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Stadtverwaltung kritisiert Neuordnung der Ärztebereitschaft

Garbsen Stadtverwaltung kritisiert Neuordnung der Ärztebereitschaft

Die Stadtverwaltung sieht die Neuordnung des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes kritisch für Garbsen. "Wir werden die Entwicklung ein halbes Jahr lang beobachten und dann erneut mit Ihnen in Dialog treten", schreibt Bürgermeister Christian Grahl in einer harschen Stellungnahme an die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN).

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Die Neuordnung des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes gilt ab dem 1. Juli. Die Stadt Garbsen sieht  die Änderungen kritisch.

Quelle: Symbolbild

Garbsen. Das allerdings unter der Voraussetzung, schreibt Grahl mit skeptischem Unterton, "wenn auch seitens der KVN ernsthafte Bereitschaft" bestehe, bei Feststellung von Mängeln nachzujustieren. Den Belangen der Ärzteschaft sei mit dem neuen System mehr Rechnung getragen worden als denen der Patienten, schreibt Grahl. Eine Neuordnung sei nicht zwingend gewesen. Die KVN hätte auch bei den alten funktionierenden Strukturen bleiben können. "Ein stumpfes Umsetzen von Soll-Vorschriften", heißt es in der Stellungnahme, "trägt dem Gedanken einer flexiblen, der Besonderheit vor Ort angepassten Handhabung wenig Rechnung".

Die Neuordnung gilt ab heute. Bisher war die kassenärztliche Bereitschaft in Garbsen, Neustadt, Wunstorf und Seelze jeweils mit einem Mediziner oder einer Medizinerin besetzt. Mit der Einrichtung einer kassenärztlichen Bereitschaftspraxis am Krankenhaus Neustadt wird die Bereitschaft zentralisiert und personell ausgedünnt. Zu bestimmten Sprechzeiten - montags, dienstags und donnerstags von 19 bis 21 Uhr, mittwochs und freitags von 17 bis 21 Uhr, an den Wochenenden von 10 bis 14 Uhr und von 17 bis 20 Uhr - soll dort ein Arzt anwesend sein. Zeitgleich werden zwei mobile Ärzte Patienten im gesamten Versorgungsgebiet aufsuchen.

Die neuen Zeiten seien erheblich eingeschränkt gegenüber der bisherigen Verfahrensweise, schreibt Grahl. Alleinerziehende, Behinderte und Senioren seien benachteiligt: Man könne ihnen nicht zumuten, zu später Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Taxi nach Neustadt zu kommen. "Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels müsste die Fragestellung besonders beleuchtet werden", heißt es in der Stellungnahme. Die Zeit für die Hausbesuche werde sich erheblich verlängern, da Distanzen und Fahrzeiten sich vergrößern würden. Damit gäbe es auch weniger Hausbesuche insgesamt. Lokale Kenntnisse in Garbsen würde den meisten der eingesetzten Ärzte fehlen. 

Das Thema steht auf der Tagesordnung in der Sitzung des Sozialausschusses am 16. August, 18 Uhr, im Rathaus. Ein Vertreter der KVN will an der Sitzung teilnehmen.

Wie ist der Bereitschaftsdienst erreichbar?
 
Der ärztliche Bereitschaftsdienst vor Ort soll unter der bundesweit einheitlichen und kostenlosen Rufnummer 11 61 17 erreichbar sein. Der Dienst leistet ärztliche Hilfe außerhalb der Praxisöffnungszeiten, vor allem in den Abend- und Nachstunden, am Wochenende und an Feiertagen.

Wann rufen Sie an?

Bei einer Erkrankung, mit der Patienten normalerweise einen niedergelassenen Arzt in der Praxis aufsuchen würden und wenn die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten kann. Bereitschaftsärzte behandeln entweder in der eigenen Praxis, in einer Bereitschaftsdienst-Praxis oder vor Ort. Es können längere Wartezeiten in der Praxis oder auf den Hausbesuch vorkommen, schreibt die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN).

Was leistet der ärztliche Bereitschaftsdienst?

Die Mediziner leisten immer das, was nötig ist, um den Zeitraum bis zur Versorgung in den Sprechstundenzeiten zu überbrücken. Deshalb empfiehlt die KVN, rechtzeitig den Arzt des Vertrauens aufzusuchen. "Die Erfahrung zeigt, dass sich manch gesundheitliches Problem schon vor den Bereitschaftsdienstzeiten ankündigt."

Wann rufe ich die 112?

Bei lebensbedrohlichen Fällen wird der Rettungsdienst unverändert über die Nummer 112 alarmiert.

Welche Erfahrungen machen Sie?

Haben Sie Erfahrungen gemacht mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst nach dem 1. Juli? Egal ob positive oder negative, wir interessieren uns für Ihre Erlebnisse mit der neuen ärzlichen Bereitschaft. Schreiben Sie uns an nordwest@haz.de - vielen Dank.

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