Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Grüne fordern Vergünstigungen für Feuerwehr

Garbsen Grüne fordern Vergünstigungen für Feuerwehr

Mehr als 500 Frauen und Männer sind in Garbsen ehrenamtlich für die Feuerwehren tätig. Sie opfern ihre Freizeit und begeben sich im schlimmsten Fall in Lebensgefahr. Dieser Einsatz soll besser belohnt werden, finden die Grünen im Rat. Sie wollen als Anerkennung ein "System von Vergünstigungen".

Voriger Artikel
Ehrliche Finderin bringt Geldtasche zur Polizei
Nächster Artikel
Unbekannter schießt mit Luftgewehr auf Krähe

"Es geht uns nicht ums Geld", sagt Garbsens Stadtbrandmeister Ulf Kreinacker. Über mehr Anerkennung für ihren Einsatz würden sich die Ehrenamtlichen aber freuen.

Quelle: Gerko Naumann

Garbsen. Die Grünen fordern die Verwaltung deshalb auf, sich etwas zu überlegen. Ein paar konkrete Ideen hat der Fraktionsvorsitzende Darius Pilarski aber schon gesammelt: "Ich könnte mir Vergünstigungen in Sportvereinen, in der Stadtbibliothek und beim Schwimmbad-Eintritt vorstellen", sagt er. Ziel des Antrages sei es, Wertschätzung für die unverzichtbare Leistung der Ehrenamtlichen zu zeigen. Schließlich schützen die mit ihrem Einsatz regelmäßig "das Leben und Eigentum anderer".

Grundsätzlich begrüßt die Verwaltung den Vorschlag der Grünen, heißt es in einer Stellungnahme des Stadtkämmerers Walter Häfele. Die Freiwilligen Feuerwehren leisteten in Garbsen seit Jahren anerkannt gute Arbeit. Und das nicht nur beim Brandschutz, sondern auch "als wichtige Säulen innerhalb der Dorfgemeinschaften". Diese Engagement werde bislang nur indirekt gefördert - über Zuschüsse zur sogenannten Kameradschaftskasse. Daraus zahlen die Feuerwehrleute gemeinsame Unternehmungen wie etwa Weihnachtsfeiern. Eine direkte Gegenleistung in Form einer Aufwandsentschädigung erhalten jedoch nur Funktionsträger, also zum Beispiel Orts- und Stadtbrandmeister.

Ist Sponsoring die Lösung?

Die konkrete Form von möglichen Vergünstigungen für Feuerwehrleute müsse noch ausgearbeitet werden, sagte Häfele. Es gebe Überlegungen, "mit hiesigen Geschäftsleuten zu sprechen". Vorstellbar seien eine Art Sponsoring oder dauerhafte Rabatte im "niedrigen Prozentbereich".

Und was sagen die Betroffenen selbst? Stadtbrandmeister Ulf Kreinacker findet den Antrag gut, er sieht "durchaus noch Handlungsbedarf" beim Thema Anerkennung fürs Ehrenamt. Allerdings betont er auch: "Es geht uns nicht ums Geld." Niemand trete in eine freiwillige Feuerwehr ein, weil er sich davon finanzielle Vorteile verspricht. Das geschehe aus Überzeugung. Ein wenig mehr Anerkennung wünschten sich jedoch viele im Kreis seiner Kameraden, sagt der Stadtbrandmeister. Aus anderen Städten wisse er zum Beispiel, dass die Ehrenamtlichen kostenlos an Parkuhren halten dürfen. "Das finde ich eine gute Idee", sagt Kreinacker.

Mit dem Antrag der Grünen beschäftigt sich der Feuerschutzausschuss der Stadt Garbsen am 16. März. Im Rat sind die Vergünstigungen für die Ehrenamtlichen dann am 3. April Thema. Die Sitzungen beginnen um 18 Uhr beziehungsweise 18.15 Uhr im Ratssaal des Rathauses.

Das ist die Ehrenamtskarte

Stadt und Region zeichnen Menschen, die sich unentgeltlich um das Allgemeinwohl verdient gemacht haben, mit der sogenannten Ehrenamtskarte aus. Der goldglänzende Plastikausweis räumt seinem Besitzer in vielen öffentlichen Einrichtungen Vergünstigungen ein – etwa in Museen, Theatern und Bädern. Mit der Einführung der Ehrenamtskarte im Jahr 2007 wollte das Land Niedersachsen seinen Freiwilligen etwas Gutes tun. Seit Ende 2009 beteiligt sich die Stadt Hannover an dem Projekt, seit 2010 auch die Region. Voraussetzung für den Erhalt einer Karte ist ein mindestens drei Jahre langes ehrenamtliches Engagement (mindestens fünf Stunden pro Woche). Die Träger müssen volljährig sein.

In Garbsen ist die Zahl der Vergünstigungen mit der Karte allerdings überschaubar. So können sich die Besitzer bei der Freiwilligen-Agentur Bierzeltgarnituren und das Glücksrad kostenlos ausleihen. Zudem gibt es Freikarten für den Blues Evening im Rathaus und Ermäßigungen für Kurse der Volkshochschule. Ein wirklicher Anreiz ist das nicht, sagt Garbsens Stadtbrandmeister Ulf Kreinacker. Er selbst darf die Karte ohnehin nicht mehr nutzen, weil er für sein Amt eine Aufwandsentschädigung kostet. Aber auch früher habe er sie selten genutzt. Immerhin, berichtet Kreinacker mit einem Augenzwinkern: "Einmal habe ich einen Cappuccino in einem Möbelgeschäft 35 Cent günstiger bekommen."

doc6tzkbmtd8is1d4d226kx

Die Ehrenamtskarte für Niedersachsen gilt als ein Zeichen des Dankes.

Quelle: Holger Hollemann

Von Gerko Naumann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6xkxyanz05tmbxkhoxg
Parkour ist mehr als nur eine Sportart

Fotostrecke Garbsen: Parkour ist mehr als nur eine Sportart

Lebensart-Garbsen

Viele interessante Informationen, Adressen und Unternehmen aus Hannovers Nachbarort finden Sie im innovativen Netzwerk "Lebensart Garbsen". mehr