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DRK-Helfer üben den Transport von Verletzten

Garbsen DRK-Helfer üben den Transport von Verletzten

60 Ehrenamtliche bilden den ersten Einsatzzug des Roten Kreuzes in der Region Hannover, der seinen Sitz in der Wache am Planetenring im Stadtteil Auf der Horst hat. Alle 14 Tage treffen sich bis zu 60 Helfer zum Dienstabend. Nun haben sie den sicheren Transport von Verletzten geübt. Ein Besuch.

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Mit vereinter Kraft: Hans-Herrmann Schreiber (von links), Torsten Schulze und Stefanie Tensfeldt sorgen dafür, dass Robin Koch auf der Trage ohne weitere Schäden im Rettungswagen ankommt.

Quelle: Gerko Naumann

Auf der Horst. Alant Orant kniet über seinem Kollegen Robin Koch, der die Rolle des Patienten spielt. Er hält dessen Kopf mit beiden Händen vorsichtig fest. Dabei gibt er den anderen Ehrenamtlichen beim DRK-Dienstabend klare Anweisungen: "Ihr müsst immer miteinander und mit dem Patienten sprechen. Kommunikation ist im Einsatz das A und O". Mit ein paar offenbar häufig geübten Handgriffen legen die Angesprochenen dem Patienten-Darsteller ein sogenanntes Stiff Neck an. Das ist eine Kunststoffmanschette, mit der der Hals des Patienten stabilisiert wird.

Dann heben die Sanitäter Koch, der alles ohne zu zucken über sich ergehen lässt, mit vereinten Kräften auf eine Trage. Die schieben die sie anschließend unfallfrei durch die Flure der Wache - was angesichts der engen Platzverhältnisse erstaunlich schnell geht. Vor der Tür steht der Rettungswagen schon bereit. Keine 30 Sekunden und einen letzten Kraftakt später liegt Koch sicher verschnürt auf der Trage, und die Blaulicht-Fahrt ins Krankenhaus könnte starten.

Alle sind ehrenamtlich tätig

Thomas Och hat sich das Treiben aus einiger Distanz angesehen. Ab und zu nickt der Zugführer zufrieden, einzugreifen braucht er heute nicht. "Das sind zum Teil ausgebildete Rettungssanitäter. Die wissen, was sie tun", sagt Och. Und doch sind alle, die zum Einsatzzug des DRK gehören, ehrenamtlich dabei. Der hauptamtliche Rettungsdienst wird in Garbsen seit einigen Jahren von den Johannitern in Berenbostel geleistet. Wenn die personell an ihre Grenzen kommen, stehen bis zu 60 DRK-Ehrenamtliche der Schnelleinsatzgruppe parat. "Wir werden bei Großereignissen wie Bränden, Bombenräumungen und Unfällen auf der Autobahn angefordert, um Polizei, Feuerwehr und den Rettungsdienst zu entlasten", erklärt Zugführer Och. Auf solche Fälle müssen die Einsatzkräfte vorbereitet sein, deshalb treffen sie sich alle 14 Tage zum Üben.

Im Dienstplan für den August stehen auch zwei sogenannte Sanitätsdienste. Die DRK-Helfer haben dabei Aufsicht bei zwei Sportveranstaltungen. Das sind ein Judo-Turnier des Garbsener SC und ein Wettkampf des Reit- und Fahrvereins Stelingen. Beides sind Sportarten bei denen erfahrungsgemäß Unfälle passieren können, sagt Och. Das ist der Grund, warum er den Umgang mit Patienten als Thema für den Dienstabend gewählt hat. "Gerade bei Verletzungen am Nacken oder Rücken müssen die Patienten so schonend wie möglich transportiert werden", betont Och.

Freundschaften fürs Leben entstehen

Derweil gehen die Teilnehmer des Dienstabends im Nebenraum zum gemütlichen Teil über. Die Frauen und Männer plaudern bei einem Getränk über den anstehenden Urlaub und andere private Dinge. Auch das gehört dazu, erklärt Ochs Stellvertreter Markus Peter. "Die gute Kameradschaft ist für viele die wichtigste Motivation. Hier sind schon Freundschaften fürs Leben entstanden."

Nachgefragt bei: Fadi Shouman (33), der vor zwei Jahren aus Syrien geflüchtet ist.

Wie kam der Kontakt zum DRK zustande?

Nach meiner Ankunft in Deutschland hatte ich Zeit, und ich wollte etwas Positives machen. Zufällig liegt meine Wohnung direkt nebenan. Da habe ich einfach mal gefragt, ob sie noch jemanden brauchen. Zwei Wochen später kam der Anruf. Seitdem bin ich dabei.

Hatten Sie schon Erfahrung im Rettungsdienst?

Ja, ich war in Syrien beim Roten Halbmond tätig. Das ist der Partner vom Roten Kreuz. Da habe ich am Wochenende mitgeholfen. In der Woche habe ich bis zu meiner Flucht in einer Bank gearbeitet.

Im Krieg haben Sie bestimmt viele schlimme Dinge gesehen.

Das haben alle dort. In Syrien sind solche Bilder fast schon Normalität, man erlebt jeden Tag Gewalt. Ich war in zerbombten Städten und habe Verletzte versorgt. So konnte ich immerhin ein bisschen helfen.

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Fotostrecke Garbsen: DRK-Helfer üben den Transport von Verletzten

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Von Gerko Naumann

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