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Humanisten wollen Waldfriedhof eröffnen

Garbsen/Schloß Ricklingen Humanisten wollen Waldfriedhof eröffnen

Die Garbsener Humanisten arbeiten an der Eröffnung eines Wald- und Naturfriedhofs, den sie als Ergänzung zu den bestehenden kirchlichen und städtischen Angeboten verstehen. Sie verhandeln derzeit über den Verkauf eines Waldgrundstücks in der Verlängerung des städtischen Friedhofs am Lönsweg - mit schönem Blick auf die Leineaue.

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In der Verlängerung des städtischen Friedhofs am Lönsweg in Schloß Ricklingen wollen die Humanisten einen Waldfriedhof eröffnen.

Quelle: Bernd Riedel

Schloß Ricklingen. "In den vergangenen Jahren hat sich ein Wandel in der Trauer- und Bestattungskultur vollzogen ", sagt Karl-Otto Eckartsberg, Vorsitzender der Humanisten und Grünen-Ratsherr in Garbsen, "Menschen suchen neue, individuelle Wege." Die Humanisten würden häufig von Garbsenern angesprochen, die sich eine andere Art der Bestattung als die herkömmlichen wünschen. "Das hat uns auf die Idee des Ruhewaldes oder Ruhehains gebracht", sagt Eckartsberg.

Geplant ist der Erwerb eines etwa ein Hektar großen Waldgrundstücks in der Verlängerung des städtischen Friedhofs am Lönsweg in Schloß Ricklingen: "Wir sind im Wesentlichen handelseinig mit dem Eigentümer", sagt Eckartsberg. "Wir haben der Stadt nun angeboten, den städtischen Friedhof mit in Trägerschaft zu nehmen", sagt Norbert Gehrke, stellvertretender Vorsitzender der Humanisten und SPD-Ratsherr. Interesse seitens der Stadt bestehe. Man warte auf eine Antwort, um dann den Kaufvertrag zu unterschreiben und das Konzept zu erarbeiten, das vom Land genehmigt werden muss. Auf dem bisherigen Friedhofsteil soll es bei Körperbestattungen bleiben. "Selbstverständlich werden auch alle religiösen Riten weiter möglich sein", sagt Eckartsberg.

Es wäre der erste Wald- und Naturfriedhof der Humanisten in ganz Niedersachsen - deshalb unterstützt der Landesverband das Projekt auch kräftig. Die geschätzte Gesamtinvestition von 20.000 bis 30.000 Euro trägt der Landesverband. Die Trägerschaft wird der Ortsverband übernehmen. Einzelheiten müssen noch erarbeitet werden, klar ist: Es wird sich um Urnenbestattungen an den Wurzeln eines Baumes handeln - in der Regel anonym. Doch kann auf besonderen Wunsch eine einheitliche Beschilderung vorgenommen werden. "Wir denken daran, zum Beispiel einen nach jahrhundertealter Tradition hergestellten handgestrichenen Ziegelstein am Rande des Feldes mit den Namen der Verstorbenen einzulassen", sagt Gehrke. Um das Angebot des Waldfriedhofs zu nutzen, müsse man kein Mitglied bei den Humanisten sein.

Die Humanisten  - der Ortsverband ist auf mehr als 50 Mitglieder angewachsen - bieten Feier- und Trauerredner zu jedem Anlass, zu dem auch Kirchen und religiöse Gemeinschaften ihre Angebote machen. Sie gestalten in Garbsen Jugendfeiern in Alternativen zu den Konfirmationen und Kommunionen, haben aber auch Philosophiekurse für Kinder und Jugendliche parat. Glaubensfreiheit verstehen sie auch als Freiheit, sich keinem Glauben anzuschließen. In der anhaltenden Diskussion um die Verletzung religiöser Gefühle ein Standpunkt, den viele Menschen attraktiv finden. Sie betreiben im Eichenpark eine Kinderkrippe und würden gern auch einen Kindergarten eröffnen. Ihr neuestes Projekt ist der Waldfriedhof.

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