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Vorstellungen vom Altwerden sind vielfältig

Garbsen Vorstellungen vom Altwerden sind vielfältig

Es ist ein ganz normaler Prozess: Älter werden. Jeder macht das durch, aber die Vorstellungen vom Älterwerden sind so unterschiedlich, wie die Menschen, die es erleben. Der Ideenmarkt "richtig.gut.älter" in Garbsen wollte am Sonntag Antworten geben. Welche Fragen hatten die Besucher?

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Anbieter präsentieren im Rathaus eine große Auswahl an Tipps für Gesundheit, Freizeit und ehrenamtliches Engagement.

Quelle: Markus Holz

Garbsen. "Ich will mein Smartphone verstehen", sagt Else Prepens. Sie hat eins, aber der Umgang damit fällt ihr schwer. Wenn um Rat fragt, "dann zeigen mir alle, wie toll sie damit umgehen können, und ich bin hinterher so klug wie vorher. Vielleicht hat die Volkshochschule hier ein Angebot", sagt sie. Die Volkshochschule als größte Erwachsenenbildungsstätte ist nicht auf dem Ideenmarkt, aber andere Anbieter können Else Prepens weiterhelfen.

Ihr Mann steht neben einer Treppenliftanlage. "Das hat vielleicht noch Zeit, aber irgendwann wird das eine Anschaffung, wenn wir in unserem Haus wohnen bleiben wollen", sagt er, aber nicht so etwas, das sieht aus wie ein rollendes Klo. Da fehlt Design."

Wohnen ist ein großes Thema, Gesundheit und Freizeit auch. Suse Michel, Künstlerin aus dem Kulturhaus Kalle, hat die Wohnfrage für sich entschieden und einen Glückstreffer gelandet: Sie wohnt mit acht Freunden in einer WG. Das war ihr Traum, "funktioniert aber nur, wenn man WG-Erfahrung mitbringt und sich kennt", sagt sie. Wenn sie mit Bekannten darüber spricht, ist das Interesse groß - offenbar teilt sie den Traum nicht alleine. Aber es fehle an passenden Wohnobjekten, an versierten Architekten und an Menschen, die "das in die Hand nehmen und organisieren", sagt Michel. "Ich habe mich dafür entschieden, weil die heutigen Wohnformen für Ältere zum Beispiel in einem Altenheim nicht meinem Bedürfnis entsprechen. Ich finde das nicht schön, und ich glaube, das geht vielen so."

Die Ideenmesse der Stadt will Menschen ab 50 ansprechen, die Best Ager, Menschen wie Hermann Bähre. Er hat noch ein wenige Jahre bis zum Ruhestand und will sich vorbereiten - im Kopf. Er will nicht in ein Loch fallen. "Was mache ich mit meiner Zeit? Ich will das ein bisschen planen und gehe immer davon aus, dass ich gesund bleibe - das setzen, glaube ich, die meisten Menschen einfach so voraus."

Ilona Stolzmann und ihre beiden Freundinnen aus Berenbostel tun das jedenfalls. Radfahrerinnen, Kartenspielerinnen, Kneipp-Mitglieder, fit und sonnengebräunt. Und in zehn Jahren? "Themen wie Pflege verdränge ich, das hat Zeit. Vielleicht aber auch nicht, es kann ja schnell gehen, aber ich schiebe das weg", sagt sie. Ein 74-jähriger Mann aus Horst erlebt das für sich ähnlich. Aber es scheint ihn zu beruhigen, dass er einen "Trumpf" in der Hand hat. "Wenn es nicht mehr geht mit Haus und Garten, verkaufen wir und ziehen woanders hin. Die Immobilienpreise werden durch den Maschinenbau-Campus steigen", sagt er. Auch eine Überlegung.

Makler, Architekten, Anbieter seniorengerechter privater Wohnformen fehlen auf der Messe. Dafür finden Besucher in sehr vielen anderen Fragen Rat und Tipps. Das Angebot der Vereine an Aktivitäten in der Freizeit scheint schier unbegrenzt. Was ist wichtig für ein glückliches Älterwerden? "Der Experte für sich selbst zu bleiben", sagt Wencke Wassermann. Die selbständige Therapeutin und "Lebensreisebegleiterin", wie sie sich nennt, erlebt oft Menschen, die aus der Balance kommen und nicht weiter wissen. "Ich stelle dann immer die Frage: Wenn Sie jetzt einen Wunsch bei einer Fee frei hätten, welcher wäre das? Die meisten wissen das sofort, aber sie gehen es nicht an", sagt Wassermann. Ihre Empfehlung: Neugierig bleiben, das Leben annehmen, wie es ist, und aus allem Positiven Kraft schöpfen.

Dass die Stadt den Ideenmarkt mit so vielen Partnern regelmäßig anbietet, ist in diesem Sinne sicherlich ein sehr positives Element beim Älterwerden in Garbsen.

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Von Redakteur Markus Holz

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