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Torfhütte zieht aus Neustadt ins Mooriz

Garbsen/Resse Torfhütte zieht aus Neustadt ins Mooriz

Seit kurzem hat das Moor-Informationszentrum Mooriz in Resse eine neue Attraktion für Besucher: Im Außenbereich am Minimoor ist nach dreimonatiger Bauzeit eine Torfhütte nach Muster alter Schutzhütten entstanden.

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Horst Gieseke und Wolfgang Bayer (links Bild) vor der fertigen Torfhütte am Mooriz. Innen hängen unter anderem typische Stücke aus der Zeit des Torfabbaues.

Quelle: Nico Schlüter/Mooriz

Resse. Torfhütten hatten zwei Funktionen: In den Hütten wurden vorgetrocknete Soden aufgeschichtet und vor Wind und Wetter bis zum Abtransport geschützt. Darum waren die Torfhütten winddurchlässig gebaut. Die Hütten dienten den Moorbauern außerdem als Schutz. Hütten dieser Art fanden sich oft überall dort, wo Torf gestochen wurde. Das größte Dorf mit Moorbesitz im Raum Garbsen war Osterwald. Torf wurde außerdem im Bereich des heutigen Garbsen-Mitte, an der Burgstraße und in Altgarbsen gestochen. Straßennamen wie Tiefes Moor und Vor dem Moore erinnern daran.

In Resse haben die Baumeister und Mooriz-Betreuer Horst Gieseke und Wolfgang Bayer 110 Stunden Ehrenamtsarbeit aufgewendet, um die Torfhütte wetterbeständig und stabil aufzubauen. Ein Holzstamm-Fachwerk dient als Gerüst. Nachdem es stand, wurden Fachwerke in vielen Stunden akribischer Kleinarbeit mit alten Torfsoden ausgefüllt. Als Dach dient eine Holzplatte mit  - nicht originalgetreuer - Schutzplane, eingedeckt mit witterungsbeständigem Stroh, in Birkenholzstämme eingefasst.

Die Idee entstand, als das Torfmuseum 2015 in Neustadt aufgelöst wurde. Die Torfhütte war dort ausgestellt, allerdings als Indoor-Variante. Mit Torfsoden als Wandverkleidung war sie in eine Nische gebaut. Das Mooriz meldete Interesse an und bekam die Torfhütte mit weiteren Exponaten, unter anderem einem echten Moorprofil, von der Region Hannover zugesprochen.

Weil der Aufbau der Hütte in den Ausstellungsräumen des Mooriz aus Platzgründen nicht möglich war, begann Horst Gieseke mit den Plänen und der Statik für den Bau im Außenbereich am Minimoor. Wolfgang Bayer stieg als tatkräftiger Unterstützer mit ein.  Neben dem neuen Fachwerkgerüst bestehen die Wände und der Boden nun aus den Torfsoden der Hütte in Neustadt. Das alte, nicht wetterbeständige Strohdach wurde für eine Lagerstatt innerhalb der Hütte genutzt. Außerdem sind einige Deko-Gegenstände aus früheren Zeiten eingezogen, so dass die Hütte einen äußerst wohnlichen Charakter bekommen hat.

Das Mooriz, Altes Dorf 1b, 30900 Wedemark, ist mittwochs bis sonntags
von 11-17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Führungen an die Moore
bietet das Team nach Vereinbarung an. Erwachsene zahlen dafür 4 Euro,
Kinder ab zehn Jahren 2 Euro. Für Schulklassen gibt es Ermäßigung. Mehr im Internet auf www.mooriz.de.

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Von Redakteur Markus Holz

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