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Frauenzentrum baut Netzwerk aus

Auf der Horst Frauenzentrum baut Netzwerk aus

Das Frauenzentrum bietet eine neue Beratung an: Alleinerziehende, von denen viele von Hartz IV leben, können sich Hilfe holen - ohne Warteliste, kostenfrei und auf Wunsch anonym.

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Neu im Team des Frauenzentrums: Eva.Maria- Katiofsky (56).

Quelle: Grätz

Garbsen. Fast jede vierte Familie in Deutschland ist eine Einelternfamilie, Tendenz steigend - auch in Garbsen. „Mehr als 40 Prozent der Alleinerziehenden sind von Armut bedroht, viele leben von Hartz IV“, sagt Eva-Maria Katiofsky vom Mädchen- und Frauenzentrum am Planetenring.

Die 57-Jährige ist seit März das neue Gesicht der Einrichtung und bietet genau für diese Frauen eine Beratung an - ohne Warteliste, kostenfrei und auf Wunsch anonym. Ob Versicherungsfragen oder Anträge für Wohn- und Kindergeld: „Für viele der Frauen, die zu uns kommen, sind dies absolute Fremdwörter“, sagt Katiofsky. „Alleinerziehende Mütter haben nicht nur oft Existenzängste; viele fühlen sich gestresst und erschöpft von der Doppelbelastung, von Auseinandersetzungen mit dem Ex-Partner und vom Gerangel um das Sorgerecht“, sagt die Sozialpädagogin. Eine weitere Belastung sei die häufig überraschende Trennungssituation.

Sie versucht gemeinsam mit den Frauen, den Weg durch den Dschungel von Behörden und Formularen zu bahnen. Katiofsky hört zu, gibt Tipps für die neue Lebenssituation. „Alleinerziehende vermissen nicht nur oft Anerkennung, sie fürchten um ihren Freundeskreis und sind gefährdet für Krankheiten wie Depression und Burn-out: Da ist Austausch ganz wichtig.“ Dieser Austausch steht auch bei den offenen Treffen donnerstags im Frauenzentrum im Vordergrund, ab Herbst gibt es an jedem ersten Mittwoch im Monat einen Vortragsabend zu Themen, die alleinerziehende Mütter betreffen.

Die Region fördert das neue Angebot mit einer halben Stelle (19,5 Stunden). Katiofsky steht montags bis donnerstags am Vormittag und nach Vereinbarung im Frauenzentrum für Gespräche bereit, sie ergänzt damit das Team um die Vorsitzende Carola Jarrett-Wirges und Kollegin Marion Weber. „Das ist eine wichtige Verstärkung“, sagt Jarrett-Wirges. „Als fast täglich präsente Ansprechpartnerin sichert Katiofsky die Erreichbarkeit des Frauenzentrums und eine kontinuierliche Arbeit.“

Die Sozialpädagogin will die Netzwerkarbeit der Einrichtung stärker vorantreiben: Sie hat sich in allen Garbsener Familienzentren vorgestellt, Kontakt zu Schulsozialarbeitern aufgenommen. „Die Frauen sollen nicht erst zu uns kommen, wenn ihre Situation ganz schlimm ist“, sagt sie.

Selbstbehauptung und PME erweitern Spektrum

Auf Prävention setzen auch zwei neue Angebote des druckfrischen Herbstprogramms des Frauenzentrums. „Mit mir nicht“, heißt der Selbstbehauptungskurs für Mädchen, der mit dem Freizeitheim erstmals am 26. Oktober angeboten wird. Bereits am 14. September beginnt der zehnwöchige Kurs für die Technik der Progressiven Muskelentspannung (PME). Einer der Schwerpunkte des Zentrums – die Beratung für Frauen und Mädchen mit Gewalterfahrungen – wird ebenso fortgeführt wie Vorträge, das Café Russia und das offene Frauenfrühstück. Weitere Infos im Internet auf frauenzentrum-garbsen.de und unter Telefon (0 51 37) 12 22 21.

Von Jutta Grätz

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