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Brandstiftung in unbewohnter Flüchtlingsunterkunft

Garbsen Brandstiftung in unbewohnter Flüchtlingsunterkunft

In der Nacht zu Mittwoch ist in einem Haus in Altgarbsen ein Zimmer im Obergeschoss ausgebrannt. Das Gebäude diente bis vor wenigen Tagen als Flüchtlingsunterkunft. Beim Einsatz entdeckten Feuerwehrleute Benzinkanister, deren Inhalt teils auf dem Boden verteilt war. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

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In diesem Haus am Mühlenbergsweg hat es in der Nacht zu Mittwoch gebrannt.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Altgarbsen. Am Mittwochvormittag lag vor dem Einfamilienhaus noch immer ein strenger Brand- und Benzingeruch in der Luft. Ansonsten erinnerte nicht mehr viel an den Großeinsatz ein paar Stunden zuvor. Gegen 23.30 Uhr war die Feuerwehr Garbsen von einem 47-jährigen Anwohner alarmiert worden. Über dem Wohnhaus am Mühlenbergsweg hatte bis zum Eintreffen der Helfer schon eine deutlich sichtbare Rauchwolke gebildet. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass das Haus seit Kurzem nicht mehr bewohnt ist. Spezialisten mit Atemschutzausrüstung arbeiteten sich ins Obergeschoss vor. Schon von Weitem kam ihnen dabei ein deutlicher Benzingeruch entgegen. 

Benzin und Benzinkanister hat die Polizei in einem leerstehenden Haus in Altgarbsen gefunden, das sie wegen eines Brandes löschen musste.

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Die Quelle dieses Geruchs fanden die Feuerwehrleute dann in der oberen Etage. Dort standen zwei Benzinkanister, deren Inhalt teilweise auf dem Boden ausgeschüttet worden war. Die Möbel in einem Raum standen in Flammen, konnten von den Ehrenamtlichen jedoch schnell gelöscht werden. Eine besondere Gefahr für Einsatzkräfte wegen des Benzins bestand nicht, sagte Garbsens Feuerwehrsprecher Stefan Müller. "Das ist nicht wie in Hollywood-Filmen, wo plötzlich alles explodiert." Mit der richtigen Belüftung sei dafür gesorgt worden, dass sich das Gemisch nicht weiter entzünden konnte. Außerdem wurden die Kanister schnell aus dem Haus ins Freie gebracht.

Anschließend belüfteten die Feuerwehrleute das Haus und suchten mit einer Wärmebildkamera nach weiteren versteckten Glutnestern. Nachdem diese gelöscht waren, endete der Einsatz für die rund 80 Helfer der Ortsfeuerwehren aus Garbsen, Horst, Meyenfeld und Schloß Ricklingen gegen 1.30 Uhr. Das Zimmer im ersten Stock brannte bei dem Feuer aus.

Am Mittwochmorgen nahmen die Experten der Brandermittlung der Polizei das Haus genau unter die Lupe. Sie gehen von Brandstiftung aus und schätzen den Schaden am Haus auf 20.000 Euro. In den nächsten Tagen wollen sie die Kanister genau untersuchen und das Motiv möglicher Täter herausfinden. Das Einfamilienhaus wurde nach Angaben der Polizei seit etwa einem Jahr als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt. Die letzten Bewohner waren am Montag ausgezogen, also nur einen Tag vor dem Brand. Bislang haben die Ermittler keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund.

Garbsens Stadtsprecher Ben Irvin bestätigte, dass die Stadt das Haus zur Unterbringung von Flüchtlingen gemietet hatte. Auf Wunsch des Eigentümers sei der Vertrag wegen Eigenbedarfs zum 28. Februar, 0 Uhr, gekündigt worden – eine halbe Stunde vor Ablauf dieser Frist brach das Feuer aus. Die letzten fünf Bewohner seien am Montag in eine Sammelunterkunft umgezogen.

Zeugen melden sich bei der Kriminalpolizei in Hannover unter Telefon (0511) 1095555.

Von Gerko Naumann

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