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Kleine Fische fliegen zurück ins trübe Wasser

Garbsen-Mitte Kleine Fische fliegen zurück ins trübe Wasser

Petri Heil: 35 Kinder und Jugendliche, dazu Väter und Mütter sind am Wochenende zum Ferienangeln des Angelsportvereins ( ASV) Garbsen gekommen.

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Johanna und ihr Vater bestücken den Haken mit kleinen Maden.

Quelle: Markus Holz

Garbsen. Der Regen fällt wie Nebel. Es ist warm, schwül und früh. Ideales Jagdwetter? Wird sich herausstellen. 35 Kinder- und Jugendliche, dazu Väter und Mütter, sitzen am Ufer und lassen die Posen ihrer Angeln nicht mehr aus den Augen. Ruckt ’was? Und wenn ja, was macht man dann? Angeln für Ferienpasskinder am Sonntagmorgen an der Baßriede.

Der Angelsportverein ASV Garbsen hat aufgefahren. Becherweise Fliegenmaden, Angeln, Info-Material, Fischbrötchen, Bratwurst, Pommes, Musik, eine Hüpfburg und jede Menge kundige Helfer. Gelbe Säcke als Sitzkissen für jede, die nicht im nassen Gras aufs Rucken der Pose warten wollen. „Das ist spannend“, flüstert Lisa. Sie hat schon Mal geangelt, in einem Freizeitpark. Kein Vergleich. „Man weiß nie, was für Fische anbeißen.“ Es ruckt. Ein kurzer Zug an der Rute, Leine einholen, Papa hilft. Ein kleiner Barsch. Petri Heil. Er darf zurück ins Wasser.

Lisa mag Natur, sie mag aber nicht töten - nicht die Maden am Haken und nicht den Fisch. „Macht Papa, und Mama freut sich schon auf Fisch zum Abendessen“, sagt sie und beobachtet kleine Blubberbläschen im Wasser - da kommt wieder einer.

35 Teilnehmer, das sind etwas mehr als 2015. „Das Interesse ist offenbar da“, sagt Michael Stiewski. Der Vorsitzende des ASV und seine Mitglieder betreiben den Aufwand nicht ohne Hintergrund. Die ASV-Anglerjugend besteht konstant aus rund 20 Mitgliedern. Nachwuchssorgen hat Striewski nicht, aber er will Kinder möglichst früh infizieren mit dem Virus Natur, damit sie über das Erleben zum Verein kommen.

Verein, das ist deutlich mehr als nur Angeln. „Das ist Naturschutz“, sagt Striewski. Jeder seiner Angler ist ausgebildet, führt Buch über seine Fänge. Jeder Aktive verpflichtet sich, acht Stunden im Jahr Gewässer zu pflegen. Der Verein betreut vier Regenrückhaltebecken der Stadt. Containerweise Müll sammeln und entsorgen, Ufergrün zurückschneiden, Schwarzangler anzeigen, die Wassergüte analysieren. Dafür zahlt der ASV keine Pacht, so wie für Leine, Mittellandkanal oder Teiche in Liethe und Engelbostel. Die Arbeit muss getan werden, will der Verein seine Reviere sauber und im Gleichgewicht halten. 15 bis 17 Arbeitseinsätze stehen pro Jahr im Terminkalender. Jeder Aktive wird zweimal eingeteilt. Dafür braucht es eines Tages auch der Lisas, Johannes’ und Max’, die gestern ihren vielleicht ersten Fisch gefangen haben.

Wer angelt, lernt komplexe Zusammenhänge in der Natur zu verstehen. Auch darum sind Stiewski die Jugendarbeit und das Ferienangeln so wichtig.

Die Lizenz zur Fischjagd gibt’s ab 14 Jahren

Im ASV Garbsen bilden rund 20 Jugendliche eine eigene Gruppe. Ihre Prüfung dürfen sie ab 14 Jahren ablegen. Danach gehen sie selbstständig angeln. Im Januar beginnt der nächste Lehrgang. Jüngere Interessenten werden von erfahrenen Mitgliedern bis dahin an die Hand genommen. Der Nachwuchs trifft sich jeden letzten Sonntag eines Monats mit Jugendwart Viktor Weimer an der Schutzhütte, Havelser Straße. Je nach Wetterlage und Wünschen entschieden die Teilnehmer, was sie unternehmen. Zelten, Treffen mit Jugendlichen anderer Vereine, Nistkästen pflegen oder das Berenbosteler Müllsammeln gehören zum Jahresprogramm. Kinder zahlen eine Aufnahmegebühr von 25, Jugendliche ab 16 Jahren 65 Euro. Der Jahresbeitrag liegt für Kinder bei 25, für Jugendliche bei 35 Euro. Viktor Weimer ist unter (05131) 95788 erreichbar. Mehr zum ASV im Internet auf asv-garbsen.de.

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