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Grünes Kreuz - große Chance

Garbsen Grünes Kreuz - große Chance

Als er das grüne Kreuzchen auf seinem Zettel sieht, fällt Sakhy Mohammad Fahim auf die Knie. Der junge Afghane hat es geschafft. Ab Montag wird er sich jeden Morgen mit Bus und Bahn auf den Weg nach Hannover zur Hannah-Arendt-Schule machen - als einer von 15 Teilnehmern am Sprach- und Integrationsprojekt Sprint.

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Hoffen auf eine einmalige Chance und den Platz im Deutschkurs: Junge Flüchtlinge aus Garbsen sprechen mit Schulleiter Fritz Michler.

Quelle: Linda Tonn

Garbsen. Entwickelt vom Niedersächsischen Kultusministerium, soll das Projekt Flüchtlingen zwischen 16 und 21 Jahren helfen, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und sie mit der Berufs- und Arbeitswelt vertraut machen. Das Ziel ist einen Beruf zu finden. Dafür stellt das Land den 140 berufsbildenden Schulen mehr als 5,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Fahim hält einen gut gefüllten Stundenplan in den Händen: Deutsch, Rechnen, EDV, Sport. Die Zeit des zermürbenden Nichtstuns ist vorbei. 25 Stunden in der Woche wird er die Schule besuchen, ein Jahr lang. „Ich bin so glücklich über diese Chance“, sagt der 20-Jährige. Er kam vor sechs Monaten nach Deutschland und lebt jetzt mit mehr als 100 Syrern, Afghanen und Irakern im DRK-Flüchtlingsheim an der Ludwigstraße. Er will Fitnesstrainer werden und hofft auf einen Ausbildungsplatz.

Deutsch zu lernen ist für Fahim und die anderen jungen Männer im Raum ein wichtiger Schlüssel.In Scharen drängen sie sich bittend um Schulleiter Fritz Michler und wedeln mit ihren Papierausweisen. „Wir können nur 15 Schüler aufnehmen, mehr geht nicht“, wiederholt Michler immer wieder. Nun muss das Los entscheiden.

Bewerben konnte sich jeder Bewohner unter 21 Jahren. „Diejenigen, die es nicht geschafft haben, sind traurig und enttäuscht“, weiß Heimleiterin Brigitte Kessner. „Man glaubt nicht, wie existenziell ein guter Deutschkurs für sie ist.“ Nun ist wieder eine Chance geplatzt.

Über das Sprachniveau und die schulische Vorbildung seiner Teilnehmer hat Michler noch keinen Überblick. Das werde sich zeigen. Dass ab Montag auch zwei Frauen in seinem Klassenraum sitzen werden, freut ihn besonders. Alle mit grünem Kreuz bittet er zum Foto - für den Schülerausweis.

Von Linda Tonn

Dr. Fritz Michler, Schulleiter der Hannah-Arendt-Schule Hannover (BBS 5), will den 15 Teilnehmern des Projektes Sprint eine Perspektive in Deutschland geben. Mit ihm spricht Linda Tonn:

Warum hat sich Ihre Schule für das Sprint-Projekt beworben?

Es ist wichtig, dass die jungen Menschen schnell eine Möglichkeit bekommen, sich in Deutschland zu integrieren. Das funktioniert in erster Linie über die Sprache. Unsere Schule hat die Kapazitäten, Unterricht für eine Klasse zu gestalten – das machen wir jetzt auch. Die Teilnehmer sollen viel von Deutschland mitbekommen, damit sie die Chance haben, hier weiter zur Schule zu gehen oder studieren zu können.

Schaffen Sie das in einem Jahr?

Die Garantie, dass alle Schüler nach einem Jahr so weit sind, dass sie hier ein Praktikum machen oder studieren können, gibt es nicht. Dafür sind die Voraussetzungen auch zu unterschiedlich. Für uns ist das Projekt auch Neuland. Aber alles ist besser, als die jungen Menschen untätig in den Unterkünften zu lassen.

Wie wird der Unterricht ablaufen?

Der Unterricht beginnt um 12.40 Uhr – vorher sind alle Räume belegt. Deutschkurse haben absolute Priorität, aber auf dem Stundenplan stehen auch EDV, Rechnen und Sport. Mittwochs ist unser Aktionstag zur beruflichen und kulturellen Orientierung. Da besichtigen wir zum Beispiel das VW-Werk, den Landtag oder die HDI-Arena.

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