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Mikroprojekt mit großem Nutzen

Garbsen Mikroprojekt mit großem Nutzen

Er schraubt und ölt und bringt Menschen zusammen: Seit zwei Jahren baut Diakon Ronald Brantl die Fahrradwerkstatt im Gemeindehaus der Silvanusgemeinde Schritt für Schritt aus. Mit dem Beginn eines so genannten Mikroprojektes bekommen er und seine ehrenamtlichen Helfer nun hauptamtliche Unterstützung.

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Daniela Hadem-Kälber (von links), Juri Libing, Ulrich Barth, Yassar Hassan, Ronald Brantl und Stephan Schwaak legen vor der Werkstatt symbolisch Hand an die Fahrräder.

Quelle: Uwe Kranz

Berenbostel. Im lockeren Rhythmus freitags und mittwochs hatte Brantl mit seinem Team in den vergangenen Monaten die offene Fahrradwerkstatt im Stadtteil Kronsberg betreut. Jeder konnte vorbeikommen und unter Anleitung Reperaturen an seinem Fahrrad vornehmen. Ein Erfolgsprojekt, das die Region Hannover jetzt auf Basis des bundesweiten Modellprogramm Jugend stärken im Quartier (Justig) mit einem Mikroprojekt stärken will - gefördert vom Bundesfamilienministerium, dem Bundesumweltministerium und dem Europäischen Sozialfonds.

Die Region betreibt in der Stadt Garbsen bereits seit 2015 im Rahmen von Justig die beiden Projekte Just You und Vielfalt und Integration vor Ort, die mit insgesamt drei Mitarbeiterinnen in den Räumen der Jugendhilfewerkstatt am Planetenring untergebracht sind. "Wir unterstützen junge Menschen in so genannten benachteiligten Stadtteilen beim Übergang von der Schule in die Ausbildung und zum Arbeitsplatz", erklärt Justig-Koordinator Stepahn Schwaak.

Der Clou ist nun, die Fahrradwerkstatt als Mikroprojekt (also quasi Ableger) von Justig zu betreiben. Dazu kooperiert die Silvanusgemeinde mit dem gemeinnützigen Bildungsträger Werk-statt-Schule. Dessen hauptamtlicher Mitarbeiter Ulrich Barth übernimmt an künftig immer donnerstags von 15 bis 19 Uhr die fachliche Anleitung in der Werkstatt. Seine Zielgruppe sind Jugendliche und jungen Erwachsene im Alter von 16 bis 26 Jahren, die laut Schwaak durch alle Netze gefallen sind. Sie sollen ihrerseits als niederschwelliges Angebot Bewohnern des Stadtteils beim Reparieren ihrer Fahrräder helfen. Ziel sei es, eine zwanglose Gruppe aus diesem Personenkreis zu bilden. "Die gemeinsame Arbeit in der Fahrradwerkstatt  trägt nicht nur zum sozialen Miteinander bei, sondern vermittelt darüber hinaus soziale Kompetenzen wie Teamarbeit, Hilfsbereitschaft und den Umgang mit Menschen anderer Kulturen und Religionen", sagt Schwaak.  

Brantl, der die Werkstatt unter dem Dach des ökumenischen Sozialprojektes Neuland betreibt, freut sich über die Unterstützung. In Kooperation von Hauptamtlichen, Ehrenamtlern und Jugendlichen könnten nicht nur mehr Reparaturen betreut werden. Auch für Hilfe in anderen Lebenslagen und Geselligkeit wäre jetzt mehr Raum.

Wenn die Sache richtig ins Rollen kommt, könnte die Bezeichnung Mikroprojekt bei den vielen erwarteten positiven Effekten schnell irreführend werden. Gabriele Brandt von der Silvanusgemeinde bezeichnet es deshalb sogar schon jetzt als "eierlegende Wollmilchsau".

Sogar Abholung möglich

Neben dem festen Termin des Mikroprojektes, donnerstags von 15 bis 19 Uhr, bietet Diakon Ronald Brantl weiterhin offene Werkstatttermine jeweils unregelmäßig an Freitagen an. Zusätzliche Termine für die Herrichtung von Fahrrädern für Flüchtlinge soll es ebenfalls weiterhin geben. Informationen zu den Öffnungszeiten gibt es bei Ronald Brantl unter der Telefonnummer (01 57) 1 02 83 92 oder per
E-Mail unter erfahrland@freenet.de. Hier können auch Termine zur Abgabe von Fahrradspenden abgesprochen werden. „Wir benötigen immer dringend Fahrräder, zur Not können sie auch abgeholt werden“, sagt Brantl.

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