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Ideen für Wohnhaus aus Rollstuhlfahrersicht

Altgarbsen Ideen für Wohnhaus aus Rollstuhlfahrersicht

Der Garbsener Rollstuhlfahrer Michael Günther (41) hat sich mit eigenen Ideen für ein geplantes behindertengerechtes Stadtteilhaus eingebracht. Er wird selbst dort einziehen.

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Freuen sich: Michaela Mendel-Kindermann, stellvertretende Geschäftsführerin vom Evangelischen Johannesstift (von links), Projektleiterin Johanna Sandersfeld, Maria-Luise Günther und ihr Sohn Michael.

Quelle: Carola Faber

Garbsen. Michael Günther kann sein Glück kaum fassen. „Endlich ausziehen“, ruft er erfreut, als er von dem geplanten Baustart des Stadtteilhauses in Altgarbsen an der Beethovenstraße erfährt. Der 41-Jährige hat seit seiner Geburt eine Behinderung. Für die Leiterin des Stadtteilhauses, Johanna Sandersfeld, war Günther der wichtigste Berater.

Im Moment leistet Mutter Maria-Luise Günther die Vollzeitpflege für ihren Sohn. „Wir haben unser Haus umgebaut, trotzdem sind die Bedingungen nicht ideal. Außerdem hat Michael das Bedürfnis, irgendwann auch mal allein zu leben“, sagt die Garbsenerin.

Michael Günther hat die Konzeption des Hauses aus seiner besonderen Warte begleitet. „Ich brauche viele Steckdosen, weil ich ohne Strom meine Rollstühle nicht benutzen kann“, sagt er. Wer im Rollstuhl sitzt, kommt mit Schiebetüren besser zurecht als mit den konventionellen.

Und wer wenig mobil ist, dem ist eine Fernbedienung für Türen, Fenster, Rollläden, die Kamera an der Haustür und den Fahrstuhl eine echte Erleichterung. All das haben die Planer ins Programm für ein Smartphone geschrieben. „Wir haben Michael viel zu verdanken“, sagt Sandersfeld.

Michael Günther wird eine der drei Dachgeschosswohnungen, konzipiert für Menschen mit Mehrfachbehinderungen, beziehen. Zur technischen Ausstattung gehören unter anderem motorgetriebene Sensoren für Türen und Fenster. Fenstergriffe in einer Höhe von 1,60 Meter wären für Michael Günther kaum erreichbar.

Das Projekt wird wegen seines Vorbildcharakters von der Region gefördert. Bauträger ist das Evangelische Johannesstift. „Das Stift erhält als Initiator neuer Ideen für ein lebendiges und soziales Wohnen eine Fördersumme von 50.000 Euro“ steht auf der Urkunde der Region. Michael Günther hält sie nach der Verleihung vorige Woche für ein paar Augenblicke stolz in der Hand - es ist auch seine Urkunde.

In einer bewegenden Rede spricht seine Mutter vor den mehr als 100 Gästen über Michaels ganz alltägliche Probleme, die zu unüberwindbaren Hürden werden und verhindern, dass Menschen wie er aktiv am Leben teilhaben. Der Fingertipp aufs Smartphone werde viele Hürden auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben beseitigen, meint Maria-Luise Günther.

Michael Günther arbeitet bei der Stadt Garbsen. Er absolvierte eine Ausbildung in Heidelberg und kann mit seiner rechten Hand einen Computer bedienen.

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