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Schüler suchen Frieden um jeden Preis

Garbsen Schüler suchen Frieden um jeden Preis

Für zwei Tage - Dienstag und Mittwoch - ist der Ratssaal zum fiktiven Verhandlungsparkett für ein Forum der Vereinten Nationen geworden. Schüler der IGS haben dort das Planspiel "h.e.l.p." gespielt. Mit dem Projekt zertifiziert das Jugendrotkreuz seit 2004 Schulen als Humanitäre Schule.

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Dennis Heptner beantragt für Deutschland einen Verhandlungstermin. Schließlich soll das Planspiel politische Verhandlungen simulieren.

Quelle: Benjamin Behrens

Garbsen-Mitte. Das fiktive Szenario: Zwischen Malea und Lufar tobt ein blutiger Konflikt. Die Rebellengruppe "Freies Lufar" will sich von dem nordafrikanischen Land abspalten. Die von der Regierung Maleas finanzierten Milizen gehen immer brutaler gegen den Aufstand vor. Denn das Land ist auf das Erdöl in der Provinz Lufar angewiesen und verkauft es dem asiatischen Land Bonin. Inzwischen sind Tausende Menschen in Maleas Nachbarland Nongi geflüchtet, mit dem Deutschland eng kooperiert.

Fiktive Länder - reale Konflikte

Im Erdkundeatlas würden sie fast alle diese Länder vergeblich suchen, doch für rund 30 Schüler des 11 Jahrgangs der IGS wurden sie zwei Tage lang sehr real. Denn als Verhandlungsführer der fiktiven Länder müssen sie deren Interessen vertreten. Der Ratssaal im Rathaus gab dem Rollenspiel zwei Tage lang eine extra Portion Realismus.

Seit 2004 zertifiziert das Jugendrotkreuz des DRK-Landesverband Niedersachsen über das Planspiel "h.e.l.p." Schulen als "Humanitäre Schule". Die Abkürzung steht für Humanitäres Entwicklungs- und Lernprojekt - rund 30 Schulen in Niedersachsen nehmen in diesem Jahr teil. Damit sich die Schüler besser in ihrer Rolle hinein versetzen können, geben Broschüren Hintergrundinformationen zu den fiktiven Ländern - vermischt mit Fotos aus dem realen Afrika. Sie zeigen Elend in Flüchtlingslagern, bewaffnete Soldaten und humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen und des Roten Kreuz.

Antonios Liokareos ist in die Rolle von Herrn Müller vom Internationalen Komitee des Roten Kreuz geschlüpft. "Es ist schwierig, keiner möchte mit uns reden", sagt der 18-Jährige. Humanitäre Hilfe tritt offenbar auch im Rollenspiel schnell zurück, wenn Öl, Geld und Macht zu verteilen sind.

Alle Verhandlungstermine zwischen den Parteien müssen schriftlich beantragt und protokolliert werden, wie es auch in der Realität der Fall wäre. "Ich dachte Politik wäre zumindest ein bisschen einfacher", sagt Dennis Heptner. Er und zwei Klassenkameraden vertreten Deutschland. Einerseits versuchen die drei Schüler die Kämpfe zu beenden, andererseits haben sie Interesse am Öl. "Es könnte besser laufen."

Das Planspiel wird am Mittwoch im Ratssaal fortgesetzt.

Planspiel mit drei Phasen

Christopher Nordmeyer, Ganztags-Fachbereichsleiter der IGS, hat das Spiel schon am Gymnasium Lutherschule in Hannover durchgeführt - mit Erfolg, wie er sagt. "Ich finde es unheimlich wichtig, humanitäres und politisches Handeln zu verstehen", sagt Nordmeyer. Da helfe das Planspiel sehr.

Das Planspiel-Projekt besteht aus mehreren Teilen.  In der ersten Phase werden zwei Schüler zu Humanitären Scouts ausgebildet, sie lernen den Spielablauf genau kennen und leiten später in der Rolle der Vereinten Nationen die Verhandlungen. Jakob Kafka und Agathe Mnich aus dem 12. Jahrgang haben die Aufgabe übernommen. Phase zwei ist dann das zweitägige Planspiel. "Das Spiel kann man nicht zweimal gleich spielen", sagt Jakob Kafka. Die Verhandlungen liefen jedes Mal anders.

In der dritten Phase müssen die Schüler selbst ein humanitäres Projekt entwickeln und durchführen, bevor im Juni allen rund 30 teilnehmenden Schulen aus Niedersachsen die Zertifikate verliehen werden. Noch steht nicht fest, was für ein Projekt es wird - aber verhandeln können die Schüler jetzt ja.

Das ist das Planspiel-Projekt

Die Kampagne "Humanitäre Schule" des Jugendrotkreuzes im Landesverband Niedersachsen besteht aus dem Planspiel h.e.l.p. und einem humanitären Projekt. Arbeitsmaterialien, wie Broschüren und Videos, stellt das Deutsche Rote Kreuz zu Verfügung. Das Planspiel wird dann von den Schülern selbst in rund 18 Unterrichtsstunden durchgeführt, dazu gibt es einen Spielplan und Material für die Spielleiter. Auch die Ausbildung der Spielleiter in einem Wochenendseminar wird übernommen.

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Von Benjamin Behrens

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