Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Kepler war Theologe mit Weitblick

Garbsen Kepler war Theologe mit Weitblick

Wer war eigentlich Willehad? Und welche Verdienste haben Wilhelm Langrehr und Heinz Priebe, dass Stadien und Sporthallen nach ihnen benannt wurden? Manche Namenspatrone von Kirchen, Schulen und anderen Gebäuden sind der Öffentlichkeit kaum noch bekannt. Die kleine Sommerserie der Lokalredaktion Garbsen will Gedächtnishilfe leisten. Heute: Johannes Kepler.

Voriger Artikel
Warum sind Keller in Garbsen vollgelaufen?
Nächster Artikel
Geparkte Autos machen Kleine Straße zu schmal

Auch äußerlich trägt das Johannes-Kepler-Gymnasium seinem Namensgeber Rechnung - mit bunten Planeten und einer Darstellung des Sonnensystems.

Quelle: Gerko Naumann

Auf der Horst. Das Johannes-Kepler-Gymnasium trägt den Namen eines der berühmtesten Astronomen, Theologen und Mathematikers. Es hat lange gedauert, bis sich die Benennung des Gymnasiums nach Kepler durchgesetzt hatte. Umso intensiver bemüht sich die Schule heute um ihren Namenspatron. Kein Schüler kommt an der Beschäftigung mit dem Namensgeber so einfach vorbei. "Wir haben in der Pausenhalle eine Büste von Johannes Kepler, die ist vor eineinhalb Jahren erstellt worden", sagt Schulleiter Dieter Schwandt.

Außerdem gibt es regelmäßig die sogenannten Kepler-Tage, bei denen mehrere Klassen Figuren zu Themen des Astronomen gestalten. Das Schulgebäude schmücken Modelle und Graffiti mit Weltall-Motiven. "Alle Schüler müssen sich einmal in ihrem Schulleben mit Johannes Kepler beschäftigen - das sind wir unserem Namenspatron schuldig", sagt Schwandt.

Der Namenspatron des Gymnasiums am Planetenring wurde 1571 im schwäbischen Weil geboren. Mit dem Vater verstand er sich nicht gut. Zu seiner Mutter hatte der Astronom ein wesentlich besseres Verhältnis. Sie legte auch den Grund für sein Interesse an Planeten und Sternen. Sie zeigte ihm den großen Kometen von 1577 und die Mondfinsternis von 1580 und weckte so sein Interesse. Katharina Kepler kannte sich außerdem mit der Wirkung von Kräutern und der Heilung von Krankheiten aus. 1615 wurde sie in einem Hexenprozess angeklagt. Ihr Sohn verteidigte sie und rettete sie knapp vor dem Scheiterhaufen.

1589 begann Kepler ein Theologiestudium am Evangelischen Stift in Tübingen. Dort bewies der Forscher ausgesprochenes mathematisches Talent. Außerdem lernte Kepler das sogenannte heliozentrische Weltbild des Astronomen Nikolaus Kopernikus kennen. Schnell entwickelte sich Kepler zu einem Verfechter der Idee seines Berufskollegen: Die Sonne ist der Mittelpunkt des Sonnensystems, und die Planeten bewegen sich auf Bahnen um sie herum. Bis dahin galt die von Gott geschaffene Erde als Mittelpunkt, die Kirche beobachtete Keplers Theorien mit Argwohn. Davon ließ sich der Forscher nicht beirren und entwickelte die sogenannten Keplerschen Gesetze. Diese drei Gesetzmäßigkeiten beschreiben den Umlauf der Himmelskörper um die Sonne. 

Das Johannes-Kepler-Gymnasium erinnert seit Anfang der siebziger Jahre an den Astronomen. Am 28. August 1968 entstand die Lehranstalt, damals noch unter der Bezeichnung Gymnasium Garbsen und in den Räumen der Osterbergschule. Im Jahrbuch zum zehnjährigen Bestehen wurde schon laut über eine Umbenennung nachgedacht. In einem Preisausschreiben für den neuen Namen setzte sich die Benennung nach Johannes Kepler durch. Es dauerte allerdings noch bis zum 20-jährigen Jubiläum, bis alle zuständigen Gremien zugestimmt hatten.

Von Benjamin Behrens

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6xgcte8m57t1jrkfw6y2
Schüler diskutieren über Zukunft der Ozeane

Fotostrecke Garbsen: Schüler diskutieren über Zukunft der Ozeane

Lebensart-Garbsen

Viele interessante Informationen, Adressen und Unternehmen aus Hannovers Nachbarort finden Sie im innovativen Netzwerk "Lebensart Garbsen". mehr