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Was gegen nervige Wespen hilft

Garbsen Was gegen nervige Wespen hilft

Kaum ist der Tisch gedeckt, schwirren Wespen an. Garbsens neuer Nabu-Experte Michael Lucas erklärt, dass die Tiere nicht aggressiv werden, wenn man drei Meter Abstand zu ihrem Nest hält, sich ruhig bewegt und die Tiere nicht anpustet. Eine Ablenkfütterung hält die Insekten von der Kaffeetafel fern.

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Michael Lucas mit Wespennest: Bis zu 100 Tiere finden in dem kunstvoll gearbeiteten Bau Platz. Lucas hat es nach dem Entfernen mit Heißkleber an einem Brett befestigt, damit er es unbeschädigt ins Insektenhotel umsetzen kann.

Quelle: Benjamin Behrens

Garbsen. "Es hat ganz harmlos angefangen", sagt Michael Lucas. Als der Nabu Garbsen 2011 für eine Aktion mit Schülern einen geschickten Handwerker brauchte, fühlte sich Michael Lucas angesprochen. Damals war er noch Mitglied beim Langenhagener Nabu-Ableger. In Garbsen solte er mit Kindern ein Insektenhotel für den Stadtpark bauen. Also musste er sich schlau machen.

Inzwischen ist der 65-Jährige ein ausgewiesener Experte für Wespen und Hornissen. "Leidenschaft für Tiere und Natur hatte ich von Haus aus", sagt der gelernte Tierpfleger. Den Beruf hat er im Dresdener Zoo gelernt. Doch für eine junge Familie reichte das schmale Gehalt trotz aller Leidenschaft für den Beruf nicht. Also wechselte Michael Lucas in die Metall-Branche, nach der Wende kam er nach Langenhagen zum CD-Hersteller EDC. "Ich hätte niemals gedacht, dass ich mich mal mit so kleinen Insekten beschäftige", sagt Lucas.

In der Anfangszeit war die Recherche im Internet die größte Hilfe. Mittlerweile ist Lucas nicht nur auf Wildbienen, Hummeln, Hornissen und echte Wespen spezialisiert. Er besitzt auch nötigen Zertifikate der Unteren Naturschutzbehörde Region Hannover, die Tiere überhaupt handhaben zu dürfen. Regelmäßig geht er zum Allergietest, zum Glück war er bisher negativ.

Zusammen mit zwei Kollegen ist er als Berater in der Region unterwegs. Das Wichtigste: Die Anrufer Beruhigen. Von den Insekten gehe keine Gefahr aus. Falls die unter Naturschutz stehenden Hautflügler ihr Nest an einer ungünstigen Stelle gebaut haben, dann siedelt Lucas das Volk lieber um, als dass es der Kammerjäger vernichtet.

Nicht rumfuchteln oder anpusten

"Das schlimmste ist, dass die Leute aufgeregt sind und dann Fehler machen", sagt Lucas, "ich nehme die Hornissen auch auf die Hand." Ein Hornissen- oder Wespennest im Garten und ungebetene Gäste an der Kuchentafel bedeuten nicht automatisch, dass das Nest auch entfernt werden muss. "Wenn sie ungünstig hängen, können wir sie umquartieren oder ganz umsiedeln", sagt Lucas.

In den Monaten August bis September sind die Tiere am aktivsten. Entsprechend groß ist der Nahrungsbedarf. Von sich aus werden die Tiere nicht aggressiv. "Drei Meter Abstand müssen zum Nest eingehalten werden, dann passiert auch nichts", sagt Lucas.

Wespen wehren sich, wenn sie sich bedroht fühlen. Das ist bei Ameisen,  Katzen oder Hunden nicht anders. Heftige Bewegungen oder Anpusten sind nicht ratsam. Ablenkfütterungen etwa mit Fruchtzucker-Wasser-Gemisch hingegen schon. Für Menschen ohne Allergien könnten nur Bienenstiche wirklich gefährlich werden. Ihr Gift enthält das Toxin Mellitin. Wespen- und Hornissenstiche seien zwar schmerzhaft, sagt Lucas, verheilen aber schnell. Als Ersthilfe-Maßnahme rät er, ein Blatt Spitzwegerich auf der Wunde zu zerreiben; die Öle wirken antibakteriell. Ist keiner im Garten, tut es auch 96-prozentiger Alkohol aus der Apotheke.

Auch für diejenigen, die sich nicht an den Insekten stören und den Tieren sogar dringend benötigten Lebensgrundlagen geben wollen, hat Lucas Rat. Vor allem Wildbiene und Hummeln sind stark gefährdet. Die Tiere leben nicht in größeren Schwärmen, sondern nisten einzeln in totem Holz oder im Boden. Sie sind spezialisiert auf bestimmte Blumen in der Nähe. Lucas hilft beim Einrichten eines Insektenhotels und bei der Blühpflanzenauswahl.

Zu erreichen ist Michael Lucas unter (05131) 476748 oder (0172) 9426657. Die Beratung ist kostenlos. Muss Lucas ein Volk umsetzen, freeut sich der Nabu über eine Spende für die Dienstleistung. Weitere Informationen und auch Termine für Vorträge gibt es auf wespen-in-garbsen.de. Michael Lucas lädt zu einem Wespen-Infospaziergang am Sonnabend, 20. August, im Stadtpark ein. Treffpunkt ist um 14 Uhr der Stadtpark-Eingang am Kastendamm.

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Von Benjamin Behrens

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