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Die Bäder-Debatte eskaliert

Garbsen Die Bäder-Debatte eskaliert

Die Auseinandersetzung um eine Bäder-Lösung wird streckenweise mit großer Härte geführt. Bei der Sitzung der Arbeitsgruppe (AG) Bäder am Dienstagabend kam es zum heftigen Wortwechsel zwischen dem SPD-Ratsherrn Dieter Roggenkamp und Kämmerer Heinz Landers.

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Karin Margraf (kleines Bild) geht im Freibad Berenbostel schwimmen, weil das Hallenbad am Planetenring für Freizeitschwimmer geschlossen ist.

Quelle: Bernd Riedel

Garbsen. Später, nach zweieinhalb Stunden Debatte, überraschte Bürgermeister Christian Grahl mit der Frage an die DLRG und den Schwimmverein (SVG), ob sie bereit wären, ein Freibad in Eigenverantwortung zu betreiben. Carsten Bentlage (SVG) antwortete, das müsse ausführlich in den Vereinen diskutiert werden. Vorstellbar wäre ein Trägerverein. Das könne er jedoch nicht allein bewerten.

Kommentar

Der Streit ums Bad eskaliert zuweilen – Konfrontation führt jedoch zu nichts als Konfrontation. Die Devise muss jetzt heißen: abrüsten und aufeinander zugehen. Bürgermeister Grahl hat den Anfang gemacht mit der Frage, ob die Vereine sich vorstellen könnten, ein Freibad auf eigene Verantwortung zu betreiben. So etwas klappt in anderen Gemeinden ja auch. Grahls Frage zeigt, dass Änderungen am Zentralbad-Plan zumindest vorstellbar sind. Ein wichtiges Signal. Diese Chance sollten die Vereine – und die SPD – nicht leichtfertig abtun. Sie brauchen jetzt Zeit zum Überlegen und sollten dann zügig Gespräche anbieten. Der Zeitkorridor ist immer noch eng.

Sozialdezernentin Iris Metge stellte in der AG, in der Verwaltung, Politik, Schulen und Schwimmvereine vertreten sind, das bisher bekannte Konzept eines Sport- und Funktionsbades vor: ein 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen, die auf acht Trainingsbahnen erweitert werden könnten, ein Lehr- oder Nichtschwimmerbecken, dazu Sozial- und Aufenthaltsräume. Neu waren erste Zahlen über den errechneten Bedarf von Schulen und Vereinen - auf der Grundlage der acht Trainingsbahnen. Die Verkleinerung von Bahnen auf 1,88 Meter lehnen die Vereine ab. Bentlage machte Unfallgefahr geltend. Die Bedarfszahlen müssten von den Vereinen durchgerechnet werden, sagte Rolf Schlösser (DLRG). Beide monierten das Fehlen eines Freibades.

Die schwierigste Rolle hatte Kämmerer Heinz Landers an diesem Abend: Er erläuterte anhand von Tabellen, dass der finanzielle Spielraum der Stadt aufgrund von notwendigen Rückstellungen in den nächsten Jahren immer enger werde - bis zu einem Minus von 4 Millionen Euro im Jahr 2019. Das Problem sei nicht die Finanzierung des Baus, sondern die laufenden Kosten Jahr für Jahr.

Die düstere Prognose veranlasste SPD-Ratsherrn Roggenkamp zu der Vermutung, diese Haushaltszahlen seien um das Zentralbad-Konzept „herumgebastelt“. Dagegen verwahrte sich Landers mit erhobener Stimme: Die Zahlen seien nach bestem Wissen und Gewissen berechnet. Gunther Koch (CDU) stellte sich schützend vor den Kämmerer und sagte, solche „diffamierenden Äußerungen“ seien „ungehörig“. Die Debatte verfolgten etwa 30 Zuhörer auf der Empore. Sie durften sich nach der Sitzungsordnung der AG Bäder nicht beteiligen. Die Beschlussvorlage, die schon für vergangenen Freitag angekündigt war, soll nun morgen vorliegen.

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