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Sind die Internationalen Gärten noch zu retten?

Garbsen Sind die Internationalen Gärten noch zu retten?

18 Gartenparzellen, Menschen aus zehn Nationen, eine gute Idee. Die Internationalen Gärten im Quartier Berenbostel-Kronsberg sind ein Vorzeigeprojekt. Initiatoren, Förderer und Nutzer haben am Wochenende das zehnjährige Bestehen der Gärten auf dem Gelände der Silvanus-Gemeinde gefeiert. Sie machen sich um die Zukunft Sorgen.

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Treffen zwischen Brunnen und Beeten: Joachim Wieding (von links), Heike Hornbostel, Nasha Abdulkarim und Ulrich Thiemann betreuen das Projekt der Internationalen Gärten seit Beginn an, Ingolf Bornscheuer hat zum zehnjährigen Bestehen ein Fotobuch gestaltet.

Quelle: Jutta Grätz

Berenbostel. Denn das Projekt steht auf der Kippe. Die Silvanus-Gemeinde muss ihr Kirchenzentrum verkleinern und plant einen Neubau. Müssen die Gärten dann weichen?

Von der Aubergine über Erdbeeren und Weißkohl bis zur Zwiebel: Was in den Internationalen Gärten im Quartier Auf dem Kronsberg wächst, ist so unterschiedlich wie die Menschen, die die grünen Parzellen pflegen. "Zurzeit gärtnern Familien aus Polen, Deutschland, Syrien, Afghanistan, Serbien, Libanon, aus der Türkei, Irak, Jordanien und Sri Lanka auf dem Kronsberg - unter dem Motto: Wurzeln schlagen in der Fremde", sagt Ulrich Thiemann. Er gehört zu den Initiatoren, wie der ehemalige Silvanus-Pastor Christian Voigtmann,  der ehemalige Vorsitzende des Integrationsbeirates Efstatios Chytis und Manfred Dick vom Diakonischen Werk.

Gemeinsam mit seinen Mitstreitern, dem Horster Biobauern Joachim Wieding und Landwirtin Heike Hornbostel aus Stelingen, blättert Thiemann beim Silvanus-Sommerfest durch das Fotobuch, das zum zehnjährigen Bestehen des Projekts gestaltet wurde. Sie schwelgen in Erinnerungen zwischen Brunnen, Beeten und dem Apfelbaum, der im März 2007 gepflanzt wurde. "Die Internationalen Gärten waren Dicks Lieblingsprojekt, die Fotografie sein Hobby", sagt Thiemann. Er hat die Gärten mit seiner Kamera begleitet und einen großen Bilderschatz hinterlassen. Dick ist im Sommer 2015 verstorben – einige Monate vor ihm Chytis.

Nasha Abdulkarim aus dem Irak gehört zu den Pächtern der ersten Stunde. Gemeinsam mit Sincar Dalal  aus dem Libanon und Lina Eljamal kocht sie im Samowar auf dem Holzbackofen Tee für die Besucher. Die Frauen haben Weinblätter, Teigtaschen und Bulgursalat vorbereitet. "Wir lieben diesen Garten, er ist Treffpunkt und Hobby zugleich", sagt Eljamal und zeigt stolz eine gerade geerntete Gurke. Bis heute gilt der Grundsatz der Internationalen Gärten, dass nicht mehr als zwei Familien aus einem Herkunftsland die Gärten bewirtschaften und gegen das norddeutsche Unkraut kämpfen.

"Dem Garten wohnt ein Zauber inne", sagt Wieding. Diese Atmosphäre erschließt sich auch den Gästen: Rosen, Schmetterlingsflieder und meterhohe Sonnenblumen treffen auf abstrakte Shona-Skulpturen, die der Garbsener Bildhauer Caleb Munemo in den idyllischen Beeten und auf farbig gestalteten Holzpfählen installiert hat. Munemo und seine Frau Anna unterstützen mit den Verkauf der Objekte viele Künstler und soziale Projekte in Simbabwe.

"Das Projekt hat eine große Strahlkraft", sagt Silvanus-Pastorin Gabriele Brand. "Der Garten ist eine Oase und verbindet Menschen über ihre Kulturen und Sprachen hinaus." Doch die Internationalen Gärten stehen auf der Kippe: Silvanus muss kleiner werden. Der Kirchenvorstand hat bei der Landeskirche einen Antrag für einen kleineren Neubau gestellt. Um diesen zu finanzieren, ist ein Eigenanteil der Gemeinde notwendig.

Einzige Möglichkeit: der Verkauf des ganzen oder eines Teils des Grundstücks. Kirchenvorstand und Architekt Gerd Lauterbach planen den Neubau zwischen dem heutigen Zentrum und den dahinter liegenden Internationalen Gärten. Das restliche Kirchengrundstück müsste die Gemeinde verkaufen.

"Wir hoffen, dass wir die Internationalen Gärten erhalten können - vielleicht in etwas verkleinerter Form", sagt Brand. Gerade haben sie und der übrige Kirchenvorstand das lange erwartete Verkehrsgutachten für das Silvanus-Gelände samt Gebäude erhalten. Gemeinsam mit Stadtkirchenverband und Landeskirchenamt müssen wir jetzt die weiteren Schritte planen", sagt Brand.

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Von Jutta Grätz

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