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Quartier mit Vorbildcharakter

Altgarbsen Quartier mit Vorbildcharakter

In Altgarbsen entsteht ein neuer Treffpunkt: Das Evangelische Johannesstift baut an der Beethovenstraße ein Wohnquartier mit Pflegeeinrichtung und Nachbarschaftszentrum. Es soll im Sommer 2017 fertig sein.

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Das Quartiershaus Altgarbsen in der Projektzeichnung. So soll das Haus von der Straße Pottbergsweg aus aussehen. Das evangelische Johannesstift investiert rund 5,5 Millionen Euro.

Quelle: Planungsgruppe Niemeyer

Garbsen. Es sind noch alle Plätze frei, sagt Johanna Sandersfeld. „Wir haben viele Anfragen, aber noch keine Verträge. Wir wollten den Baubeginn abwarten.“ Sandersfeld vom Evangelischen Johannesstift wird das Haus leiten. Die ehemalige Krankenschwester hat ihren Baucontainer an der Mozartstraße bezogen - ein kleiner, weißer Raum, ihre Zentrale für die nächsten Monate. Ab nächster Woche will sie regelmäßige Sprechzeiten anbieten. Sie werden am Container ausgehängt und in der Presse veröffentlicht.

Die ersten Passanten stoppen schon. „Wir wohnen gleich gegenüber und hätten Interesse. Ist denn noch etwas frei?“, fragt das ältere Ehepaar. „Ja, ist noch alles frei. Kommen Sie einfach vorbei, ich informiere Sie gerne“, sagt Sandersfeld.

Das Johannesstift macht sich wenig Sorgen, die 48 Wohnungen in den vier Wohn-Pflege-Gemeinschaften belegen zu können. Die Nachfrage steigt stetig. Im Dachgeschoss richtet das Stift zusätzlich zwei Zwei-Zimmer-Wohnungen und eine Drei-Zimmer-Wohnung für Menschen mit Mehrfachbehinderungen ein. Fahrstuhl, Fenster, Türöffner, Notrufdienst: Alles ist über kleine, mobile Computer regelbar - hochmoderne Hauselektronik für schwerbehinderte Menschen.

Weil das Projekt Vorbildcharakter hat, erhält das Johannesstift von der Region Hannover einen Zuschuss über 50 000 Euro. Ziel ist es, Menschen mit Einschränkungen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in privater Umgebung zu ermöglichen. Das Stadtteilhaus ist kein Pflegeheim, es bietet aber bei Bedarf ambulante Pflege und Tagespflege an - für den gesamten Stadtteil.

Sandersfeld macht sich derzeit intensiver Gedanken darüber, wie sie Leben ins Nachbarschaftszentrum bringen kann. Das Haus soll ein Treff und Infozentrum für alle Generationen werden. Hebammen bekommen die Chance, Kurse zu geben, Referenten werden pflegende Angehörige beraten. Rentenexperten, die Polizei, die Seniorenberatung der Stadt, der ambulante Hospizdienst der Malteser und viele mehr sollen die Räume nutzen können. Dafür wirbt Sandersfeld jetzt im Vorfeld, spricht mit Menschen, Vereinen und Organisationen.

„Ich möchte wissen, was die Leute hier brauchen, was ihnen fehlt und was sie sich wünschen“, sagt sie. „Einen Bankautomaten“, ruft ein Passant, „den gibt’s hier weit und breit nicht.“ Sandersfeld hat schon viel auf dem Wunschzettel, aber einen Bargeldautomaten in der Tat noch nicht.

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