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Leben in Osterwald spielt sich in Vereinen ab

Garbsen Leben in Osterwald spielt sich in Vereinen ab

"Willkommen im Dorf der Koppelknechte" steht auf Schildern an den Eingängen nach Osterwald. Sie sollen an die Zeit erinnern, in der dort Pferdehändler den Ort geprägt haben. Heute spielt sich das Leben vor allem in den Vereinen ab, berichtet Ortsbürgermeister Jürgen Haase beim Ortsspaziergang.

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Naherholung mitten in Osterwald: Auf der Naturerlebniswiese fühlt sich Ortsbürgermeister Jürgen Haase besonders wohl.

Quelle: Gerko Naumann

Osterwald/Heitlingen. Der Terminkalender von Ortsbürgermeister Jürgen Haase ist prall gefüllt. Und das liegt nicht nur daran, dass er in Osterwald Unterende ein Logistikunternehmen mit 30 Mitarbeitern führt. Auch nach Feierabend ist der 51-Jährige viel im Ort unterwegs - als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Osterwald Oberende, beider Schützenvereine im Ort, des Sportvereins und des Heimatvereins. "Damit bin ich eine Art Prototyp des Osterwalders", sagt Haase. Denn die Vereine in Osterwald, das besagen Zahlen aus dem Rathaus, haben im Vergleich zu anderen Stadtteilen einen überdurchschnittlich hohen Zulauf.

Sportverein ist der größte der Stadt

Darauf ist der Ortsbürgermeister stolz. Allein der SV Wacker Osterwald mehr als 1300 Mitglieder und ist damit der größte Verein in Garbsen. Die Feuerwehr ist mit 900 Unterstützern ebenfalls die größte Abteilung im Stadtgebiet, sagt Haase, der außer für Osterwald Oberende und Unterende auch für Heitlingen zuständig ist. "In unseren Orten ist fast jeder zweite der 8000 Einwohner in einem Verein aktiv", sagt Haase. Dadurch werde vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl des sogenannten Straßendorfes gestärkt. Diesen Beinamen trägt Osterwald, weil sich fast alles entlang der etwa sieben Kilometer langen Hauptstraße abspielt. Außerdem habe die Arbeit in den Vereinen noch einen weiteren positiven Effekt auf die Jugend, betont Haase: "Meiner Meinung nach ist das Ehrenamt die beste Sozialarbeit." Wer von Anfang an in der Gemeinschaft tätig sei und Verantwortung für andere übernehme, gerate seltener in Gefahr, auf dumme Gedanken zu kommen.

Was mit engagierter Vereinsarbeit erreicht werden kann, zeigt Haase, als er von der Hauptstraße zur Naturerlebniswiese abbiegt. Mit der Unterstützung vieler Spender und fleißiger Helfer des Heimatvereins ist hier der neue grüne Mittelpunkt Osterwalds entstanden. Außer einer Remise und einem Musikpavillon schmücken viele neu gepflanzte Bäume das Gelände - demnächst soll noch ein Storchennest dazukommen. "Hier ist ein richtiges kleines Naherholgungsgebiet mit Blick auf die Osterwalder Feldmark entstanden. Der Platz lädt einfach zum Verweilen", sagt Haase, nachdem er es sich auf einer Holzbank gemütlich gemacht hat. Kindergartengruppen und Schulklassen seien regelmäßig auf dem Gelände unterwegs, um die heimische Natur zu entdecken. Demnächst ist zudem ein Handwerker- und Bauernmarkt geplant.

Das Denkmal bröckelt

So schön ist es allerdings nicht überall in Osterwald. Ein paar Straßen weiter fällt Haase das am Großen Weg Denkmal auf, das an die Toten der beiden Weltkriege erinnern soll. "Hier besteht Handlungsbedarf", sagt der Ortsbürgermeister. Das Denkmal muss saniert werden, die Namen darauf sind teilweise kaum noch zu lesen. Als Ratsmitglied will sich Hasse dafür einsetzen, dass sich das ändert. Die Sanierung des Denkmals wird mit geschätzten 20.000 Euro aber nicht ganz billig. Trotzdem hält Haase diese Investition für unverzichtbar: "Auch künftige Generationen sollen sich daran erinnern, was während der Kriege geschehen ist."

Für die Zukunft Osterwalds hat Haase noch einen anderen Wunsch, der kaum in Geld zu beziffern ist. "Gerade in Oberende ist vieles von der früheren Infrastruktur weggebrochen. Dort fehlt dringend ein Nahversorger", sagt Haase. Er ist in Hannover geboren und in Osterwald Oberende aufgewachsen. In seiner Kindheit gab es noch einen Bäcker und einen Fleischer - davon ist nichts geblieben. "Vor allem für ältere Menschen ist es nicht schön, wenn sie weit fahren müssen", sagt der Ortsbürgermeister.

Das sind Osterwald und Heitlingen

Osterwald ist der nördlichste Stadtteil Garbsens – und gleichzeitig der flächenmäßig größte. Der Osterwalder Wald reicht bis zur Neustädter Moorgest. Überhaupt: Vor 1300 war Osterwald ein großes Moorgebiet. Die Endung „-wald“ weist auf eine hochmittelalterliche Neuansiedlung hin. Erwähnt wurde der Ort erstmals im Jahr 1247.

Im 17. Jahrhundert war Osterwald für seine Pferdehändler bekannt. 1689 waren 24 im Dorf, das belegen Urkunden. Ins Jahr 1831 fällt die verwaltungstechnische Teilung in Oberende und Unterende. „es gibt bis heute eine gesunde Rivalität zwischen den Vereinen, zum Beispiel bei sportlichen Wettkämpfen“, berichtet Ortsbürgermeister Jürgen Haase.

Auch Heitlingen gehört zum Einzugsgebiet des Ortsrats Osterwald. Der kleinste Ort Garbsens hat 648 Einwohner und ist 5,72 Quadratkilometer groß. Es gibt nur wenig Infrastruktur, dafür viel Natur, Reiterhöfe und einen Kindergarten, der sich aus einer Elterninitiative entwickelt hat. Bekannt ist der Ort für die Veranstaltungsreihe Heitlinger Herbst. Der Künstlertreff öffnet – wie der Name schon erahnen lässt – im Herbst im Pferdestall des Gut Thiele.kon

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Von Gerko Naumann

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