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Denkmalpflege mit der Heckenschere

Garbsen/Schloß Ricklingen Denkmalpflege mit der Heckenschere

Seit zwei Jahren pflegt der Dorfentwicklungs- und Traditionsverein Schloß Ricklingen (DTV) das Albrecht-Denkmal auf der Anhöhe am Leineufer. Dort soll der Sachse Herzog Albrecht 1385 bei der Belagerung der Burg Ricklingen, die in der Hand der Ritter von Mandelsloh war, von einem Stein aus einer Wurfmaschine tödlich getroffen worden sein

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Willi Thiele und Hans-Peter Wendorff vom DTV pflegen das Denkmal.

Quelle: privat

Schloß Ricklingen. Das Denkmal gehört der Region Hannover. Weil Mitglieder des DTV sich darüber ärgerten, dass der Platz wenig gepflegt aussah, trafen sie mit der Regionsverwaltung die Übereinkunft, die Pflege zu übernehmen. Dafür gibt es ein Entgelt von 500 Euro im Jahr, Geld, das auch der Platzpflege zugute kommt. Der DTV hat Bänke und Tische aufgestellt. „Die werden besonders jetzt zur Urlaubszeit auch ausgiebig genutzt“, sagt Hans-Peter Wendorff vom DTV, „leider gibt es immer wieder Menschen, die nach einer ausgiebigen Rast ihren Müll liegen lassen“ – den die Mitglieder des DTV wieder aufsammeln.

Das Denkmal erinnert an ein folgenschweres Ereignis aus dem Jahr 1385: Der Sachsen-Herzog Albrecht, vom Kaiser nach dem Aussterben des älteren Hauses Lüneburg in vormals welfische Rechte eingesetzt, ist der Überlieferung nach dort bei der Belagerung der Burg Ricklingen von einem Stein an der Hüfte oder dem Oberschenkel getroffen worden und erlag wenige Wochen später, am 28. Juni, den schweren Verletzungen.

Letztlich ging es bei der Fehde mit den Rittern von Mandelsloh um die Durchsetzung der Herrschaftsrechte. Denn der Kaiser verlieh sie nur, durchsetzen musste man sie selbst. Albrechts Tod hatte weitreichende Folgen: Er machte es möglich, dass die Welfen sich die Rechte an Lüneburg zurückerkämpften. Führender Kopf der Mandelsloher war Dietrich. Die Mandelsloher gerieten später auch mit den Welfen in Streit.

Dietrich wurde dabei Wortführer für die Rechte der Stadt Lüneburg. Er wurde 1396 unter Vorspiegelung freien Geleits bei Lohnde in einen Hinterhalt gelockt und anscheinend vom Welfenherzog Heinrich eigenhändig ermordet, seine Leiche geschändet. Der Dietrich-von-Mandelsloh-Weg in Lohnde erinnert daran.
Die Mandelsloher haben in der welfischen Überlieferung den Ruf von Raubrittern. Das ist mit Vorsicht zu genießen. In der Lüneburger Überlieferung kommen sie weit besser weg. Die Wahrheit wird in der Mitte liegen.

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Denkmal mit tödlichem Stein: Der Welfe Herzog Albrecht soll an dem Platz von einem Stein, geschleudert mit einer Blide (einem Katapult), tödlich getroffen worden sein.

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Quelle: Bernd Riedel
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Von Redakteur Bernd Riedel

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