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Humanisten organisieren alternative Feiern

Garbsen Humanisten organisieren alternative Feiern

Der Humanistische Verband will in Garbsen mehr Einfluss gewinnen und erweitert kontinuierlich sein Angebot. In seinen Reihen hat er jetzt auch eine sogenannte Feiersprecherin. In diesem Jahr wollen die Humanisten erstmals in Garbsen auch eine eigene Jugendfeier auf die Beine stellen. 

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Quelle: Symbolfoto

Garbsen. Die Schulentlassungsfeier, die sie im vergangenen Jahr angeboten hatten, war zudem nach eigener Einschätzung so gut besucht, dass es bald eine Neuauflage geben soll.

Die Humanisten verstehen sich als Alternative zu den Kirchengemeinden, die wichtige Familienereignisse wie Geburt, Hochzeit, Trauerfeiern gestalten - jedoch vor einem religiösen Hintergrund, den manche als Einengung empfinden. 38 Prozent der Bevölkerung, sagt der Vorsitzende Karl-Otto Eckartsberg, seien an keine Religion gebunden. „Viele wollen trotzdem nicht auf eine angemessene Feier in schöner Atmosphäre verzichten“, sagt die neue Garbsener Feiersprecherin Bärbel Meier. Die Gestaltung solcher Feiern ist frei verhandelbar, was im kirchlichen Rahmen nicht möglich wäre. „Gewünscht werden häufig Erneuerungen des Eheversprechens - und häufig soll das unter freiem Himmel geschehen“, sagt Meier.

Jugendfeiern bieten die Humanisten schon länger auch für Garbsener Jugendliche an - doch bisher waren die Anmeldezahlen nicht hoch genug, um eine eigene Feier im Stadtgebiet zu organisieren. „Damit wir das schaffen, müssen sich mindestens zehn anmelden“, sagt Eckartsberg. Die Jugendlichen wurden bisher mit anderen aus der Region in Hannover auf das Erwachsenwerden vorbereitet.

Von Bernd Riedel und Carmen Flicke

Oben auf der Wunschliste stehen schöne Orte im Freien

Bärbel Meier ist vom Fach. Die Almhorsterin war früher Standesbeamtin in Seelze, und so war es fast unausweichlich, dass sie für die Humanisten auch Trauungen anbietet. Seit Kurzem hat sie sich mit ihrem Mann dem Garbsener Ortsverband angeschlossen. 

„Als Standesbeamtin ist man sehr eingeengt, sowohl was die Form als auch was die Dauer einer Trauung angeht“, sagt sie, „und schon während meiner Dienstzeit habe ich damit geliebäugelt, andere Formen auszuprobieren.“ 

Die korrekte Bezeichnung der Tätigkeit, die sie für die Humanisten anbietet, lautet: Feiersprecherin. Ihre Spezialität sind Trauungen. Silberne- und goldene Hochzeiten gestaltet sie, Namensfeiern oder Willkommensfeiern für Neugeborene. Anfang September wird sie erstmals bei einer Einschulungsfeier in der IGS sprechen. „Eine neue Herausforderung“, freut sie sich. Trauerfeiern gestaltet sie nicht. Dafür gibt es andere Spezialisten im Verband. 

Sie trifft sich mindestens zweimal mit dem Brautpaar – einmal „zum Beschnuppern“, ob die Chemie stimmt, und beim zweiten Mal zum ausführlichen Planungsgespräch. „Bei uns ist nichts vorgegeben, aber vieles möglich, wir handeln nach den Wünschen des Paares, so wird es persönlicher.“ Ganz oben auf der Wunschliste stehen schöne Orte wie Schlösser, Parks, Seen und überhaupt Wasserflächen wie der Berenbosteler See. Am Yachthafen Seelze hat sie auch schon getraut. Wenn Verwandte oder Freunde Gedichte vortragen oder andere Texte lesen wollen: Auch dafür ist Raum. Immer beliebter wird die Erneuerung von Eheversprechen. „Die Brautleute haben oft genaue Vorstellungen, was sie dem Partner versprechen wollen“, sagt Meier. Den Text lässt sie ansprechend auf Rollen drucken: „Viele sind dankbar für diese kleine Gedächtnisstütze.“ 

Gelegentlich passiert es, dass Paare mit unterschiedlichem Glauben zu ihr kommen. „Sie konnten sich nicht auf eine religiöse Zeremonie einigen und versuchen es nun auf neutralem Gelände.“

Von Bernd Riedel

Jugendfeier: Zehn sind nötig

Die Humanistische Jugendfeier wird bei nicht religiösen Jugendlichen immer beliebter, glaubt Karl-Otto Eckartsberg, Vorsitzender des Humanistischen Ortsverbands Garbsen. In den vergangenen Jahren habe der Trend aufwärts gezeigt, immer mehr Jugendliche besuchten die Veranstaltung, aus Garbsen waren es verteilt auf die vergangenen Jahre mehr als 100. Eckartsberg hofft für dieses Jahr auf eine eigene Jugendfeier in Garbsen. Bisher hatten die Teilnehmer zu Vorbereitungskursen und der Feier nach Hannover fahren müssen. Dieses Jahr soll sich das ändern. „Bereits bei einer ganzen Reihe an Orten ist uns dies gelungen“, sagte Eckartsberg. Bei mehr als zehn Teilnehmern kann das in Garbsen umgesetzt werden.

 Mit der humanistischen Jugendfeier richtet sich der Verband an Jugendliche zwischen 13 und 14 Jahren. Im Mittelpunkt steht der Weg zum Erwachsenwerden. Dabei werden bei der halbjährigen Vorbereitung, die im Oktober beginnt, Fragen aufgeworfen wie: Wie gehe ich mit Menschen anderer Hautfarbe, Orientierung und Kultur um? Wie möchte ich mein Leben gestalten? Die Jugendfeier gestalten die Jugendlichen selbst. Anmeldungen sind unter Telefon (05137) 121051 oder per E-Mail an garbsen@humanisten.de möglich.

Von Carmen Flicke

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