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Beratungsstelle hat mehr Platz und zwei Neue

Garbsen Beratungsstelle hat mehr Platz und zwei Neue

Die Beratungsstelle für Erziehungs- und Lebensfragen in Altgarbsen hat sich neu aufgestellt. Die beiden Psychologinnen Larissa Burruano und Christina Cernoch verstärken das Team. Dadurch sollen für die mehr als 500 Hilfesuchenden pro Jahr künftig weniger Wartezeiten entstehen.

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Das sind die Neuen: Die Psychologinnen Larissa Burruano (links) und Christina Cernoch ergänzen das Team der Beratungsstelle.

Quelle: Gerko Naumann

Altgarbsen. Der erste Schritt zur Lösung eines Problems ist fast immer, überhaupt darüber zu sprechen. Das weiß Markus Deleker aus seiner jahrelangen Berufserfahrung. Der Kinder- und Jugendpsychotherapeut ist Leiter der Beratungsstelle für Erziehungs- und Lebensfragen in Garbsen. Er erinnert sich beispielsweise an einen Fall, der schon einige Jahre zurückliegt. Ein Mädchen und seine Mutter suchten die Beratungsstelle auf, weil das Kind von einem Tag auf den anderen nicht mehr zur Schule gehen konnte. Weil es Angst hatte.

Im Gespräch mit der Mutter stellte sich heraus, dass sie ihr Kind schon seit der Schwangerschaft zu sehr behütet hat. "Die Sorgen und Ängste haben sich dann auf das Mädchen übertragen", berichtet Deleker. Als alle Probleme und Wahrheiten ausgesprochen waren, ging es Mädchen und Mutter besser. Das Kind konnte wieder allein zur Schule gehen. "Solche Erlebnisse rühren mich bis heute noch an", sagt der Therapeut. Aber genau das, nämlich Sensibilität und Anteilnahme, seien Voraussetzungen, um diesen Beruf erfolgreich zu machen.

Und der ist in der Beratungsstelle vielfältig. Fast jeder Mensch kommt im Laufe seines Lebens mal in eine Krise, in der der neutrale und fachmännische Blick von außen helfen kann. "Unsere Fälle beginnen vor der Geburt mit der Schwangerschaftsberatung und enden mit der Beratung von Senioren in schwierigen Lebenslagen", sagt Deleker. Nur wenn es ganz dringend ist - etwa bei Suizidgefahr - verweisen die Mitarbeiter die Hilfesuchende an Krankenhäuser. Auch Suchtberatung wird nicht mehr in Altgarbsen angeboten - weil die Beratungsstelle der Caritas in den Stadtteil Auf der Horst umgezogen ist und ihren Sitz nun an der Skorpiongasse hat.

Das ermöglicht deutlich mehr Platz für die Beratungsstelle für Erziehungs- und Lebensfragen. Die Mitarbeiter können ihre Besucher nun auf der ganzen Fläche von etwa 320 Quadratmetern empfangen und haben somit etwa ein Drittel mehr Platz. "Wir hoffen, dass die Wartezeiten dadurch geringer werden", sagt Deleker.

Dazu sollen auch zwei neue Psychologinnen beitragen. Sie heißen Larissa Burruano (links) und Christina Cernoch und sind beide seit wenigen Wochen Teil des Teams. Ihre Büros haben sie schon eingerichtet. Vor dem Schreibtisch von Cernoch stehen zwei Stühle und ein Tisch, darauf Taschentücher. "Die brauchen wir hier schon oft, weil es oft traurige Geschichten sind, mit denen wir zu tun haben", sagt sie. Aber wer sich Hilfe sucht, hat oft schon einen großen Schritt getan, ergänzt Burruano, die an der Medizinischen Hochschule in Hannover promoviert hat. Gleich nach ihrem ersten Gespräch im neuen Job hat ihr eine Besucherin geschildert, dass sie das Gespräch deutlich vorangebracht hat. "Wir zeigen den Menschen auf, wo ihre Stärken liegen", sagt die Psychologin.

So erreichen Sie die Beratungsstelle

Die Beratungsstelle für Erziehungs- und Lebensfragen hat ihren Sitz in Altgarbsen, Am Osterberge 1. Dort kümmern sich sieben Berater auf etwa 320 Quadratmetern um die Anliegen der etwa 500 bis 550 Ratsuchenden pro Jahr. Der erste Kontakt läuft üblicherweise telefonisch ab. Die Nummer lautet (05137) 73857 - am anderen Ende der Leitung sitzt Mitarbeiterin Christine Fraj. Per E-Mail an beratungsstelle.garbsen@web.de sind die Mitarbeiter ebenfalls erreichbar.

Träger der Einrichtung ist die Stadt Garbsen. Sie finanziert die Beratungsstelle jährlich mit 100.000 Euro. "Das sind die Kosten für Personal, Gebäude und Energie - abzüglich der Zuschüsse von der Region Hannover, die es beispielsweise für Schwangerschaftsberatungen gibt", erläutert Dieter Göhns von der Verwaltung.

Für die Hilfesuchenden ist die Beratung kostenlos, sobald "ein Kind im Spiel ist", erklärt Leiter Markus Deleker. Ansonsten zahlen sie zwischen 30 und 35 Euro pro Gespräch, das etwa 50 bis 60 Minuten dauert. Eines verspricht Deleker aber: "Bei uns wird keine Beratung an den Kosten scheitern."

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Von Gerko Naumann

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