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Hilfe mit Schneeballeffekt

Garbsen Hilfe mit Schneeballeffekt

Stolz sind Garbsens Flüchtlingshelfer darauf, was sie in den vergangenen Monaten auf die Füße gestellt haben. Das war den Vertretern aller Gruppen anzumerken, die am Dienstag die Gelegenheit hatten, Katrin Göring-Eckardt davon zu erzählen. Klagen bekam die Franktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag dabei wenig zu hören.

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Katrin Göring-Eckardt (links) lässt sich von Margarete Stenzel (Mitte) eine Krabbeldecke zeigen, die in der Nähgruppe produziert wurde.

Quelle: KRANZ

Horst. An einem Punkt ließ Rebekka Hinze keinen Zweifel. "Die Flüchtlingswelle hat uns vor große Herausforderungen gestellt", sagte die Garbsener Ehrenamtskoordinatorin. "Ohne Ehrenamtliche könnten wir diesen Aufwand nicht betreiben." Vertreter aller Helfervereinigungen saßen im großen Stuhlkreis im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Frielingen-Horst-Meyenfeld und erzählten der Politikerin aus ihrem Alltag mit den Flüchtlingen. Die Erfahrungen, die die aktiven Flüchtlingshelfer, an Katrin Göring-Eckardt herantrugen, waren vielfach von großer Empathie geprägt. "Ich habe selbst von meiner Arbeit hier profitiert", sagte Margarete Stenzel, die mit anderen Frauen eine Nähgruppe leitet. "Mir ging es im vergangenen Jahr nicht gut. Die Flüchtlinge haben mich sehr davon abgelenkt."

Katrin Osterwald vom ökumenischen Sozialprojekt Neuland beobachtet sogar schon einen Schneeballeffekt. "Es mischt sich ganz viel. Es kommen auch Helfer, die mit Kirche nichts zu tun haben, und viele, die von uns Hilfe bekommen haben, kommen jetzt selbst, um zu helfen", sagte sie. Deren Einsatz als Übersetzer sei unersetzlich, denn "Dolmetscher haben wir derzeit nur auf ehrenamtlicher Basis". Das reiche nicht aus, erklärt Hinze. Vor allem Mütter mit Kindern müssten immer noch zu lange auf Deutschkurse warten.

Für Göring-Eckardt ein sehr wichtiges Problem: "Von der Anzahl der Deutschkurse für Frauen wird abhängen, ob sie sich integrieren und was sie an ihre Kinder weitergeben können", sagte sie. Diakon Ronald Brantl kämpft derweil darum, dem ebenfalls anwesenden Syrer Yasser Hassan in der Fahrradwerkstatt beschäftigen zu dürfen. Die bürokratischen Hürden seien allerdings enorm. Katrin Göring-Eckardt stellte nach der am Dienstag in den Medien aufgekommenen Diskussion über verbreitete Schwarzarbeit unter Flüchtlingen nüchtern fest: "Das zeigt doch, dass sie etwas tun wollen." 

Die von so viel Engagement beeindruckte Politikerin aus Berlin bedankte sich am Ende bei allen Helfern für deren ehrenamtliche Arbeit. "Der Bedarf wird bleiben", prognostizierte sie.

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