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Mit Romeo, Julia und Hamlet zum Job

Garbsen/Auf der Horst Mit Romeo, Julia und Hamlet zum Job

Es funktioniert schon zum dritten Mal in Garbsen, und in Langenhagen, Seelze, Barsinghausen, Lehrte und Hannover war das Projekt auch erfolgreich: „mach:ART“ versucht, Jugendlichen bei der Integration in den Arbeitsmarkt auf zwei Arten zu helfen. Sie lernen das Theaterspielen, und sie bemühen sich parallel um eine Ausbildung oder einen Beruf.

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Präsenz, Textsicherheit und Musikalität beweise die Teilnehmer in dieser Szene aus dem selbst erarbeiteten Stück mit Motiven nach Romeo und Julia, Hamlet und Faust.

Quelle: Bernd Riedel

Auf der Horst. Der Ansatz scheint auf den ersten Blick nicht so schlüssig: Theater und Jobcoaching? Aber der Zusammenhang ist sehr schnell hergestellt: „Ein Bewerbungsgespräch entspricht in gewisser Weise den Anforderungen einer Rolle“, sagt Projektleiter Oliver Ronning von der ausführenden Agentur defakto aus Bochum, „dabei kommt es auch auf Präsenz, Textsicherheit und pointierte Darstellung an.“

Dem zusammen mit dem Theaterpädagogen Kamran Bozorgnia erarbeitete Stück haben die 16 jungen Menschen den Titel „Wir spielten Romeo und Julia“ gegeben. Es fügt Motive aus Shakespearestücken, darunter auch Hamlet, mit Faust-und-Mephisto-Motiven zusammen: auf der Basis eigener Erfahrungen, verankert in ihrer eigenen Lebenswelt, formuliert in ihrer Sprache. Konzeption und Text haben sie unter Anleitung selbst entwickelt. Und so fiel das Erlernen der Texte sehr leicht, weil die Szenen bei der Probenarbeit entstanden und alle daran beteiligt waren.

Die 20-jährige Asli-Dudu hat wie die meisten anderen über eine Probewoche zum Projekt gefunden: „Ich hatte sofort Spaß an den Improvisationsübungen, es fiel mir plötzlich leicht, aus mir herauszukommen.“ Julia (21) überzeugte das Grundkonzept: „Wir sind zwar momentan auf der Suche nach Arbeit, trotzdem können wir gute Leistung bringen. Wir können zeigen, dass wir was auf dem Kasten haben.“ Und Samil (20) fühlt sich „wie in einem Netz aufgefangen“. Er scheiterte vor Kurzem am Abitur und wusste plötzlich nicht mehr, wie seine Zukunft aussehen sollte: „Der Stress ist jetzt weg, und ich werde gut beraten.“

Das neunmonatige Projekt wird, parallel zum Bühnengeschehen, in drei Akten inszeniert: Der erste Akt dient dem Kennenlernen in der Gruppe, der Zielplanung, und es werden die Theatergrundlagen erarbeitet. Im zweiten Akt werden die Rollen verteilt, das Stück durchgeplant, die Texte verfasst, und Jobcoach Christine Brussig bespricht mit den Teilnehmern das Vorgehen in der Arbeitswelt und vermittelt Praktika. Zum zweiten Akt gehört die Premiere auf der Bühne. Im dritten Akt, also nach der Theaterarbeit, bei der sie sich über sich selbst und ihre Wünsche und Berufsziele klar geworden sind, schließt sich ein zehnwöchiges Praktikum in einem Betrieb an. Die Teilnehmer bleiben dabei nicht allein: Das Coaching läuft weiter, die Gegebenheiten und Erfahrungen in den Betrieben werden in der Gruppe besprochen.

„Bei der Suche nach Ausbildungsstellen gehen wir von Anfang an konkret vor: Die Jugendlichen müssen artikulieren, was ihnen wichtig ist, welche Werte und Ziele sie haben, und welche Berufe auf keinen Fall infrage kommen“, sagt Brussig. „Es ist eine Kosten-Nutzen-Rechnung: langfristig überwiegt der Nutzen. Die Erfolge sind gut, und die Leute sind zufrieden mit dem, was sie erreicht haben“, sagt Carsten Jakubowski von der Jugendberufsagentur, die das Projekt finanziert.

Die Premiere des Stücks „Wir spielten Romeo und Julia“ beginnt am Mittwoch, 27. Juli, um 19 Uhr in der Aula Planetenring. Der Eintritt ist frei. Die zweite Aufführung ist am Tag darauf, ab 19 Uhr.

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Die Verantwortlichen hinter dem Projekt (von links): Carsten Jakubowski (Jugendberufsagentur), Christine Brussig (Jobcoach), Regissur und Theaterpädagoge Kamran Bozorgnia und Oliver Ronning von defakto.

Quelle: Bernd Riedel
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