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Hilfe gegen kleine Gebühr

Garbsen Hilfe gegen kleine Gebühr

Der ehrenamtliche Handwerkerdienst boomt. Immer mehr ältere Menschen, vor allem Frauen, nehmen die Hilfsarbeiten für einen kleinen Obolus in Anspruch.

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Wolfgang Mazur (68) engagiert sich beim ehrenamtlichen Handwerkerdienst. Bei Renate Reimann bringt er einen Rauchmelder an der Decke an. 

Quelle: Bettina Franke

Garbsen. Wolfgang Mazur steht sicher auf der Leiter und schraubt einen Rauchmelder an die Decke des Esszimmers von Renate Reimann, die ihm erleichtert dabei zuschaut. „Auf die Leiter traue ich mich nicht mehr“, sagt die 80-jährige, alleinstehende Rentnerin. Deshalb hat sie sich beim ehrenamtlichen Handwerkerdienst ihrer Stadt gemeldet und um Hilfe gebeten.

Der Handwerkerdienst ist genau für solch einen Fall da: Freiwillige helfen älteren Menschen bei kleineren Reparaturarbeiten und handwerklichen Aufgaben, die im Haushalt anfallen und die sie nicht (mehr) selbst bewältigen können - wenn beispielsweise eine Glühlampe ausgewechselt werden muss, ein Abflussrohr verstopft ist oder der Fernseher neu eingestellt werden soll. „Ich habe auch nette hilfsbereite Nachbarn, aber die mag ich nicht immer fragen“, sagt Reimann. Deshalb hat sie öfter beim ehrenamtlichen Handwerkerdienst um Unterstützung gebeten - mal, weil eine Außenleuchte befestigt werden musste, ein anderes Mal, als eine Schublade kaputt war. „Das ist wirklich eine feine Sache.“ Und Zeit für ein nettes Gespräch bleibt meist auch.

Den ehrenamtlichen Handwerkerdienst in Garbsen gibt es seit 2012. Menschen ab 60 Jahren mit kleinem Einkommen können ihn in Anspruch nehmen - gegen eine kleine Aufwandsentschädigung von 5 Euro und bei Bedarf anfallenden Materialkosten. „Das Angebot wird zu 98 Prozent von Frauen genutzt, das Durchschnittsalter liegt bei 73 Jahren“, sagt Seniorenberaterin Heike Müller-Schulz. Der Handwerkerdienst ist montags und mittwochs von 10 bis 12 Uhr unter Telefon (0 51 31) 70 72 64 zu erreichen.

Mazur (68) ist selbst Rentner und war schon öfter bei Reimann. Er ist einer von 14 handwerklich versierten Freiwilligen in Garbsen, die im Seniorenalter sind und sich ehrenamtlich engagieren. „Ich wollte gern noch etwas tun. Das Projekt hat mir einfach gut gefallen, deshalb mache ich von Anfang an mit“, sagt er. Zu seinen Einsatzorten fährt Mazur mit dem Fahrrad, immer mit dabei: sein Werkzeugkasten. Er hat Spaß an seiner Aufgabe und ist über die Freiwilligenagentur der Stadt versichert.

Die handwerklichen Aufgaben sind auf maximal zwei Stunden begrenzt. Es darf sich nicht um immer wiederkehrende Arbeiten handeln. Denn das freiwillige Angebot will nicht die Arbeit professioneller Handwerksbetriebe ersetzen, sondern soll lediglich bei Kleinstreparaturen unterstützen. „Wir achten genau darauf, dass das so bleibt, und verweisen im Falle eines Falles an Fachbetriebe“, sagt Mazur.

Von Bettina Francke

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