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Flüchtlinge suchen in Garbsen Jobs

Garbsen Flüchtlinge suchen in Garbsen Jobs

Die Lage scheint sich vorerst beruhigt zu haben: Flüchtlinge kommen nach Deutschland nur noch in geringer Zahl. Alles ruhig? Garbsen ist offenbar ein Knotenpunkt bei der Jobsuche von Flüchtlingen aus der ganzen Region. In Garbsen wenden sich unerwartet viele Flüchtlinge an das Jobcenter und bitten um Rat und Hilfe.

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Im Jobcenter Garbsen suchen Flüchtlinge häufig Hilfe.

Quelle: Bernd Riedel

Garbsen-Mitte. „Wir mussten unser Angebot von einem auf zwei Tage erweitern“, sagt Kerstin Gehrke, Bereichsleiterin für die Standorte Garbsen und Walter-Gieseking-Straße in Hannover, „sonst könnten wir den Andrang nicht schaffen.“
Die Anzahl von Flüchtlingen, die der Region Hannover über die zentralen Aufnahmestellen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zugewiesen werden, steigt stetig an. „Von einer Entspannung kann aus unserer Sicht keine Rede sein“, sagte Gehrke bei einem Informationsbesuch des Regionsabgeordneten Eberhard Wicke, „sobald die Flüchtlinge aus dem Verfahren kommen, geht die Arbeit des Jobcenters erst los. Wir sehen die große Welle für uns erst noch kommen.“ In Garbsen ist die Zahl der hilfesuchenden Flüchtlinge besonders hoch.

Die Flüchtlinge und Asylbewerber werden vom Jobcenter eigentlich zentral in Hannover betreut. Das habe vor allem den Grund, dass im Vorfeld nicht einschätzbar ist, wie viele wann beim Jobcenter anfragen. Von Anfang an wurde aber ein Tag in der Woche in Garbsen direkt angeboten.

„Die Beratung von Flüchtlingen und Asylbewerbern ist sehr zeitintensiv“, sagt Gehrke, pro Tag könnten etwa vier bis sechs Neuzugänge bearbeitet werden. Da reichte bald ein Tag nicht mehr aus und „wir mussten auf zwei erhöhen“. Das größte Problem sei die Sprachbarriere. „Es ist unter diesen Umständen sehr schwierig, den Bildungs- und Ausbildungsstand zu ermitteln. Darauf müssen wir viel Zeit verwenden.“

An diesem Punkt setzt die Kritik der Bürgermeisterkonferenz des Niedersächsischen Städtetages, die kürzlich in Garbsen tagte, an: Das Ankommen sei gemeistert worden, jetzt warte mit der Integration der Flüchtlinge eine noch größere Herausforderung auf die Kommunen, sagte Jürgen Daul, Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz und Bürgermeister von Holzminden. Es gebe die berechtigte Sorge der Kommunen, sagte Garbsens Bürgermeister Christian Grahl, dass die Flüchtlinge „zu einem großen Prozentsatz nicht in Arbeit gebracht werden können“. Weder gebe es verlässliche Daten darüber mit welchem Bildungs- und Ausbildungsstand Flüchtlinge nach Deutschland kommen, noch hätten Bund und Land bisher adäquat darauf reagiert. „Es ist vor diesem Hintergrund fraglich, ob die Maßnahmen, die wir einleiten, überhaupt fruchten werden“, sagte Jan Arning, Geschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages.

Möglich sei die Vermittlung von Integrationskursen durch das Jobcenter, um nach der Absolvierung neu anzusetzen: „Wir versuchen, unsere Hilfe möglichst unbürokratisch zu geben“, sagt Gehrke und schildert den Fall zweier junger Männer, die außerhalb der Sprechzeiten im Jobcenter Garbsen vorsprachen. Die beiden bekamen Fahrkarten und ihnen wurde ein Ansprechpartner in Hannover genannt.

Der Anteil der Menschen ausländischer Herkunft an den Arbeitslosen liegt in Garbsen bei rund 34 Prozent, vergleichbar hoch ist nur Langenhagen mit rund 32 Prozent, und höher liegt nur Laatzen mit 36,5 Prozent. Von den rund 2400 Arbeitslosen in Garbsen sind 810 Ausländer, bei den unter 25-Jährigen sind es insgesamt 280, bei einem Ausländeranteil von 95 Personen.

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