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Garbsener gesteht Auftragsmord

Garbsen Garbsener gesteht Auftragsmord

Ein Garbsener sollte 2014 im Auftrag zweier jesidischer Familien einen Geschäftsmann aus Nienburg erschießen. Der Mordanschlag schlug fehl, das Opfer überlebte schwer verletzt. Vor dem Landgericht Verden hat der 33-Jährige jetzt gestanden.

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Der mutmaßliche Auftragskiller aus Garbsen hat am Montag seine Aussage vor Gericht begonnen.

Quelle: Symbolbild

Garbsen/Verden. „Ich habe die Augen geschlossen, den Kopf weggedreht und geschossen“, sagte der Angeklagte. Ausführlich schilderte er, wie es zu dem gescheiterten Auftragsmord kam. Perfider Teil des Plans: Die Auftraggeber wollten den Geschäftsmann vorher um 10.000 Euro betrügen, um damit den Auftragsmörder zu bezahlen.

Auslöser für den Mordauftrag war die Affäre des türkischstämmigen Geschäftsmannes mit der Ehefrau von Ragip B. Dieser stammt wie sein Vater Mustafa B. und die Familie der Ehefrau aus dem kurdisch-jesidischen Kulturkreis. Eine solche Affäre verletzt die Ehre beider Familien. Nach dem Verständnis der Familien hätte der Mord die Ehre wiederhergestellt.

Angeklagt sind insgesamt fünf Beteiligte. Alle waren nach der Schilderung des 33-Jährigen in den Mordplan involviert.

Zum dritten Verhandlungstag hatte der Garbsener eine 23-seitige Erklärung mitgebracht, Satz für Satz von einer Dolmetscherin verlesen. Mustafa B. aus Hoya habe ihn bedrängt, die Tat auszuführen. Versprochen habe man ihm 10.000 bis 15.000 Euro, die er gut gebrauchen konnte.

Das Opfer sei vor der Tat beobachtet worden. Es habe einen ersten Anlauf gegeben, doch da will der 33-Jährige noch einen Rückzieher gemacht haben. Am 7. Dezember 2014 habe ihn Mustafa B. zum Tatort gefahren. „Er wollte im Auto bleiben. Ich sollte gehen und die Sache erledigen“, sagte der 33-Jährige. Er wartete vor dem Geschäft auf das Opfer. Die Anweisung: „Erste Kugel in den Kopf, restliche Kugeln ins Herz.“ Doch der Garbsener will gezielt in den Rücken geschossen haben.

„Nach dem ersten Feuer hat er sich mit dem Gesicht zu mir gedreht. Er war in Panik. Er sah aber nicht so aus, als wenn ihn eine Kugel getroffen hätte.“ Dann fiel der zweite Schuss, nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in der Absicht, das Herz zu treffen. Der Schütze bestreitet das: „Ich war nicht in der Lage ihn zu töten, ich wollte ihn nur verletzen.“ Der Prozess wird am 6. Oktober fortgesetzt.

Von Wiebke Bruns

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