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Flüchtlinge werden gemobbt

Garbsen/Berenbostel Flüchtlinge werden gemobbt

Kamil Yerlikaya vom Integrationsbeirat schlägt Alarm: Flüchtlingswohnungen am Neuen Landweg seien teilweise in einem schlechten Zustand. Das Schlimmste aber sei, dass die Flüchtlinge von Bewohnern des Stadtteils gemobbt würden.

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Auch die Ausstattung von Wohnungen am Neuen Landweg ist in der Kritik.

Quelle: privat

Garbsen. Kamil Yerlikaya, Mitglied im Integrationsbeirat und Leiter der Fitnesssparte in der TG Schloß Ricklingen, schlägt Alarm: Er hat am Sonntag Flüchtlinge in Wohnungen am Neuen Landweg besucht und war entsetzt: „Treppenhaus und Eingangstür waren in schlimmem Zustand - das macht keinen guten Eindruck.“ Auf dem Balkon hätten Müll und Scherben gelegen - vom Außengelände dort hingeworfen. „Ich schäme mich, dass so etwas in Garbsen möglich ist“, sagte Yerlikaya.

Im Rathaus sind nach Auskunft von Stadtsprecherin Jutta Grätz weitere Hinweise eingegangen. Deshalb sei ein städtischer Sozialarbeiter am Montagnachmittag dort gewesen. „Die Wohnungen sind renoviert übergeben worden und befinden sich auch jetzt noch in einem Top-Zustand“, sagte Grätz. Ausgenommen der Balkon: Der sei nicht renoviert worden, und der trage auch die Spuren von Vandalismus. Die Polizei bestätigt einen Vorfall in der vergangenen Woche. Ein Verursacher habe nicht ausfindig gemacht werden können. „Wir sind dankbar für jeden Hinweis“, sagte eine Polizeisprecherin.

Burkhard Sander von der Haack Immobiliengesellschaft, die Besitzerin des Objekts ist, sagte gestern, die Wohnungen in dem Viertel seien im vergangenen Jahr zum Teil „in desaströsem Zustand“ von Haack übernommen worden. „Wir kommen mit den Renovierungen nicht nach.“ Über die in Rede stehenden Wohnungen konnte er nichts sagen. Die vermiete die Stadt.

Yerlikaya hat sich seit einiger Zeit die Betreuung von Flüchtlingen zur Aufgabe gemacht, hat einige von ihnen in die Fitness- und Boxsparte aufgenommen. Bei seinem Besuch am Sonntag stellte er fest, dass sich unter anderem die Haustür nicht schließen ließ und Klingeln aus der Wand heraushingen. Von den zwei Wohnungen, die er in der ersten Etage gesehen habe, sei „die eine gut, die andere immerhin okay gewesen“: Yerlikaya kritisiert vor allem, dass die Ausstattung, die eine dort wohnende Familie bekommen habe, dürftig sei: „Die hatten nicht einmal einen Kühlschrank.“

Das Schlimmste aber sei, dass die Flüchtlinge von Bewohnern des Stadtteils gemobbt würden: „Der Balkon ist übersät von Dreck und Scherben von Kaffeetassen, die von außen an die Wände und Fenster geworfen wurden“, sagte Yerlikaya. Die Flüchtlinge hätten Angst um ihr Leben: „Sie sprechen die deutsche Sprache nicht und fühlen sich alleingelassen.“

Auf Yerlikayas Hilferuf hin will der Integrationsbeirat Integrationslotsen bitten, „sich die Lage anzuschauen“. Yerlikaya schlägt vor, im Integrationsbeirat eine Unterstützergruppe Flüchtlinge zu gründen, die es bisher nicht gebe. „Ich würde mich dafür zur Verfügung stellen.“

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Von Redakteur Bernd Riedel

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