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Interesse an Ruhewald wächst

Garbsen/Schloß Ricklingen Interesse an Ruhewald wächst

Die Garbsener Humanisten führen bereits eine Liste über Interessenten für den geplanten Ruhewald am Lönsweg. Zur Unterstützung ihres Vorhabens haben sie begonnen, Unterschriften zu sammeln. Unterdessen hält sich die Kirchengemeinde zur möglichen Übernahme des städtischen Friedhofs in der Öffentlichkeit noch bedeckt.

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Wer wird den städtischen Friedhof am Lönsweg künftig betreiben? Das Ringen geht weiter.

Quelle: Bernd Riedel

Schloß Ricklingen. Weder Michael Hagen, Superintendent des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf, zu dem die Kirchengemeinde Schloß Ricklingen gehört, noch die Schloß Ricklinger Pastorin Susanne Sander wollten sich gestern schon äußern über die Einschätzung des Kirchenamtes zur möglichen Übernahme des städtischen Friedhofs am Lönsweg. Die Humanisten hatten zuerst angeboten, diesen Friedhof im Zuge der Verwirklichung des Ruhewald-Projekts mit zu übernehmen. Darauf hatte die Kirchengemeinde ihren Hut in den Ring geworfen.

Sander will erst  Bürgermeister Christian Grahl und die Ortsräte informieren, ehe sie an die Öffentlichkeit geht. Das Kirchenamt in Wunstorf habe vorab geprüft, wie wirtschaftlich die Gemeinde das Projekt betreiben kann, sagte Superintendent Hagen: "Jetzt liegt die Entscheidung bei der Kirchengemeinde." Sollte die sich für den Betrieb entscheiden, muss sie sich das von der Landeskirche genehmigen lassen - die dann auch die ermittelten finanziellen Bedingungen zur Grundlage nehmen wird.

Bei einer Informationsveranstaltung des Dorfentwicklung- und Traditionsvereins (DTV) am Dienstag hatten die Humanisten ihr Friedhofs- und Friedwaldprojekt vorgestellt. Resonanz unter den etwa 50 Teilnehmern: "überwiegend positiv", schreibt der DTV-Vorsitzende Hans-Peter Wendorff. Während eine kleine Gruppe den Standpunkt "Friedwald ja - aber nicht in Schloß Ricklingen und schon gar nicht mit den Humanisten" vertrat, sei die Einrichtung eines Ruhewaldes für Garbsen überwiegend begrüßt worden. Ein Argument: Wer heute unter einem Baum seine letzte Ruhe finden will, muss auf Plätze außerhalb Garbsens ausweichen, obwohl er vielleicht lieber im Stadtgebiet beigesetzt werden möchte. Diese "Kunden" fehlen letztlich den Garbsener Friedhöfen.

Die Humanisten haben derzeit 56 solcher Kunden auf der Warteliste für den Ruhewald. Hinzu kämen die 50 Mitglieder, die ebenfalls interessiert seien. Sie rechnen mit einer Gebührenhöhe von bis zu 500 Euro pro Urnenplatz, "das ist deutlich weniger als in anderen Ruheforsten", sagt Karl-Otto Eckartsberg von den Humanisten. Er nehme eine grundsätzlich positive Resonanz aus der Bevölkerung wahr. Der Verband will das bestehende Friedhofsgelände zusammen mit den DTV herrichten, sobald der Ruhewald betriebsbereit sei. Dem Vorwurf von Kritikern, die Humanisten hätten keine Erfahrung mit Friedhöfen, hält Eckartsberg entgegen: "Wir haben hervorragende Fachleute in unseren Reihen, die das können. Vor fünf Jahren hat uns auch keiner den Betrieb der Krippe im Pflegeheim am Eichenpark zugetraut."

Norbert Gehrke, Ratsherr und Humanist, stellt klar, dass der Humanistische Verband kein eingetragener Verein, sondern eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist. Der Friedhof in Schloß Ricklingen solle nicht allein von den Garbsener Humanisten, sondern in erster Linie vom Landesverband betreut werden. Die Gebührengestaltung werde deshalb mit den Gebühren der Kirche vergleichbar sein, sagt Gehrke. Eckartsberg rechnet nicht damit, dass der Rat der Stadt vor Februar über den Verkauf des Friedhofs an einen neuen Träger entscheidet. An den öffentlichen Beratungen ist unter anderem der Ortsrat Horst beteiligt.

Daher sammeln die Humanisten Unterschriften, auch am Sonntag, 13. November, ab 11 Uhr beim Offenen Treff im Wohnwinkel, Hannoversche Straße 165a. Eckartsberg will mit den Gästen die DTV-Veranstaltung bewerten und über weitere Projekt sprechen. Außerdem können sich Interessenten sowohl in die Ruhewald-Liste, als auch in die Unterschriftenliste eintragen.

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Von Redakteur Bernd Riedel

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