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Bürger wollen weiter gegen Bordell protestieren

Garbsen Bürger wollen weiter gegen Bordell protestieren

Am Mittwochabend haben im Rathaus erneut etwa 60 Menschen gegen das geplante Großbordell im ehemaligen Praktiker-Markt in Altgarbsen protestiert. In einer teils heftigen Debatte forderten sie die Stadtverwaltung unter anderem auf, das Gebäude zu kaufen, um die Pläne des Investors zu verhindern.

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Rund 60 Bürger protestieren im Garbsener Rathaus mit selbst gemalten Plakaten gegen das geplante Großbordell im ehemaligen Praktiker-Markt.

Quelle: Gerko Naumann

Garbsen-Mitte/Altgarbsen. Der Termin war nicht zufällig gewählt, sagte Organisatorin Erika Böker von der Initiative gegen ein Großbordell in Garbsen. "Wir haben uns am Weltfrauentag hier versammelt, um ein Zeichen zu setzen." Die Arbeitsbedingungen für Frauen in einem solchen Etablissement seien menschenverachtend. Darüber hinaus würde, so befürchten viele der Mitstreiter, das Image Garbsens großen Schaden nehmen. Also schlugen einige Anwesende vor, die Stadt soll den ehemaligen Praktiker-Markt kaufen und dann selbst entscheiden, wofür das Gebäude genutzt wird. Das gleiche fordert auch die Fraktion der Unabhängigen im Rat in einem Antrag an die Stadt.

Den Kauf der Immobilie hält auch Monika Piesker aus Berenbostel für eine gute Idee. "Der Bürgermeister muss jetzt mal Geld rausrücken für das Grundstück", forderte sie und erntete dafür Applaus. Verweise auf die hohen Kosten und die daraus resultierende Belastung für den Haushalt hält die Berenbostelerin für Ausreden.

Natürlich sei der Kauf des Geländes eine mögliche Lösung, entgegnete Stadtbaurat Frank Hauke. Er vertrat Garbsens Bürgermeister Christian Grahl, der zeitgleich beim Niedersächsischen Städtetag in Hameln war. Derzeit sei die Stadt aber vornehmlich in Gesprächen mit dem Eigentümer, um ihn davon zu überzeugen, das Gebäude nicht für ein Großbordell zur Verfügung zu stellen. Die teilweise kritischen und lauten Stimmen der Besucher versuchte Hauke zu beruhigen: "Wir ziehen alle an einem Strang. Sie können sicher sein, dass wir als Verwaltung alles tun werden, um das Projekt zu verhindern." Am Stand der Dinge habe sich bislang nichts geändert: Es gibt lediglich eine Bauvoranfrage. Der Investor wollte also wissen, ob das Projekt an dieser Stelle grundsätzlich zulässig sei. Einen konkreten Bebauungsplan oder sogar eine Baugenehmigung sei noch in weiter Ferne, betonte Hauke.

Die Gegner des Großbordells beeindruckte das wenig. Sie wollen ihre Proteste fortsetzen - "bis wir das Projekt verhindert haben", wie Organisatorin Böker deutlich machte. Erstmals nahmen auch Vertreter eines Vereins an der Kundgebung teil - nämlich vom Sozialverband Havelse. Deren Vorsitzender Erich Pohl forderte andere Vereine auf, es ihnen gleich zu tun und sich der Protestbewegung anzuschließen. "Viele Vereine werden von der Stadt gefördert. Jetzt ist es Zeit, dass wir mal unsere Solidarität mit der Stadt zeigen", sagte Pohl. Gleichzeitig mahnte er, dass die teils heftige Kritik an der Verwaltung nicht zielführend sei: "Es bringt doch nichts, wenn wir uns gegenseitig Vorwürfe machen."

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Stadtbaurat Frank Hauke und Organisatorin Erika Böker sprechen zu den Teilnehmern der Demonstration.

Quelle: Gerko Naumann

Von Gerko Naumann

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