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Gedächtnistraining nach Japan bringen

Horst Gedächtnistraining nach Japan bringen

Ellen Prang hat so ihre eigenen Methoden, Gedächtnisse zu trainieren. Mediziner aus Japan sind auf die Autorin aufmerksam geworden und laden sie zum zweiten Mal ein.

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Ellen Prang bereitet mit der Loci-Methode ein Vokabeltraining für die Japaner vor.

Quelle: Dettmer

Garbsen. Gedächtnistrainerin Ellen Prang stellt im nächsten Monat ihre Methoden im Ujigawa-Hospital in Kyoto und im Seitan Gakuen Medical Welfare College in Nara vor.

„Drei japanische Mediziner fanden mein Buch über das Gedächtnistraining so interessant, dass sie es übersetzen und in Japan verlegen ließen“, sagt Prang. „Die Krankenschwestern und Altenpfleger dort waren von den Methoden, das Gedächtnis zu verbessern, begeistert, da sie auch auf Demenzkranke angewendet werden können.“ Daher luden sie Prang bereits 2004 das erste Mal ein, um ihnen den Buchinhalt auch praktisch näherzubringen. „Damals war die Gedächtnisschule noch ziemlich unbekannt“, sagt sie.

Ziel des Trainings sei es, möglichst viele unterschiedliche Bereiche des Gehirns anzusprechen und sie so zu vergrößern. Bei Menschen mit Demenz - wie es sie im Ujigawa-Hospital in Kyoto sehr häufig gibt - geht das besonders gut über Musik, weil an sie oft viele Erinnerungen geknüpft sind. Die Erkrankung könne zwar so nicht geheilt, aber zumindest aufgehalten werden. Deshalb beginnt Prang ihre Kurse auch immer mit einer musikalischen Einheit und etwas Gymnastik.

Elf Jahre später ist nun ein zweiter Besuch geplant. Die Japaner fasziniere besonders, wie deutsche Senioren leben und wie unser Rentensystem funktioniere. Das gebe es dort so nicht.

Die Verständigung wird größtenteils über einen Dolmetscher erfolgen. „Ich habe im letzten halben Jahr Japanischkurse besucht und kann jetzt immerhin die Begrüßung übernehmen“, berichtet Prang stolz.

Neben den Vorträgen in Nara und Kyoto verbindet sie die Reise auch mit Urlaub. So möchte Prang mit ihrem Mann unter anderem die Insel Okinawa besuchen, auf der 740 über 100-Jährige leben und auch erforscht werden. „Das ist für mich als Gerontologin besonders interessant“, erzählt sie.

Wenn Prang ihre Reise in etwa einem Monat beendet hat, wird sie von ihren Kursteilnehmern bereits sehnsüchtig erwartet werden. Prang, die vielen auch als Leiterin der nicht mehr bestehenden Garbsener Berufsfachschule Altenpflege und Altenpflegehilfe bekannt ist, genießt nicht einfach nur den Ruhestand, sondern ist beispielsweise im Wohnwinkel als Gedächtnistrainerin aktiv.

Im Februar beginnt Prang auch mit einem neuen Kurs an der VHS, der vor allem als Weiterbildung für Pflegekräfte gedacht ist und diese zu Gedächtnistrainern ausbildet. Damit sollen auch hiesige Senioren fit im Kopf bleiben können. Dabei helfen Prang ihre „Aktivierungskarten für die Kitteltasche“, die mit unterschiedlichen Aufgaben das Gedächtnis fördern sollen.

Von Julia Dettmer

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