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Ein Dorf rettet seine Kirche

Schloss Ricklingen Ein Dorf rettet seine Kirche

Rund 16 Monate wurde in der Kirche gehämmert, gesägt und gewerkelt: Schloß Ricklingen hat seine Kirche gerettet – mit mehr als 1000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit und mit enormen 64.775 Euro Spenden. Seit Sonntag ist der Barockbau wieder geöffnet.

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Helfer hieven fast fünf Meter lange Kirchenbänke über die kostbaren Priechen.

Quelle: Henning

Garbsen. Es ist eigentlich kaum in Worte zu fassen, was da in den vergangenen 16 Monaten passiert ist. Was als Erneuerung der Kirchenheizung geplant war, wuchs sich aus zu einer Belastungsprobe für die Gemeinde und das Dorf. 

Seit Sonntag ist das Schmuckstück geöffnet, und in den Köpfen kehrt wieder so etwas wie Normalität ein. Im September 2014 sollte die Kirche fertig sein, da hatten die Arbeiten noch nicht einmal beginnen können. Weihnachten 2014 und Ostern 2015 hießen die nächsten Ziele. Die Konzertsaison 2014/15 fiel in den Schutt. Was war passiert? Mit der Heizung kam die marode Elektrik zutage sowie morsche Kirchenbänke, nasser Putz, Beton als Sandsteinpflaster im Boden und Schimmel im Staub auf dem Stuck, weil zwei Jahre lang nicht geheizt werden konnte. Ein Desaster jagte das nächste. Und mit jedem Schaden stieg der Preis. Eine der letzten – freiwilligen – Entscheidungen: Runderneuerung der Beleuchtung für 20.000 Euro, weil die Wände ja offen waren und die Gerüste standen. Pastorin Susanne Sander erlebte spätestens an dieser Stelle große Skepsis, weil sie mehrfach um Spenden hatte bitten müssen.

310.000 Euro stecken jetzt im Gebäude, dafür sind enorme Bausünden der Vorjahre beseitigt. Für alle Helfer ist die Skepsis seit Freitagabend, spätestens aber seit Sonntag, geringer, weil dieses Licht den Schmuck der Kirche so wirkungsvoll in Szene setzen kann wie nie zuvor. Was Schloß Ricklingen geleistet hat, hat einen Ritterschlag erhalten: Die Klosterkammer Hannover hat sich beteiligt. Das macht sie sonst (fast) nie, weil sie selbst jährlich 8 Millionen Euro für ihre Denkmale aufbringen muss. „Die Förderung ist eine exquisite Ausnahme, weil die Kirche einzigartig ist in Norddeutschland, weil die Gemeinde selbst so Großes geleistet hat und weil sie vielfältig angenommen wird. Es ist einfach ein grandioser Raum“, sagte Klosterkammerdezernentin Anna Mohr in ihrem Grußwort zur festlichen Wiedereröffnung am Sonntag.

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Von Redakteur Markus Holz

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