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Flughafen sorgt sich um Storchenbrut

Garbsen Flughafen sorgt sich um Storchenbrut

Derzeit kehren die Störche zurück in die Region. Einige von ihnen nisten so nah am Flughafen in Langenhagen, dass ihnen der Abschuss droht, falls sie zur Gefahr für den Flugverkehr werden. Für diesen unwahrscheinlichen Fall haben Betreiber und Naturschützer vorgesorgt, um die Brut zu schützen.

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Die Störche haben das Nest in Stelingen wieder besetzt.

Quelle: Markus Holz

Stelingen/Langenhagen. An einem Schuppen im Garten von Friedrich Murtfeld in Stelingen hängt seit Kurzem eine nagelneue Kamera. Sie wurde von Mitarbeitern des Flughafens Hannover angebracht und ist direkt auf das Storchennest auf seinem Grundstück gerichtet. Zusammen mit der Kamera hat Murtfeld ein Schreiben bekommen. Darin begründen die Region Hannover, der Flughafen und der Naturschutzbeauftragte Reinhard Löhmer, warum dieser Aufwand betrieben wird.

Konkret geht es um vier Nester. Außer dem in Stelingen sind drei in Langenhagen betroffen, nämlich in Engelbostel, in Schulenburg und in Kananohe. Sie alle liegen so nah im Umkreis des Flughafens Hannover, dass die dort lebenden Störche zur Gefahr für den Flugbetrieb werden können. Ihnen droht deshalb im akuten Notfall der Abschuss. "Der Flughafen hat die Ausnahmegenehmigung erhalten, bei Gefahr einer Kollision zwischen einem Weißstorch und einem Flugzeug im äußersten Notfall den Storch abzuschießen", heißt es in dem Brief. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, sei eher gering. Dennoch müssten alle Beteiligten auf den Fall vorbereitet sein. Die Regelung fand seinerzeit auch den Segen des Langenhagener Naturschutzbundes.

An diesem Punkt kommen die Kameras ins Spiel. Sollte tatsächlich ein Storch abgeschossen werden, muss geklärt werden, aus welchem Nest er stammt. Bei einem Abschuss während der Brutzeit müsse jedes Nest mindestens einen Tag lang beobachtet werden, teilt Löhmer mit. Frühestens dann sei erkennbar, ob noch beide Partner an der Aufzucht des Nachwuchses beteiligt sind. Das soll mithilfe der Kameras geschehen. Zusätzlich könnten noch Drohnen und Hubwagen eingesetzt werden, um festzustellen, ob sich noch Eier oder Jungtiere im Nest befinden.

Dafür wurde sogar ein Planungsbüro engagiert. Dessen Mitarbeiter sollen möglichst schnell feststellen, zu welchem Nest ein abgeschossener Vogel gehört. Denn, so schreibt Löhmer, ein Elternteil allein wäre nicht in der Lage, die Brut erfolgreich fortzusetzen. Dann wollen Flughafenbetreiber und Naturschützer eingreifen und Eier beziehungsweise Jungstörche aus dem jeweiligen Nest holen, um sie zu retten. Sie würden im Fall der Fälle in die Wildtierstation Sachsenhagen oder ins Artenschutzzentrum Leiferde gebracht.

Das Schreiben endet mit einem versöhnlichen Satz, auf den sich wohl alle Beteiligten einigen können: "Hoffen wir, dass es nicht zum schlimmsten Fall kommt und die Brutsaison reibungslos für alle abläuft."

"Storchenvater" Friedrich Murtfeld aus Stelingen hält das Vorgehen der Flughafenbetreiber für einen gesunden Mittelweg. "Der Flughafen übernimmt so Verantwortung für die Passagiere und für die Natur", sagt er.

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Im Garten von Friedrich Murtfeld in Stelingen haben Mitarbeiter des Flughafens eine Kamera angebaut, um das Storchennest im Blick zu behalten.

Quelle: Gerko Naumann

Von Gerko Naumann

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