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Frisch in den Rat gewählt - und nun?

Garbsen Frisch in den Rat gewählt - und nun?

Für Claudio Provenzano (37, SPD) und Manfred Kammler (59, AfD) ist vieles neu, wenn in diesen Tagen der Rat der Stadt Garbsen tagt. Beide sind bei der Kommunalwahl erstmals in das Gremium gewählt worden. Sie berichten, was sie sich vorgenommen haben und woher sie die Zeit für das Ehrenamt nehmen.

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Sie wollen etwas für Garbsen bewegen: Manfred Kammler (links) und Claudio Provenzano sind zum ersten Mal in den Rat gewählt worden.

Quelle: Gerko Naumann

Berenbostel/Schloß Ricklingen. Mit 37 Jahren ist Claudio Provenzano eines der jüngsten Mitglieder des neu gewählten Rates. Und trotzdem weiß der Betriebswirt, der als Verkäufertrainer bei VW tätig ist, relativ genau, was auf ihn zukommt. „Ich engagiere mich schon seit meiner frühen Jugend im sozialen Bereich“, sagt er, und dann fügt der zweifache Vater lächelnd hinzu: „Meine Frau kennt es gar nicht anders, wir sind Profis in Sachen Zeitmanagement.“

In die SPD ist Provenzano bereits 2002 eingetreten. Der Kontakt kam zustande, als er in der Jugendarbeit einer Gewerkschaft aktiv war. Für dieses Ehrenamt war der Berenbosteler deutschlandweit unterwegs. Nun habe er sich ganz bewusst entschieden, dass es Zeit sei, „mal etwas rund um den Kirchturm zu verändern“, sagt Provenzano – und meint damit: in Garbsen.

Dass er nun als Vertreter der Bürger in den Rat gewählt ist, sieht Provenzano nicht als Selbstverständlichkeit an. Er hat sich vorgenommen, immer ein Ohr für die Bürger zu haben. Genau das fehle ihm heute in der Politik zu oft: „Wir müssen wieder mehr auf die hören, um die es geht“, sagt Provenzano.

Konkret will sich der 37-Jährige vor allem mit dem Thema Bildung beschäftigen. „Wir brauchen ein hohes Niveau in der Stadt – von der Kita bis zum Universitätsstandort“, sagt der Sozialdemokrat. Außerdem sei es ihm als Betriebswirt wichtig, dass die ansässigen Unternehmen gute Bedingungen vorfinden, denn davon profitierten alle Garbsener. „Dann gibt es genügend Arbeitsplätze, und die Menschen haben Geld, das sie vor Ort ausgeben können.“

AfD will das Eis brechen

Manfred Kammler ist nicht nur neu im Rat, sondern auch noch recht neu in seiner Partei. Das ist auch logisch, denn der 59-jährige hat den AfD-Stadtverband Garbsen 2014 selbst gegründet. Nur zwei Jahre später stellt die AfD eine vierköpfige Fraktion im Rat und hat im Bereich Garbsen, Seelze und Langenhagen 50 Mitglieder – „Tendenz steigend“, wie Kammler sagt. Er betont, dass niemand aufgenommen wird, der „eine zu radikale Einstellung hat“.

Ohnehin will sich der 59-jährige selbstständige Fahrlehrer aus Schloß Ricklingen nicht in eine politische Schublade stecken lassen. „Ich bin nicht rechts, ich stehe für die Mitte“, sagt er. Politisch interessiert sei er schon immer gewesen, habe sich zuletzt in einer Bürgerinitiative gegen den Südlink engagiert. Früher sei er „Fan von Willy Brandt“ gewesen, auch zur CDU habe es mal Kontakte gegeben. Ein Parteieintritt sei aber daran gescheitert, dass ihm ein Mitarbeiter noch vor dem Aufnahmeformular die Kontoverbindung der Partei in die Hand gedrückt habe.

Für die konstruktive Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen stellen solche Erfahrungen aber kein Hindernis dar, sagt Kammler. Er habe umgekehrt eher das Gefühl, dass die Ratsmitglieder anderer Parteien die Vorgabe „von oben“ hätten, nicht mit der AfD zu sprechen. „Deshalb wollen wir vernünftig mit allen umgehen und sinnvolle Vorschläge machen, um das Eis zu brechen“, kündigt der Ratsneuling an. Der erste entsprechende Antrag sei sogar schon fertig. Zur Verkehrsberuhigung an der Leistlinger Straße fordert die AfD einen Fußgängerüberweg.

Von Gerko Naumann

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