Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Fischerei könnte vor dem Europäischen Gerichtshof landen

Gefährdete und geschützte Tiere Fischerei könnte vor dem Europäischen Gerichtshof landen

Die Berufsfischerei im FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) auf dem Steinhuder Meer könnte vor dem Europäischen Gerichtshof landen. Der Fischerei wird vorgeworfen, keine Rücksicht auf gefährdete und geschützte Tiere im und am Steinhuder Meer zu nehmen.

Steinhude. Jean-François Brakeland von der Umweltdienststelle der Europäischen Behörden hat der Anwältin des Naturschutzbundes, Jutta Engbers, mitgeteilt, dass die Kommissionsdienststellen vorschlagen werden, ein Verletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland einzuleiten.

Der Fischereipachtvertrag nehme keine Rücksicht auf gefährdete und geschützte Tiere im und am Steinhuder Meer, urteilt der Nabu-Landesvorsitzende Holger Buschmann. Bei der Verlängerung des Vertrags sei eine Verträglichkeitsprüfung vom Land Niedersachsen unterlassen worden. Diese hätte zu strengen Auflagen für die intensive fischereiliche Bewirtschaftung des Gebiets geführt. Der Pachtvertrag sei rechtswidrig. Der Nabu hatte im Februar 2009 dagegen Beschwerde eingelegt.

Carsten Brauer, Vorsitzender des Landesfischereiverbandes, hält die Argumente des Nabu aus fachlicher Sicht für unschlüssig. Die Fischer am Meer betrieben schon aus Eigeninteresse eine extensive Fischerei. „Wir ruinieren keine Bestände. Das ist eine Unterstellung. Da stehen mit die Haare zu Berge“, sagte er am Freitag.

Dass ein zu hoher Hechtbesatz dafür verantwortlich sein soll, dass der Bestand der seltenen und Wert bestimmenden Fischarten wie Steinbeißer und Schlammpeitzger akut gefährdet sei, bezeichnet er als Unsinn. Diese Fische gehörten nicht zum Beuteschema der Hechte, eher zu dem der Kormorane. „Aber auf dem Auge ist der Nabu ja blind“, sagte Brauer.

Falsch sei auch, dass auf dem See Schleppnetzfischerei betrieben werde. Zudem sei der Pachtvertrag kein neues Projekt, das auf Verträglichkeit überprüft werden müsse, sondern altes Recht und sehr wohl mit den FFH-Regeln vereinbar. Was allerdings juristisch dabei herauskomme, bezeichnete Brauer als zumindest spannend.

Jörg Rocktäschel und Jan Peter Wiborg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6x75fwuh8hh1edc6z4b4
Journalist berichtet über Erlebnisse in Russland

Fotostrecke Garbsen: Journalist berichtet über Erlebnisse in Russland

Lebensart-Garbsen

Viele interessante Informationen, Adressen und Unternehmen aus Hannovers Nachbarort finden Sie im innovativen Netzwerk "Lebensart Garbsen". mehr