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Hunger auf mehr Sprache

Garbsen Hunger auf mehr Sprache

18 Erzieherinnen aus den Kitas des Paritätischen Vereins Garbsen kennen sich jetzt richtig gut mit Sprache aus. Für Kinder und Eltern bedeutet das, dass die Erzieherinnen Kinder noch gezielter fördern können. Die Ausbildung hat die Erzieherinnen auf den aktuellen Stand der Forschung gebracht - und ein Vorurteil korrigiert.

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Der Paritätische Verein Garbsen stellt sein Sprachlernkonzept vor: 18 Erzieherinnen sind jetzt ausgebildtete "Fachkaft für elementarpädagogische Sparchförderung".

Quelle: Benjamin Behrens

Garbsen. "Ich bin stolz, weil ich hier das Ergebnis einer mehrjährigen Arbeit in den Händen halte", sagt Karin Kummer-Trull in die Runde. Die Vorsitzende des Paritätischen Vereins für Jugendwohlfahrt Garbsen meint damit ein Langzeitprojekt, dem sich der Verein verpflichtet hat. 18 Erzieherinnen sind jetzt offiziell "Fachkraft für elementarpädagogische Sprachförderung". 

2012 hatte die Stadt Garbsen ein dreijähriges Weiterbildungsprogramm angestoßen - für Erzieher aller Kitas im Stadtgebiet. "Das war für uns der Impuls, etwas zu tun. Wir hatten Hunger auf mehr", sagt die Vorsitzende. 16.000 Euro, finanziert über Spenden, hat der Paritätische Verein in den dreimonatigen Kurs an einer Akademie in Lippstadt investiert. Der Verein verantwortet sechs Kindergärten, drei Krippen und zwei Horte.

"Wir waren alle sehr begeistert", sagt Gudrun Mann, Leiterin der Kita Osterwald. Sie war mit vier Kolleginnen an der Akademie. Im Team haben sie ihr Konzept für die Kinderbetreuung überarbeitet.

Beispiel interkulturelle Kompetenz: Die Erzieherinnen haben Verständnis für andere Sprachen entwickelt und dafür wie sich ein Kind fühlt, das mit mehreren Sprachen aufwächst. Es sei für die Entwicklung nicht gut, die Kinder zu früh in eine Kita zu schicken und mit der deutschen Sprache zu konfrontieren. "Die Kinder sollen erst mit den Eltern ihre Muttersprache sprechen", sagt Gudrun Mann, "dann sind sie so gefestigt, dass Deutsch kein Problem ist, weil sie wissen, wie sie eine Sprache lernen." Damit räume die Ausbildung mit einem Vorurteil auf: Die Forderung, Migranten sollten auch in der Familie Deutsch sprechen, sei für die Sprachentwicklung genau verkehrt. Die Erzieherinnen hätten neues Handwerkszeug an der Hand, um besser auf Kinder mit Sprachproblemen einzugehen, sagt Gudrun Mann.

Welche Sprachstörungen gibt es? Welchen Entwicklungstand sollte ein Kind in welchem Alter haben? Was kann in der Einrichtung getan werden? Das alles sind Fragen, die das Seminar beantwortet habe. Eltern könnten sich darauf einstellen, dass ihre Kinder in der Sprachentwicklung begleitet werden. Das Wichtigste: "Kinder müssen auch zur Ruhe kommen dürfen, ohne Druck. Wir geben ihnen die Möglichkeit, einfach Kind zu sein", sagt Erzieherin Ricarda Kania.

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Von Benjamin Behrens

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