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Geschäftsmann übersteht Mordversuch

Garbsen/Nienburg Geschäftsmann übersteht Mordversuch

Wegen versuchten Mordes an einem Nienburger Geschäftsmann sowie Anstiftung und Beihilfe müssen sich ein 33-jähriger Garbsener und vier weitere Angeklagte jetzt vor dem Landgericht Verden verantworten. Das 48-jährige Opfer war am Abend des 7. Dezember 2014 niedergeschossen worden – und überlebte.

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Quelle: Symbolbild

Garbsen/Nienburg. Das Motiv soll Rache für die Verletzung der Familienehre zweier jesidischer Familien sein.  

Der Staatsanwaltschaft zufolge geht es um eine Beziehung des 48-Jährigen mit einer damals noch verheirateten, aber von ihrem jesidischen Mann getrennt lebenden Frau. Der Ehemann soll seiner Frau nach der Trennung mit einem Peilsender nachspioniert und so die Beziehung zu dem späteren Opfer entdeckt haben. Einem 33-Jährigen wird vorgeworfen, einen gleichaltrigen Garbsener mit der Ermordung des Geschäftsmannes beauftragt zu haben.

An der Planung der Tat soll der 52 Jahre alte Vater des verlassenen Ehemannes beteiligt gewesen sein. Dieser soll mit dem Schützen zum Tatort gefahren und vor dem Geschäft auf das Opfer gewartet haben. Aus 1,50 Meter Entfernung soll der Garbsener zwei Schüsse auf das damals 47-jährige Opfer abgefeuert haben. Die Verletzungen seien erheblich gewesen, sagt Lutz Gaebel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden. Eine Notoperation wurde nötig.

In der Untersuchungshaft soll der Schütze den Ermittlern davon berichtet haben, dass es bei dem Tatmotiv um die Wiederherstellung der Familienehre ging. Der Ehemann habe ihn zu der Tat angestiftet; dessen Vater soll die Tatwaffe besorgt und den Schützen bezahlt haben. Der Mittäterschaft beschuldigt wird auch der 24 Jahre alte Bruder der Frau. Die Mordmerkmale der niedrigen Beweggründe und der Heimtücke sieht die Staatsanwaltschaft Verden als erfüllt an - bei dem Garbsener zudem das Mordmerkmal der Habgier.

Inzwischen sind die Sicherheitsvorkehrungen im Landgericht verstärkt worden. „Es wird befürchtet, dass man an dem Plan, den Mann zu töten, festhält“, sagt Gaebel. Das Gericht hat eine schusssichere Glaswand in den Schwurgerichtssaal einbauen lassen, hinter der die Zuschauer sitzen werden. Die Kosten dafür betragen rund 70 000 Euro. Es habe entsprechende Empfehlungen des Landeskriminalamtes gegeben, heißt es aus dem Gericht.

26 Verhandlungstage bis zum 29. März 2016 hat die 1. Große Strafkammer, das Schwurgericht, für den Prozess anberaumt.

Von Wiebke Bruns

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