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Ein Arzt für Millionen

Ehrenring Garbsen für Michael P. Manns Ein Arzt für Millionen

Der hochdekorierte Mediziner Professor Michael Peter Manns aus Isernhagen ist am Dienstagabend in einer feierlichen Zeremonie mit dem Ehrenring Garbsen ausgezeichnet worden. Zu den Ehrengästen im Rathaus gehörte unter anderem Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider.

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Der große Moment der Verleihung mit Stefan Birkner und Heinz Haferkamp vom Vorstand des Freundeskreises und der Jury, Bürgermeister Christian Grahl und Michael Peter Manns.

Quelle: Markus Holz

Garbsen. Michael Peter Manns hat sein halbes Leben einem Organ verschrieben, ohne das menschliches Leben nicht möglich ist: Der Leber. Sie ist die Kläranlage, die zentrale Steuerung unseres Stoffwechsels. Sie kann eine Menge ab, regeneriert sich erstaunlich schnell, hat aber einen kleinen "Fehler": Ist sie krank, verursacht sie keine Schmerzen. Wird sie von Hepatitis-Viren angegriffen und zerstört, kann das den Tod bedeuten. Manns gehört zu den wenigen Menschen auf der Welt, deren Forschung Millionen von Menschen täglich das Leben rettet. Er und seine Forscherkollegen haben die Hepatitis-C-Erkrankung heilbar werden lassen. Für Hepathitis A und B gibt es Impfungen, mehr geht wissenschaftlich nicht. Manns Interesse gilt jetzt Viren der Klasse D und E. Als Manns seine Laufbahn begonnen hat, wusste noch niemand auf der Welt etwas über Hepatitis C. Michael Manns hat das grundlegend geändert. 

Großartige Forschungsergebnisse wie die von Manns sind Ergebnis von Fleiß, Zufall und guten Begleitern, sagte Professor Heyo Kroemer in seiner Laudatio. Kroemer kennt Manns seit vielen Jahren, er ist Präsident des Medizinischen Fakultätentages und Vorsitzender der Universitäts-Medizin Göttingen. Dass Manns überhaupt Mediziner wurde und dass er in den entscheidenden Phasen an die richtigen Leute geriet, war Zufall. Dass der vielfach Umworbene in Niedersachsen geblieben ist, lag weitgehend an guten Begleitern (und Geldgebern). Dass Manns Foschungen zu den meist zitierten in seinem Fachgebiet gehören, hat mit Fleiß zu tun. "Es hätte alles ganz anders kommen können", sagte Kroemer, "die Jury hat für den Garbsener Ehrenring auch in diesem Jahr absolut den richtigen ausgezeichnet."

Michael Peter Manns hat sich trotz aller Erfolge eines bewahrt: Bodenhaftung. Er sei sehr demütig angesichts der Menschen, denen er mit allen Mitteln der modernsten Medizin nicht helfen kann, sagt er in einem Interview. Der Dank eines geheilten Menschen sei für ihn gleichrangig mit einem Wissenschaftspreis. Manns ist seit 1991 Direktor der Klinik für Innere Medizin an der MHH und seit 2015 Klinikdirektor des Helmholtz-Institutes für Infektionsforschung in Braunschweig. Seine wissenschaftliche Expertise ist weltweit gefragt. Der 13. Ehrenringträger kam am Abend nicht als Neuling in die Runde der Ausgezeichneten, der Präsidenten, Vorstände und Direktoren. Er gehört seit einigen Jahren dazu - bisher als Zuhörer und Gratulant, seit Dienstagabend als ringtragender Ehrengast.

Er erlebte das Festlichste, was Garbsen für hochkarätige Persönlichkeiten einmal im Jahr arrangiert. Alles andere wäre auch Stilbruch. Wer Exzellenzen ehren will, muss exzellent auftreten. Dazu gehört eine illuminierte Rathaushalle, dazu gehört vorzügliches Essen, dazu gehören exzellente Gäste und eine herausragende Musik - seit Jahren präsentiert vom Sobar-Alten-Saxophon-Quartett mit Elisa Armbrecht, Leila Kaulmann, Manuel Scharf und Bodo Schmidt. Der Freundeskreis, allen voran Emeritus Heinz Haferkamp, versteht sich mit hoher Konstanz auf ein solches Arrangement und dessen Finanzierung. Nichts davon läuft über den Etat Freundeskreis. Haferkamp sammelt das Geld jedes Jahr wieder neu bei Sponsoren ein.

Manns wusste das sehr zu schätzen. Er hat selbst reichlich Preise überreicht. Aber es ist etwas anderes, im Mittelpunkt zu stehen und langjährige Weggefährten über sich reden zu hören. "Bin ich das wirklich?" Nur in Teilen, sagte Manns und gestand: Er habe als klinischer Forscher auch viele Kaninchenherzen auf dem Gewissen. Das hatte natürlich keiner der Redner anzusprechen gewagt. "Ich bin das auch nicht allein", sagte Manns. Das hatten die Redner allerdings als herausragend erwähnt, seine Teamfähigkeit, sein Kommunikationsstärke und seine Führungsqualität. Manns sei ein Mann, der klare Kante zeige, ein Typ. "Und ich bin ein absoluter Anhänger der These, dass die Welt von Typen gestaltet wird, nicht von Gremien und Räten", sagte Manns. "Ich danke allen, die mir diese Ehre haben zukommen lassen", sagte Manns, begleitet von seiner Frau Cornelia, zwei seiner vier Töchter und einem von vier Enkeln. "Familie, eigene Kinder, das sind die besten Publikationen der Welt", zitierte Manns einen seiner Lehrer sichtlich stolz.  

Der Ring

Der Freundeskreis verleiht den Ehrenring seit 2004, um auf Garbsen als "herausragenden Technologiestandort" hinzuweisen und Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Wirtschaft im Namen der Stadt zu ehren. Unter den 13 Preisträgern finden sich der Hirnforscher Madjid Samii (2004), der frühere Gewerkschaftsvorsitzende Hubertus Schmoldt (2005) und Unternehmer Martin Kind (2013). Einzige Frau bisher ist Nicola Leibinger-Kammüller (2011), Chefin des Maschinenbau-Unternehmens Trumpf. Die Jury besteht aus dem Bürgermeister, dem Ersten Stadtrat und vier Vorstandsmitgliedern des Freundeskreises.

Der Ehrenring wurde 2004 von den Garbsener Juwelieren Helmut und Heike Brandes entworfen. Ein Meisterstück aus Weiß-, Gelb- und Rotgold. Auf der Oberseite sind die Grenzen Europas eingraviert. Darüber ist das Logo der Stadt eingearbeitet, die Spirale der Dynamik. Rotgold steht für Garbsens Ziegeleien, Weißgold soll die Weltoffenheit der Stadt symbolisieren. Nur von der Seite sichtbar: Elf kleine Brillanten für die Ortsteile.

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Von Redakteur Markus Holz

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