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Gefälschte Mail beschert Schülern freien Tag

Garbsen Gefälschte Mail beschert Schülern freien Tag

Eine gefälschte E-Mail hat Hunderten Schülern in Garbsen am Freitag einen freien Tag beschert: In der Nachricht wurde verkündet, der Unterricht am Johannes-Kepler-Gymnasium falle wegen des Wetters aus. Der Großteil der insgesamt mehr als 700 Schüler blieb daraufhin zu Hause. Die Schule will Anzeige erstatten.

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Diese gefälschte E-Mail machte unter Schülern des Garbsener Gymnasiums die Runde.

Quelle: Archiv/privat/Montage

Garbsen. Die E-Mail machte in der Nacht zu Freitag die Runde: „Liebe Schülerinnen und Schüler, der Unterricht am 08.01.2016 fällt aufgrund der momentanen Witterungslage aus. Bitte benachrichtigen sie die anderen Schüler rechtzeitig.“ Unterzeichnet war die Nachricht mit dem Namen des Schulleiters des Gymnasiums. Der jedoch hat diese Mail nicht verschickt, sondern seinerseits eine gefälschte Mail erhalten. „Mich erreichte eine ähnliche Mail, angeblich von der Landesschulbehörde“, berichtet Schulleiter Dieter Schwandt auf Anfrage der HAZ. Es sei aufgrund der nicht korrekten Absender-Mailadresse sowie Rechtschreibfehlern schnell ersichtlich gewesen, dass es sich um eine Fälschung handele. Er habe daraufhin per E-Mail und auf der Schulwebseite informiert, dass der Unterricht stattfindet. Doch da war es schon zu spät. Aufgrund der falschen Mail blieben tatsächlich zwei Drittel der Schüler zunächst zu Hause, im Laufe des Vormittags trudelte insgesamt rund die Hälfte aller Schüler ein.
Schulleiter Schwandt informierte bereits am frühen Morgen die Garbsener Polizei und will noch am Freitag Anzeige erstatten. „Wir werden dem natürlich nachgehen. Nachdem wir alle Informationen zu dem Fall zusammengetragen haben, werden wir prüfen, ob sich die Abteilung Cybercrime um den Vorfall kümmern wird“, berichtet eine Beamtin der Polizeiinspektion Garbsen.

Tatsächlich scheint es sich nicht um einen schnell eingefädelten Schülerstreich zu handeln. Die Mail an die Schüler ging von einer täuschend echten Mailadresse aus, auf die offenbar nur über den Schulserver „iServe“ zugegriffen werden kann. „iServe“ stellt für zahlreiche niedersächsische Schulen Webtechnik zur Verwaltung der Homepages und Mailverteiler zur Verfügung. Auch eine E-Mail, die auf den ersten Blick wie die Nachricht der Landesschulbehöre aussieht, lässt sich wohl nicht ohne Technikkenntnisse erstellen.

Der Fall ist schon die zweite Manipulation der Internetkommunikation der Schule. Vor einiger Zeit hatten sich Unbekannte in den Vertretungsplan der Schule gehackt.

Sollte sich der Vorfall doch als ein Streich von Schülern des Gymnasiums am Garbsener Planetenring herausstellen, droht den Urhebern nicht nur eine Ermahnung: „Am Ende könnte ein Schulverweis stehen“, sagt Schuleiter Schwandt. Den zu Hause gebliebenen Schülern indes drohen keine Konsequenzen. „Da können wir in einem solchen Fall ja niemandem einen Vorwurf machen“, sagt Schwandt.

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