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Bürger in Hab-Acht-Stellung

Garbsen Bürger in Hab-Acht-Stellung

Der geballte Protest von Bürgern und Kommunen hatte Erfolg: Die Stromtrasse Südlink wird nicht als Freilandleitung gebaut. Für viele war das aber erst der Anfang. Jetzt gilt es dem Netzbetreiber Tennet bei der Planung der Erdkabeltrasse auf die Finger zu schauen.

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Quelle: Bürgerdialog Stromnetz

Garbsen. Der Abschluss des Trassenbaus für den Südlink wird von Experten nicht vor 2025 erwartet. In dieser langen Phase hat die Öffentlichkeit eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die Trassenführung zu beeinflussen. „Das Ziel ist, möglichst geradlinig vom Startpunkt zum Endpunkt zu kommen “, sagt Peter Ahmels, Projektleiter bei Bürgerdialog Stromtrasse. Das liegt vor allem daran, dass die Erdverkabelung dreimal so teuer ist wie eine Freilandleitung - im felsigen Mittelgebirge sogar bis zu achtmal. Hindernisse sollen deshalb in einem möglichst kleinen Bogen „zwiebelschalenförmig“, wie es Ahmels beschreibt, umschifft werden.

Allerdings lässt sich eine Trasse unter der Erde nicht überall verwirklichen. Wo Moore, Bebauung oder gar Wälder dem Südlink im Weg sind, müssen die Leitung doch wieder an hohe Masten gehängt werden. Am Ende spielt bei der Trassenfindung also auch eine Abwägung zwischen Kosten und Auswirkungen auf Anwohner und Umwelt eine Rolle. Dennoch rechnet Ahmels nicht mit einem ähnlichen Sturm des öffentlichen Protests wie es ihn gegen die reine Freilandleitung gegeben hatte. "Gefühlt oder richtig: Es sind eine Menge Faktoren weggefallen", sagt er. Sein Arbeitgeber, ein Konsortium mehrerer meinungsbildender Gruppierungen, geht auf eine Initiative der Deutschen Umwelthilfe zurück. Finanziert vom Bundeswirtschaftsministerium hat der Bürgerdialog Stromtrasse ein Ziel: "Wir wollen die Energiewende beschleunigen oder möglich machen", sagt Ahmels.

Die Nähe zum Ministerium macht die Bevölkerung allerdings misstrauisch. "Die Bürger sind in Hab-Acht-Stellung", stellt Pia Beug, aus dem Bürgerbüro des Konsortiums in Hanover fest. Trotz aller Beteuerungen des Bürgerdialogs, sich inhaltlich keine Vorschriften machen zu lassen. Beug und Ahmels machen sich keine Illusionen, diejenigen umstimmen zu können, die den Südlink grundsätzlich ablehnen. Für alle anderen haben sie Schaubilder, Schriften und Erklärungen parat, wie die Erdkabeltrasse beschaffen ist und wann es Möglichkeiten der Einflussnahme gibt. Das ist weit mehr als im gleichen Stadium bei der Planung der Freiluftleitung. Zu weiteren Einzelheiten zur Trassenführung verweisen beide immer wieder auf Tennet.

Der Netzbetreiber muss im Herbst den ersten Grobkorridor vorlegen, der sogleich öffentlich diskutiert werden soll. In möglichst kurzer Zeit - bestenfalls im Verlauf des Jahres 2017 - muss dieser Grobkorridor auf einen maximal 1000 Meter breiten Planungskorridor konkretisiert werden. Erst dann kann ein Planfeststellungsverfahren eröffnet werden.

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