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Brandstifter muss für fast drei Jahre in Haft

Garbsen/Hannover/Seelze Brandstifter muss für fast drei Jahre in Haft

Entscheidung im Prozess gegen den 34-jährigen Brandstifter: Das Landgericht Hannover hat den Garbsener am Dienstagmittag zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

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Ein 34-Jähriger aus Altgarbsen wurde unter anderem wegen Sachbeschädigung und Diebstahl zu einer Haftstrafe verurteilt.

Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa (Symbolbild)

Garbsen/Hannover.  Das Landgericht Hannover hat einen 34-jährigen Mann aus Altgarbsen unter anderem wegen Diebstahls und mehreren Sachbeschädigungen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik – wie vom medizinischen Gutachter empfohlen – lehnten die Richter hingegen ab.

Im April und Mai dieses Jahres hat eine Serie von Brandstiftungen in Garbsen, Seelze und Marienwerder Polizei und  Feuerwehr nächtelang beschäftigt. Mitte April wurde der 34-Jährige in der Nähe eines Tatortes am Planetenring  im Stadtteil auf der Horst festgenommen. Wenig später gestand er, dieses und einige andere Feuer gelegt zu haben. Angeklagt waren sogenannte Sachbeschädigungen durch Feuer an Mülltonnen und Papierkörben. Bei einer weiteren Tat in Marienwerder hatte der Mann einen Türkranz an einem Reihenhaus angezündet. Unabhängig davon waren dem Mann Einbrüche und Verwüstungen im Johannes-Kepler-Gymnasium zur Last gelegt worden. Darum ging es am Montag in der letzten Phase der Beweisaufnahme.

Zerschlagene Scheiben, ein zerstörter Monitor, zahlreiche Schmierereien in Räumen und an Außenflächen mit rotem Filzstift: Der Angeklagte soll mehrfach Schriftzüge ACAB (All Cops are Bastards / Alle Polizisten sind Bastarde) sowie Hakenkreuze hinterlassen haben. Die Zeichen und Symbole fanden sich auch auf Schildern, Papierkörben sowie einem Wandbild am Gymnasium. Bei den Einbrüchen verschwanden drei Laptops, vier Roboter-Sets, ein Radio, Geld, Wasserflaschen und Süßigkeiten. Eine E-Gitarre und Schränke wurden stark beschädigt. Der 34-Jährige war beim Schmieren von der Überwachungsanlage aufgezeichnet worden. Die Polizei observierte ihn danach und konnte ihn ein erstes Mal festnehmen. Damals habe sich der Mann mit mehr als 100 Taten gebrüstet, sagte ein Polizist. Motiv für die Schmierereien sei offenbar eine „Abrechnung“ mit der Garbsener Polizei.  Das räumte der Angeklagte ein. 

Die Taten am Kepler-Gymnasium zwischen August 2016 bis Februar 2017 fallen in die Zeit, in der der Täter unter Bewährung stand. Dennoch beging er weitere Straftaten wie Einbrüche. Der Mann war nach eigenen Angaben spielsüchtig, trank Alkohol und konsumierte Cannabis. Er habe bis zur U-Haft keine Freunde, keine Arbeit und keine Tagesstruktur gehabt. Mehrere Kliniken und Einrichtungen, in denen der Altgarbsener untergebracht war, verweigerten die Behandlung, weil er immer wieder gegen Verhaltensregeln verstieß.

Nach einem psychiatrischen Gutachten leidet der Mann an einer Persönlichkeitsstörung kann irrationale Impulse nicht kontrollieren. Die Intelligenz ist eingeschränkt, er hat kein Unrechtsbewusstsein und kann sich selbst nur eingeschränkt steuern, gab der Gutachter zu Protokoll. Seine Prognose: der 34-Jährige wird ohne Behandlung mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit rückfällig.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten oder die sofortige Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik gefordert. Der Verteidiger zweifelte das Gutachten an. Er sieht die Bedingungen für die Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie als nicht erfüllt an.

Das fand auch das Gericht unter Vorsitz von Richter Michael Schweigert. Der riet dem Angeklagten dennoch dringend dazu, die Zeit im Gefängnis für eine Therapie zu nutzen, um seinen Frust in den Griff zu bekommen.

Von Anke Lütjens und Gerko Naumann

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