Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Es geht nicht um Religion

Kommentar Es geht nicht um Religion

Nach dem Brandanschlag auf die Willehadi-Kirche im Garbsener Stadtteil Auf der Horst beginnt eine hitzige Debatte: Einige sehen die Ruine als Symbol für den Kampf von Religionen. Ein falscher Ansatz. Er arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Redakteur in Garbsen. Ein Kommentar von Markus Holz.

Voriger Artikel
Badender Fahrer stirbt an Infarkt
Nächster Artikel
Zoll fasst drei illegale Arbeiter

Gedenken nach dem Brandanschlag: Besucher der Andacht binden bunte Wunschbänder an den Sperrzaun - ein irischer Brauch, Idee von Pastorin Renate Muckelberg

Quelle: Markus Holz

Garbsen. Gestern mussten wir in der Redaktion eine E-Mail aus Bayern zum Brand der Willehadi-Kirche lesen und löschen. Eine Hatz auf Muslime, die christliche Kirchen anstecken - irrsinnig. Nichts war von solchen Gedanken in der Andacht nach dem Brand spürbar. Gott sei es gedankt, dass hier besonnene Menschen das Wort führen. Hier will niemand religiöse Gräben aufreißen. Das wäre abwegig, weil die Gruppe jener, denen die Tat angelastet wird, international besetzt ist.

Es geht hier nicht um Muslime, es geht um Kriminelle. Religion, Sprache oder Haarfarbe spielen keine Rolle.

Beweise hat niemand. Ermittlern Hinweise zukommen zu lassen, ist spätestens nach diesem Brand Pflicht. Wer schweigt, macht sich am nächsten Brand mitschuldig. Die Ruine mahnt jeden, der etwas weiß.

Das Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei in der Stunde davor, die Nähe zum Szene-Treff am Sperberhorst, die Uhrzeit - all das deutet aber auf die Gruppe jener hin, die uns seit Monaten weiß machen wollen, dass sie die Horst regieren. Sie terrorisieren, aber sie regieren nicht. Jene, die um den Glockenturm von Willehadi stehen, sind die Mehrheit. Und sie stehen so dicht, dass er nicht fallen kann. Die Ruine mahnt, diese Reihen geschlossen zu halten.

Hat Garbsens Sozialpolitik versagt? Es ist Enormes geleistet worden für Kinder bis etwa 15 Jahren. Auf die jungen Erwachsenen vom Sperberhorst hat Sozialpolitik in drei Jahren Zündelei aber keine Antwort gefunden - dafür ist die Ruine leider auch ein Mahnmal.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Unterm Strich

Garbsen rückt nach den erschreckenden Vorfällen der letzten Tage zusammen. Das ist gut. Zugleich zeigt sich, dass im Problemstadtteil Auf der Horst über Jahre hinweg Fehler gemacht wurden. Manchmal wünscht man sich, dass öffentliche Stellen früher reagieren, meint HAZ-Lokalredakteur Conrad von Meding.

mehr
Mehr aus Nachrichten
Von Redakteur Markus Holz

doc6sp8g96gyjq59jb9k5w
Fairness wird in Garbsen groß geschrieben

Fotostrecke Garbsen: Fairness wird in Garbsen groß geschrieben

Lebensart-Garbsen

Viele interessante Informationen, Adressen und Unternehmen aus Hannovers Nachbarort finden Sie im innovativen Netzwerk "Lebensart Garbsen". mehr