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Guryevs Herz schlägt fürs Schubert

Schloss Ricklingen Guryevs Herz schlägt fürs Schubert

In vier renommierten Gastronomiebetrieben haben 2014 und 2015 die Pächter- oder Eigentümer gewechselt. Bei Bullerdieck, im Dicken Fritz und auch bei Körber weht ein anderer Wind. Wer sind „die Neuen“, und was treibt sie an? Wir beginnen unsere kleine Serie mit dem Gasthaus Schubert in Schloß Ricklingen.

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Tee-Nase: Yuriy Guryev ist neuer Chef im Gasthaus Schubert. Er ist Koch, hat seine eigene Teemarke und enorm viele Ideen für die Zukunft.

Quelle: Von Markus Holz

Schloss Ricklingen. Yuriy Guryev legt die Teebeutel in seine Hand, reibt ganz leicht und zieht das Aroma in seine Nase. Das ist sein Tee, seine Marke. Gerold steht auf der Packung. Gerold war eine Kaffeemanufaktur in Berlin. Yuriy Guryev hat den Namen gekauft, weil er für Handwerk steht, für Echtheit und Qualität. Tee ist aber nur eine Leidenschaft, ein Nebenjob im Leben dieses quirligen Mittvierzigers.

Yuriy Guryev und seine Frau Irina betreiben seit dem 1. September 2015 das Hotel und Gasthaus Schubert in Schloß Ricklingen. Es stand zum Verkauf. Der 46-jährige Koch, Barkeeper, Kellner und Unternehmer hat einen Pachtvertrag vorgezogen. „Wenn es gut läuft, kaufen wir“, sagt er. Zur Familie gehören noch zwei Töchter (10 und 16 Jahre alt). „Ich habe nichts gesucht, das hat sich einfach so ergeben, und ich dachte, das ist eine Chance“, sagt der gebürtige Ukrainer.

Die Weltmeere hat er befahren als Koch auf Kreuzfahrtschiffen, er hat in der Ukraine seine erste Bar geführt, hat sich mit Im- und Export herumgeschlagen, bis „das Leben in Odessa für uns nicht mehr lebenswert war - zu viel Krise, zu viel Umbruch und Unsicherheit“. 2001 siedelte er aus, mit 1000 Euro und sonst nichts. Die 1000 Euro hat ein Makler für eine Wohnung kassiert.

Guryev hat wieder gekocht, in Steinhude, in Schloß Ricklingen bei Thiele, später auch im Schubert. „Ich kenne die Leute hier ein bisschen und sie kennen mich“, sagt der Mann mit Sinn für den guten Geschmack. Bei ihm in der Küche gibts kein Pulver, keine Tüten, nichts Vorgegartes von Nestlé, Oetker und Co. Guryev liebt das Echte. Aber ein Profil für eine neue Karte hat er noch nicht. Er weiß nur: Ein Kneipenkonzept mit Bier und Pommes trägt nicht. Er braucht etwas Originelles. Sonntag und Mittwoch sind seine Aktionstage für Brunch oder Büfett. Dienstags ist Ruhetag, der Sonnabend gehört den Familien- und Gruppenfeiern. Guryev schwirrt der Kopf. Gerade hat er die Postagentur in seinen Kiosk eingebaut. Der Internetauftritt gehört überarbeitet, Rezepte will er entwickeln, im Keller soll irgendwann Kaffee geröstet werden, Marke Gerold. „Es ist viel, aber wir werden es schaffen“, sagt er.

Von Markus Holz

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