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Ein kleiner Pikser kann Leben retten

Stelingen Ein kleiner Pikser kann Leben retten

Operation, Unfall oder Krebs: Jeder kann plötzlich in eine Situation kommen, in der er Blutplättchen oder -plasma benötigt. Doch genügend Spender zu finden wird immer schwieriger.

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Teamleiterin Yvonne Holzhauer vom Blutspendedienst Springe sticht Marnie Haarmann die Nadel in den Arm. Ein halber Liter Blut wird ihr abgezapft.

Quelle: Anke Lütjens

Garbsen. Für die zehn Helferinnen des DRK-Ortsvereins beginnt die Arbeit bereits Stunden vor der eigentlichen Blutspende. Die Räume der Grundschule müssen hergerichtet, Plakate aufgehängt, die Anmeldung eingerichtet werden. Außerdem müssen das opulente Büfett und Getränke bereitstehen, wenn die Spender kommen. Die meisten spenden bereits zum wiederholten Mal. Frauen dürfen viermal im Jahr spenden, Männer bis zu sechs Termine wahrnehmen. Die acht Garbsener DRK-Ortsvereine organisieren im Schnitt jährlich je drei Spendetermine.

Martina Finke und Tochter Tessa sitzen an der Anmeldung. Dort werden die Spenderausweise eingescannt, der Anmeldebogen und ein Informationsblatt ausgedruckt. Marnie Haarmann und ihr Freund Kai Schenitzki sind zum Spenden gekommen. Sie ist das zweite Mal dabei, er ist Erstspender. Nach dem Ausfüllen der Formulare gehen sie zur Voruntersuchung. Andrea Hebbel vom DRK-Blutspendedienst in Springe misst Temperatur und Eisenwert. Es folgt die ärztliche Untersuchung.

Bei Uwe Starke erhalten die jungen Leute Spendebeutel, Kanüle und Probenröhrchen. Der Beutel bekommt einen Aufkleber mit Barcode für die Daten. Teamleiterin Yvonne Holzhauer sticht routiniert die Nadel ein, jeweils einen halben Liter Blut sowie einige Proben für das Labor zapft sie dem Paar ab. Erstspender Schenitzki bleibt cool: „Ist gar nicht schlimm.“

14 Teams sind täglich für den Blutspendedienst im Einsatz. Das Verbreitungsgebiet umfasst Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bremen. Nach der Ankunft im Zentralinstitut in Springe werden die Konserven zu drei Produkten weiterverarbeitet: Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Thrombozythen (Blutplättchen) sowie Blutplasma. Parallel läuft die Untersuchung der Proben im Labor. Sollte ein Test Hepatitis, HIV oder Syphilis anzeigen, wird die Spende sofort aus der Produktion gezogen. Das Blutplasma wird schockgefroren und ein Jahr gelagert, bevor es für die Medikamentenforschung freigegeben wird. Rote Blutkörperchen halten sich 49 Tage, Blutplättchen nur vier Tage.

Daher ist der Blutspendedienst ständig auf neue Spender angewiesen. Eine weiteres Problem ist die schwankende Nachfrage der Kliniken. Hatten diese früher feste Kontingente, fordern sie heute nach Bedarf an. „Die Herausforderung liegt darin, die richtige Blutgruppe zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben“, sagt Hauptabteilungsleiter Markus Baulke. Daher sollte Blutspenden eine Selbstverständlichkeit sein, meint er.

von Anke Lütjens

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