen. Es sollen Fakten geschaffen werden, ohne vorab einen Dialog gesucht zu haben“, schreibt Hahne. Nur durch ein aktives Einbeziehen der Grundstückseigentümer könne eine sinnvolle Entwicklung erreicht werden.

Zuletzt hatten Hahne und die Stadt 2014 über Kreuz gelegen: Vor einem Jahr waren Bäume im Park und im Neubaugebiet am Dorfkrug gefallen. Einige waren krank, andere standen dem Umbau des Parks im Wege, einige Bäume am Dorfkrug waren angeblich geschützt. Die Stadt hatte damals ein Bußgeld verlangt. Zum aktuellen Fall schreibt Carl Hahne. „Wir haben nicht nur gefällt, wir ziehen auch neue Bäume auf.“

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