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Besser hätte es nicht laufen können

Garbsen Besser hätte es nicht laufen können

250 Teilnehmer beim fünften Garbsener Freiwilligentag – so viele wie nie: Karin Schleiermacher, Leiterin der Freiwilligen-Agentur, freute sich schon im Vorfeld, als sich der Rekord abzeichnete, am Sonnabend aber die vielen Freiwilligen am Werk zu sehen, war für sie noch ein besonderes Erlebnis.

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Eindrücke vom fünften Freiwilligentag in Garbsen.

Quelle: Chadde, privat

Garbsen. Für ein zweijähriges Kind bietet das Leben jeden Tag Neues und Erstaunliches. Dass ihre Mama sogar Hühnerställe bauen kann, hat die Besucherin der Berenbosteler St.-Maria-Regina-Krippe vielleicht gar nicht verwundert. Hanna und ihre Mama waren zwei von rund 250 Freiwilligen.

Dirk Wehde von der Feuerwehr Horst hatte eine Art „Schnuppertag“ für neue Mitglieder vor Augen, als er sein Angebot einreichte. Die Leiterin der Freiwilligen-Agentur führte das Projekt unter der Nummer 11 als kinder-, jugendlichen- und familientauglich. Sonnabend ab 10 Uhr wurden in Horst erst die Holzgeräte des Feuerwehr-Wettkampf-Parcours geschliffen und gestrichen, dann ein Feuerwehrfahrzeug vorgestellt und schließlich mit dem Feuerlöscher trainiert. „Die Flammen lokalisieren, ein paar Sekunden löschen, dann zurücktreten und schauen, ob die Feuerstelle auch genau getroffen wurde“, ruft Wehde den jungen Teilnehmern von der Elfenbeinküste zu. Bei der nächsten Runde saust Integrationslotsin Fernanda Noll mit vier Schützlingen aus Syrien und Afrika feuerlöschend durch den Garten. Mit helfenden Asylbewerbern aus Havelse und Altgarbsen oder Berenbostel hatte die Mitglieder der Feuerwehr Horst zwar nicht gerechnet. „Aber besser hätte der Tag nicht laufen können“, fasste Wehde die sechsstündige Aktion zusammen.

Auch für Osterwalds Reitverein St. Georg war der Freiwilligentag eine Premiere, aber mit Johanna hatten sie nur eine externe Teilnehmerin. „Das nächste Mal formulieren wir genauer“, plant Anja Meyer und freut sich, dass sich die Freiwillige Johanna demnächst zur Reitstunde wiederkommen will. „Die Mischung macht es“, weiß  Schleiermacher. „Leistungen im Bereich Gartenarbeit und Streichen werden immer stark nachgefragt, sind aber bei den freiwilligen Helfern nicht so beliebt“, weiß die Koordinatorin. „Noch viel lieber würden die Freiwilligen mit Senioren spazieren gehen, etwas mit Rollstuhlfahrern unternehmen oder einen Kinder-Spieltag betreuen“, zählt sie Alternativen auf und nimmt die Anregung einfach für den nächsten Freiwilligentag mit.

Abseits von jeder Alltags-Routine bot die Aktion völlig neue Erfahrungen. Auch für Schleiermacher, die sich seit 2006 mit der Idee beschäftigt. So fand die Abendveranstaltung zum ersten Mal im Garbsener Rathaus statt, das sich als perfekter Treffpunkt entpuppte. Ein roter Teppich leitete die Gäste in den Saal. So viel Wertschätzung und Gemeinsinn sorgte für eine aufgeschlossene, lockere Stimmung: „Kommen sie sich doch zu uns“, lud Erika Eissner den etwas entfernt sitzenden Mohammad Azizi ein. Vor 14 Monaten war der Afghane nach Deutschland gekommen und erzählte von seinen Erlebnissen im Projekt „Zurück in die Zukunft“.

Neben neuen Kontakten spiegelte auch das Buffets Garbsens originelle Form des Sprach- und Einfallsreichtums wider. Ein Schild informierte über die „Ochsenschwanzsuppe ohne Schwein“, während das „Pinacolada -Tiramisu“ der Gruppe „Pudding ist unsere Leidenschaft“ ohne Kaffee und dafür mit Ananas zubereitet wurde. Entdeckungen, neue Kontakte, unerwartete Erfahrungen - Garbsens 5. Freiwilligentag hinterließ viele positive Spuren und klang deshalb sehr passend mit Burlipps Applaus-Perfomance aus. Pantomimisch dirigierte der Clown das Klatschen aller Gäste und entwickelte eine mitreißende, gemeinsame „We will rock you“-Percussion.

"Die Aktion wirkt in beide Richtungen“, sagt Schleiermacher. Wer Unterstützung gebrauchen kann, bekommt sie. Im Gegenzug entdecken die Ehrenamtlichen für einen Tag ganz neue Facetten der örtlichen Vielfalt. Der zeitlich und kräftemäßig überschaubare Einsatz wird lieber geleistet, als lebenslange Verbindlichkeit im Verein. Und wer weiß, was sich daraus entwickeln kann. So kommt die Kraft der Garbsener wichtigen Projekten vor der eigenen Haustür zu Gute. „Ein überzeugendes Konzept, das wir gern unterstützen“, würdigte Lions Mitglied Jörg Huget die Aktion. Sein Garbsener Lions Club bereiste in drei Gruppen alle 19 Stationen, um die Freiwilligen mit Eis, Muffins und Würstchen zu belohnen. Zusätzlich spendeten die Löwen fünf Gutscheine im Wert von jeweils einhundert Euro, die verlost wurden.

Eine weitere Form der Wertschätzung lieferte das ehrenamtlich Fototeam der „Rasenden Reporter“, das von allen Aktionen und Teilnehmern eine großartige Dokumentation zusammenstellte. Auch dafür gab es bei der Abendveranstaltung Riesen-Applaus. 

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Von PATRICIA CHADDE

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